Frühstartrente: 10 Euro im Monat für Kinder – was bleibt davon im Alter?

Die Frühstartrente startet 2027: Kinder bekommen 10 Euro im Monat vom Staat für ihre Altersvorsorge. Welche Rendite daraus entstehen kann und was davon an Kaufkraft im Alter bleibt, lesen Sie hier.

Der deutsche Bundestag hat die Frühstartrente am Freitag beschlossen. Als Nächstes muss der Bundesrat zustimmen, was jedoch als gesichert gilt. Ab 2027 startet damit die zusätzliche Altersvorsorge für Kinder. Wer Anspruch auf den staatlichen Zuschuss von 10 Euro hat und wie das Verfahren abläuft, haben wir hier in diesem Ratgeber-Artikel zusammengefasst.

Ein zentrales Element der Planung: Alle berechtigten Kinder sollen profitieren, unabhängig davon, ob die Eltern aktiv werden.

Unterdessen fragen sich viele engagierte Mütter und Väter nicht nur, wer die Frühstartrente bekommt, sondern was davon im Alter bleibt.

Frühstartrente: So viel Vermögen kann man mit 10 Euro pro Monat fürs Alter aufbauen

  • Staatliche Förderung: Bei 10 Euro Förderung stünden laut SPD-Finanzpolitiker Michael Thews am 18. Geburtstag 1.440 Euro an staatlicher Förderung zur Verfügung.
  • Anlage in den MSCI World: Bei einer durchschnittlichen Rendite von 7,5 Prozent wären daraus laut Verbraucherzentrale Baden-Württemberg bis zum 18. Geburtstag 2.268,40 Euro geworden.
  • Eigene Einzahlungen ab 18: Zahlt das Kind nach dem 18. Lebensjahr selbst zehn Euro monatlich ein, stünden ihm laut Verbraucherzentrale mit 68 Jahren 76.378,44 Euro zur Verfügung.

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So viel Vermögen wird es, wenn die Eltern zuzahlen

Zahlen die Eltern bis zum 18. Geburtstag nochmal 10 Euro dazu und das Kind führt das bis zum 68. Geburtstag weiter,  ergeben sich laut dem Frühstart-Rechner des Gesamtverbands der Versicherer (GDV):

  • Zum 18. Geburtstag: 4.753 Euro
  • Zum 68. Geburtstag: 222.214 Euro

Zahlen die Eltern bis zum 18. Geburtstag 50 Euro dazu und das Kind führt das bis zum 68. Geburtstag weiter, ergeben sich laut GDV-Rechner:

  • Zum 18. Geburtstag: 14.259 Euro
  • Zum 68. Geburtstag: 782.209 Euro

Inflation entwertet Geld - so viel Kaufkraft bleibt vom Vermögen im Alter

222.214 Euro oder 782.209 Euro haben dabei freilich nicht mehr so viel Kaufkraft wie heute. Grund ist die Inflation. Rechnet man mit den von der EZB angestrebten 2 Prozent Inflationsrate, ergibt sich bei einem heute sechsjährigen Kind später laut dem Inflationsrechner der Bundesbank folgende Kaufkraft:

  • 4.753 Euro haben am 18. Geburtstag (also zwölfJahre später) bei 2% Inflation noch eine Kaufkraft von 3.747,71 Euro. 
  • 14.259 Euro haben am 18. Geburtstag (also zwölfJahre später) noch eine Kaufkraft von 11.243,12 Euro.
  • 222.214 Euro haben am 68. Geburtstag (also 62 Jahre später) noch eine Kaufkraft von 65.096,97.
  • 782.209 Euro haben am 68. Geburtstag (also 62 Jahre später) noch eine Kaufkraft von 229.145,94 Euro. 

Ist nicht zu sparen angesichts der Inflation die bessere Option?

Nein, laut den deutschen Sparkassen verliert das Geld auch an Wert, wenn es unverzinst auf dem Girokonto liegt. Bei einer Inflationsrate von 2 Prozent büßt es in zehn Jahren rund 18 Prozent seiner Kaufkraft ein. 

Der Kaufkraftverlust durch Inflation lässt sich demnach nie vollständig vermeiden – aber er lasse sich mit der richtigen Anlagestrategie deutlich begrenzen oder ausgleichen. Die Grundregel: Ihre Rendite nach Steuern und Kosten muss höher sein als die Inflationsrate. Erst dann wächst Ihr Vermögen real, auch wenn die Inflation etwas von der Kaufkraft wieder nimmt. 

Vorschaubild: © Christoph Eberle