Der Fall um einen erschossenen Selbstversorger im Allgäu treibt Ermittler um. Monate nach seinem Tod gehen Taucher im Illerkanal und in der Iller Hinweisen nach. Die Polizei hielt sich bedeckt, ob etwas gefunden wurde.
Mehr als ein halbes Jahr nach dem gewaltsamen Tod eines Selbstversorgers auf einem abgelegenen Hof im Unterallgäu will sich die Polizei nicht zu möglichen neuen Erkenntnissen äußern. Polizeitaucher hätten den Illerkanal und die Iller bei Altenstadt durchsucht, sagte ein Polizeisprecher. Ob sie etwas Verwertbares fanden, wollte er aus ermittlungstaktischen Gründen aber nicht sagen. Zuvor hatte die Augsburger Allgemeine über den Einsatz berichtet.
Die größeren Suchmaßnahmen der Sonderkommission "Waldrand" seien abgeschlossen, berichtete der Sprecher von der Aktion. Zu den Hinweisen, die den Einsatz rechtfertigten, machte er keine Angaben.
Selbstversorger im Allgäu erschossen: Kannten sich Täter und Opfer?
Der 33-Jährige Daniel Emminger war am Karfreitag (3. April 2026) tot auf seinem Einödhof in Kunzach nahe dem Ort Bedernau in der Gemeinde Breitenbrunn gefunden worden. Laut Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei wurde er in der Nacht zum 1. April mit einem Gewehr erschossen. Am Tatort wurden Projektile sichergestellt, aber von der Tatwaffe fehlt bis heute jede Spur. Möglicherweise wurde sie nach der Tat entsorgt.
Die Polizei geht davon aus, dass sich Täter und Opfer kannten. Der Mann lebte Polizeiangaben zufolge als Selbstversorger, betrieb eine solidarische Landwirtschaft und bot Kurse sowie Stellplätze für Camper an.
Rund eine Woche nach dem Fund der Leiche hatte die Polizei das Anwesen eines 50-jährigen Verdächtigen durchsucht, auch Spezialkräfte kamen zum Einsatz. Eine Festnahme gab es bisher jedoch nicht. Die Ermittler suchen deshalb weiterhin nach Zeugen. Für Hinweise, die zur Festnahme führen, ist eine Belohnung von bis zu 5000 Euro ausgesetzt.
Rutengehen und Astrologie als Hobby
Der Fall wurde in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY... Ungelöst" vorgestellt. Laut der Sendung war der Selbstversorger geschieden und hatte einen fünfjährigen Sohn, um den er sich regelmäßig kümmerte. Sein Anwesen hatte weder Kanalanschluss noch Wasser- oder Stromversorgung. Auf seinem Hof veranstaltete er gelegentlich kleinere Festivals mit esoterischen Kursen und ging Interessen wie Rutengehen, Astrologie und der Herstellung pflanzlicher Essenzen nach.
Wie wir künstliche Intelligenz einsetzen
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