Bei vielen Rauchern löst sich aufs Jahr gesehen mehr als ein durchschnittliches Bruttomonatsgehalt in Luft auf. Genug für eine größere Reise, mehrere Monatsmieten oder einen kräftigen Notgroschen – so einen sollte man laut Finanzexperten ohnehin immer auf der Seite haben. Innerhalb von zehn bis 15 Jahren hat man mehr Geld ausgegeben, als ein ordentlicher Neuwagen kosten würde.
Höhere Preise: Anreiz zum Aufhören oder mehr Schwarzmarkt?
Die Steuererhöhungen sind politisch umstritten. Vertreter der Tabakbranche warnen, dass deutlich höhere Preise den Einkauf im Ausland und den illegalen Handel fördern könnten. Sollte es zu erheblichen Steuererhöhungen kommen, könnten die Preise drastisch steigen, was viele Konsumenten dazu veranlassen würde, auf den Schwarzmarkt auszuweichen, warnt der Branchenverband BVTE.
Auch Gewerkschafter und Zöllner zeigen sich besorgt. "Das ist kein seriöser steuerpolitischer Ansatz, sondern der verzweifelte Versuch, Haushaltslöcher zu stopfen", äußert sich Thomas Liebel von der Deutschen Zoll- und Finanzgewerkschaft BDZ. Die Bundesregierung rechne sich zusätzliche Einnahmen schön und ignoriere dabei die Realität beim Zoll.
Gesundheitsexperten beurteilen regelmäßige Preiserhöhungen dagegen als wirksames Mittel, um den Tabakkonsum zu senken. Das Deutsche Krebsforschungszentrum verweist darauf, dass steigende Preise insbesondere jungen Menschen den Einstieg erschweren und Raucherinnen und Raucher beim Aufhören unterstützen können.
Rauchen aufhören lohnt sich auch aus anderen Gründen als Geld
Knapp ein Fünftel der Erwachsenen und sieben Prozent der Jugendlichen in Deutschland rauchen laut Bundesgesundheitsministerium. Die allgemeinen Risiken sind bekannt und doch werden die meisten nicht von den gesundheitlichen Schäden abgeschreckt.
Doch es gibt – auch ohne den finanziellen Aspekt – genügend Gründe, die dafür sprechen, mit dem Rauchen aufzuhören. Das Deutsche Krebsforschungszentrum in der Helmholtz-Gemeinschaft nennt unter anderem folgende:
- Drei Tage nach der letzten Zigarette tritt bereits eine verbesserte Funktion der Atemwege ein.
- Verfärbungen der Finger und Zähne, die durch das Rauchen entstanden sind, verschwinden.
- Bereits nach zwei rauchfreien Jahren hat ein Exraucher fast das gleiche Risiko für eine Herz-Kreislauferkrankung wie ein Nichtraucher.
- Wer es schafft, zehn Jahre auf das Rauchen zu verzichten, der hat als Exraucher nur noch ein halb so hohes Risiko für Lungenkrebs.
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Mit dem Rauchen aufhören: Die "vier A-Tipps" können helfen
Wer sich dazu entschlossen hat, mit dem Rauchen aufzuhören, kann den vier A-Tipps folgen, die das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG, bis Februar 2025: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)) vorschlägt:
- Aufschieben: Auch wenn es sich nicht so anfühlt – das Verlangen nach einer Zigarette lässt meist nach, oft schon nach 30 Sekunden bis drei Minuten. Eine Taktik, um Zeit verstreichen zu lassen: zehnmal tief ein- und ausatmen.
- Ausweichen: "Willst du auch eine?": Eine kleine Geste in der Pause auf der Arbeit kann das Rauchstopp-Vorhaben schon ins Wanken bringen. Hilfreich ist daher, Situationen wie diesen vorausschauend aus dem Weg zu gehen, rät das BIÖG. Wer dennoch bei den Raucherpausen dabei sein will, kann offen mit dem eigenen Rauchstopp umgehen und darum bitten, keine Zigarette angeboten zu bekommen.
- Abhauen: Und wenn es kaum auszuhalten ist, in der Nähe von Raucherinnen und Rauchern zu sein? Dann rät das BIÖG, sich für einen Moment zurückzuziehen.
- Ablenken: Kleine, angenehme Tätigkeiten lenken vom Verlangen nach einer Zigarette ab. Zum Beispiel einer lieben Freundin eine Nachricht schreiben oder zu Hause kurz duschen gehen, wie das BIÖG vorschlägt. Wer Kaugummis oder gesunde Snacks wie Nüsse parat hat, beschäftigt den Mund – auch das ist Ablenkung.
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