"Jetzt ist Schluss": Franke startet Herzensprojekt – und erlebt bittere Enttäuschung

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Franke startet Herzensprojekt – und erlebt bittere Enttäuschung
In den "Waldkisten" finden sich nicht nur frische Getränke, die der Boden um die Kiste kühlt hält, sondern auch eine Kasse und ein Gästebuch ...
Franke startet Herzensprojekt – und erlebt bittere Enttäuschung
Waldkiste / Collage: inFranken.de

Ein besonderes Projekt versüßt Wanderern und Radfahrern im Kreis Haßberge den Tag. Auch im Raum Bamberg gibt es einen Standort – doch manche beuten das Angebot schamlos aus.

Das Projekt "Waldkiste" muss einen herben Rückschlag verkraften. Eigentlich ist es ein schönes Konzept: In den Waldboden gesenkte Kisten in der Region halten kühle Softgetränke, Bier und Radler für Vorbeikommende an Wander- oder Fahrradwegen bereit. Das System basiert ganz und gar auf Vertrauen. Eine Bargeldkasse wartet auf Einwurf für die konsumierten Getränke. Man kann jedoch auch digital zahlen.

Jens Fischer, der Betreiber und Initiator der "Waldkiste", ist jedoch zunehmend frustriert. Seit einiger Zeit wird seine Waldkiste "Kaltengrund" bei Eltmann (Landkreis Haßberge) immer wieder Opfer von dreistem Diebstahl. Der Ablauf ist immer ähnlich. "Eine einzelne Person, die abends mit Rucksack kommt", entnehme regelmäßig sechs bis acht Flaschen aus der Kiste, wie Fischer bei inFranken.de erläutert – ohne zu zahlen, versteht sich.

"Keine Lust, mich auf die Lauer zu legen": Waldkiste bei Eltmann bleibt ab jetzt leer

"Mal war eine Woche nichts, dann war es wieder", so Fischer. Wer die Flaschen entwendet hat und wann genau dies geschah, lasse sich nicht feststellen. "Ich habe auch keine Zeit und keine Lust, mich auf die Lauer zu legen", betont der Projektinitiator. Auch Ideen wie Wildkameras verwirft er – aus datenschutzrechtlichen Gründen, aber – so wirkt es – auch, weil solch ein Generalverdacht gegen die Ehrlichkeit geht, die er sich von seinem Projekt wünscht.

Fischer zieht Konsequenzen. Vorerst will er die Waldkiste Kaltengrund nicht mehr bestücken. Erst mal bleibe die Kiste "stillgelegt",hält er im Gespräch mit inFranken.de fest. Auch auf Facebook meldet er sich zu Wort: "Jetzt ist Schluss!", schreibt er auf der Onlineplattform. In Erlangen ließ unlängst eine Restaurantbetreiberin ebenfalls Luft auf Facebook ab.

Die Unehrlichkeit rüttelt an Fischers Konzept. "Wenn immer Flaschen fehlen, dann geht die Rechnung irgendwann nicht mehr auf", sagt er. "Die Kleinbeträge läppern sich." 

"Bringen Projekt zum Scheitern": Waldkisten-Betreiber frustriert von mutmaßlichen Diebstählen

Und wie sieht es in der Zukunft mit dem Befüllen der Waldkiste "Kaltengrund" aus? "Diese Saison erst mal nicht mehr. Das ist schade für die Herbstwanderung. Aber wie soll ich mich anders dagegen wehren? Ich kann immer nur appellieren."

Fischer widmet sich dem 2024 gestarteten Vorhaben neben seiner Vollzeitbeschäftigung in seiner Freizeit. Die Idee war seine eigene, Umsetzung und Bestückung übernimmt er so gut wie allein. Inzwischen sind es 13 Waldkisten, die in den Haßbergen verteilt sind. Zudem gibt es einen Standort bei Priesendorf im Landkreis Bamberg. Seine eigene Arbeitszeit rechnet er in das Projekt gar nicht ein, sagt er.

Umso ärgerlicher ist, wenn die von ihm so viel beschworene Ehrlichkeit nicht umgesetzt wird. "Da kommen einzelne wenige, die das Projekt zum Scheitern bringen. Das ist traurig." Solche Vorfälle gebe es immer mal wieder. Entweder würden Flaschen genommen, ohne zu zahlen, oder es werde gar versucht, Bargeld aus der Kasse zu entwenden. "Es gibt halt leider solche Menschen", sagt Fischer.

Waldkisten funktionieren besser an wenig besuchten Plätzen

Manchmal bleibt auch Müll zurück, oder Pfand wird nicht wieder in den Kasten in der Waldkiste gestellt. "Umso ortsnäher die Kisten, desto schlechter funktioniert es", so Fischer. Befinden sich die Kisten tiefer im Wald, an reinen Wanderwegen oder Fahrradstrecken, dann sei es meistens problemlos.

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