Wer täglich eine Packung mit 20 Zigaretten raucht, kommt bei einem Preis von 9 Euro auf 3285 Euro pro Jahr. Bei einem Packungspreis von 14 Euro sind es 5110 Euro pro Jahr, rechnete die Mediengruppe Bayern kürzlich durch.
Steuererhöhungen gibt es auch für andere Produkte wie Feinschnitt, Pfeifentabak, erhitzten Tabak, Wasserpfeifentabak und sogenannte Substitute für Tabakwaren, zum Beispiel Liquids für E-Zigaretten.
Mehreinnahmen und Anreiz zum Aufhören: Das sind die Erwartungen an die höhere Tabaksteuer
Die Bundesregierung erwartet sich von der höheren Tabaksteuer mehrere Milliarden Extraeinnahmen. Das sei ein notwendiger Schritt zur Konsolidierung des Haushalts in Zeiten knapper Kassen.
2025 nahm der Fiskus 17,6 Milliarden Euro an Tabaksteuern ein. Im kommenden Jahr werden durch die Neuregelung Steuermehreinnahmen in Höhe von 756 Millionen Euro erwartet, die laut Bundesregierung bis 2030 auf 3,59 Milliarden Euro ansteigen sollen.
„Die Gesetzesänderung dient auch dem Schutz der öffentlichen Gesundheit und steht im Einklang mit den Nachhaltigkeitszielen, die Raucherquote von Jugendlichen und Erwachsenen zu senken“, hieß es bereits im Eckwertebeschluss der Bundesregierung vom 29. April.
Das kritisiert die Tabakindustrie am Gesetz
Der Verband der deutschen Rauchtabakindustrie ging bereits bei der Anhörung im Bundestag davon aus, dass die erhofften Mehreinnahmen „unter keinen Umständen“ fließen werden. Einziger Gewinner werde der Schwarzmarkt sein, heißt es in einer Stellungnahme vom 30. September an den Bundestag. In Deutschland würden illegale Zigarettenfabriken entstehen, warnte der Verband.
Der Bundesverband der Zigarrenindustrie warnte in seiner Stellungnahme vor einer Verzwanzigfachung der Steuer auf Zigarren, was zu Preiserhöhungen von 50 bis 60 Prozent führen werde. Statt zu Steuermehreinnahmen werde es zu einer ernsthaften wirtschaftlichen Bedrohungslage für die lokalen Zigarrenhersteller, ihre 1.600 tarifgebundenen Beschäftigten und für den Fachhandel kommen.
Halten höhere Preise wirklich vom Rauchen ab?
Ja, sagte zumindest der AOK-Bundesverband in seiner Stellungnahme vom 5. Oktober. Deutliche Tabaksteuererhöhungen seien die wirksamste Einzelmaßnahme, um den Tabakkonsum zu reduzieren und insbesondere junge Menschen vom Einstieg abzuhalten. Das würden internationale Erfahrungen zeigen.
Davon geht auch Kathrin Schaller vom Deutschen Krebsforschungszentrum aus. Es sei nicht zwangsläufig, dass der Schwarzmarkt durch die Steuererhöhung wachsen werde. Zudem verursache Rauchen mehr Kosten, als durch die Tabaksteuer eingenommen werden: Rund 90.000 Krebsfälle werden ihr zufolge durch das Rauchen verursacht. Die gesellschaftlichen und volkswirtschaftlichen Folgekosten dieser tabakbedingten Erkrankungen werden auf mindestens 97 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt. Diese Summe nannte auch Dr. Tobias Effertz von der Universität Hamburg in seiner Stellungnahme.
Vorschaubild: © Christoph Schmidt/dpa