Abschiebehäftling entkommt im Kreis Bamberg: Polizei schildert gewaltsame Flucht

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Hirschaid: Polizei schildert gewaltsame Flucht von Abschiebehäftling
Ende August gelang einem Abschiebehäftling bei Hirschaid die Flucht.
Abschiebehäftling flüchtet bei Transporfahrt - Großfahndung im Landkreis Bamberg
NEWS5/Ferdinand Merzbach (NEWS5)
Hirschaid: Polizei schildert gewaltsame Flucht von Abschiebehäftling
Ende August gelang einem Abschiebehäftling bei Hirschaid die Flucht.
Abschiebehäftling flüchtet bei Transporfahrt - Großfahndung im Landkreis Bamberg
NEWS5 / Ferdinand Merzbach (NEWS5)

Ein nach Deutschland rücküberstellter Abschiebehäftling ergreift im Kreis Bamberg seine Chance zur Flucht - erst rund 20 Stunden später klicken die Handschellen. Nun erklärt die Polizei, wie er überhaupt entkommen konnte.

Die Flucht eines Abschiebehäftlings im Kreis Bamberg während eines Gefangenentransports hielt Ende August die Polizei in Atem. Der 26-Jährige, der sich eigentlich in Belgien in Abschiebehaft befunden hatte, war im Rahmen des EU-rechtlichen Zuständigkeitsbestimmungsverfahrens seitens der belgischen Behörden am Mittwoch (26. August 2026) nach Deutschland rücküberstellt worden.

Aus diesem Grund sollte er der Abschiebehafteinrichtung im oberfränkischen Hof zugeführt werden. Auf seinem Weg dorthin gelang dem Mann aus Marokko am Abend gegen 18.20 Uhr auf einem Parkplatz an der B505 kurz vor dem Hirschaider Gemeindeteil Köttmannsdorf allerdings die Flucht. Erst einen Tag später konnte der Häftling festgenommen werden – und das im weit entfernten Köln. Der Transport, auf dessen Reise dem Marokkaner die Flucht gelang, war von zwei Wachbeamten der hessischen Polizei begleitet worden. Auf Nachfrage von inFranken.de erklärte das zuständige Polizeipräsidium in Mainz-Kastel nun, wie der Mann überhaupt entkommen konnte.

Polizei schildert Flucht von Häftling bei Hirschaid – Festnahme in Köln

"Der Abschiebehäftling bat um eine notwendige Pause. Als er anschließend wieder in die spezielle Zelle des Transportfahrzeugs verbracht werden sollte, griff er unvermittelt einen der eingesetzten Wachpolizisten mit einem Ellbogenschlag ins Gesicht an und konnte flüchten", teilte ein Sprecher der Behörde am Dienstag (15. September 2026) mit. Tatsächlich sei es den Beamten sogar fast gelungen, den Marokkaner aufzuhalten, da der zweite Wachpolizist den Flüchtenden nach kurzer Strecke noch kurzzeitig am Hosenbund habe festhalten können. Jedoch habe sich der 26-Jährige losgerissen und sei in ein angrenzendes Waldstück geflüchtet.

Wie der Sprecher der Polizei erklärt, war der Häftling aufgrund seines "bis dahin kooperativen Verhaltens und der zu diesem Zeitpunkt vorliegenden Erkenntnisse" nicht gefesselt - mit der Möglichkeit eines Fluchtversuchs hatte man aufseiten der Polizei also offenbar nur bedingt gerechnet. Die Bemühungen, den  Mann wieder einzufangen, waren anschließend enorm: Die Polizei leitete eine Öffentlichkeitsfahndung ein, mehrere Streifen und ein Helikopter suchten die Umgebung ab, zudem wurden auf der Bundesstraße fahrende Fahrzeuge kontrolliert.

Alle Bemühungen der oberfränkischen Behörden vor Ort blieben fruchtlos - erst rund 20 Stunden später konnte die Festnahme des Flüchtigen am Kölner Hauptbahnhof vermeldet werden. Weitere Nachrichten aus Bamberg und Umgebung findest du in unserem Lokalressort.