Der Hitzesommer 2026 hat die Notwendigkeit von Klimaschutz und Klimaanpassung noch einmal unterstrichen, stellen Autoren der KfW fest. Die Befragung selbst fand wie in den Vorjahren zwar bereits im Winter und Frühjahr statt, die zunehmende Hitzebelastung rückt die Ergebnisse trotzdem in ein neues Licht: Maßnahmen zur Energieeffizienz und emissionsfreie Technologien helfen nicht nur dem Klimaschutz. Sie können auch Antworten auf die steigenden Kühlungsbedarfe liefern.
PV-Anlage nur in Kombi mit einem Speicher?
Grüner Strom wird für immer mehr Haushalte zum Alltag. 18 Prozent der Haushalte erzeugen mit einer PV-Anlage eigenen Strom. 5 Prozent nutzen zumindest ein Balkonkraftwerk und weitere 30 Prozent beziehen immerhin einen Ökostromtarif. Bei Eigenheimbesitzern haben sogar bereits 68 Prozent unmittelbaren Zugang zu grünem Strom. Mehr als jede zweite PV-Anlage wird inzwischen mit einem Batteriespeicher kombiniert betrieben.
Die Wärmeversorgung von Häusern und Wohnungen bleibt aber die größte Herausforderung. Noch immer heizen 63 Prozent der Haushalte mit teurer werdendem Gas oder Öl. Nur 9 Prozent nutzen eine Wärmepumpe, um die Wohnung im Herbst und Winter zu heizen und im Sommer zu kühlen. Zwar können sich 41 Prozent der Eigentümer vorstellen, die Anschaffung einer Wärmepumpe demnächst zu realisieren, aber sie warten lieber noch ab.
Der Wert zur Aufgeschlossenheit gegenüber Wärmepumpen ist zwar solide hoch. Das größte Hemmnis bleiben aber der Zweifel an der Wirtschaftlichkeit und die fehlenden Eigenmittel. Und das trotz der hohen Gas- und Ölpreise. Außerdem wird der ab 2028 geltende EU-Emissionshandel für Gebäude und Verkehr (EU-ETS2) die fossilen Energieträger weiter verteuern. Vielleicht gibt das dann den entscheidenden Kick.
Ist die Wirtschaftlichkeit der entscheidende Faktor?
Das KfW-Energiewende-Barometer betont noch einmal, wie wichtig die beratende Unterstützung ist: Haushalte, die sich bei Energieberatern oder Handwerksbetrieben über den energetischen Zustand ihres Hauses informieren, nutzen deutlich häufiger eine Wärmepumpe, zeigt das Barometer.
Wie stark Haushalte sich an der Transformation beteiligen, hängt einerseits vom Einkommen und andererseits von der Wohnsituation ab: Im obersten Einkommenssegment nutzen 51 Prozent, im untersten 20 Prozent, mindestens eine Energiewende-Technologie. In selbstbewohnten Ein- und Zweifamilienhäusern sind es 59 Prozent, in Mietwohnungen nur 15 Prozent.
Regional sind die Energiewendehaushalte im Süden am häufigsten vertreten. In Baden-Württemberg liegt der Anteil mit 49 Prozent an der Spitze, gefolgt von Bayern (41 Prozent). Damit die Transformation weitere Haushalte erreicht, sind drei Dinge entscheidend: Wirtschaftlichkeit, gezielte Investitionsförderung und passende Informationsangebote, die überzeugend sind, stellt das KfW-Energiewende-Barometer 2026 fest.