Auch Morningstar kommt zu einem ähnlichen Ergebnis. Im europäischen Active/Passive Barometer für das erste Halbjahr 2025 lag die Erfolgsquote aktiver Aktienfonds in den untersuchten Kategorien bei rund 29 Prozent. Das bedeutet nicht, dass aktive Fonds grundsätzlich keine Chance haben, zeigt aber, wie schwierig es ist, den Markt nach Kosten dauerhaft zu übertreffen.
Welche Vor- und Nachteile haben beide Strategien?
Passives Investieren gilt als besonders einfach, kostengünstig und zeitsparend. Mit einem breit gestreuten ETF kannst du dich bereits mit kleinen Beträgen an vielen Unternehmen beteiligen und regelmäßig per Sparplan investieren. Du musst keine einzelnen Aktien auswählen und bist weniger versucht, auf kurzfristige Nachrichten oder fallende Kurse emotional zu reagieren. Die Deutsche Bundesbank nennt die kosteneffiziente Diversifikation als einen wichtigen Vorteil von ETFs, weist aber zugleich auf deren spezifische Risiken hin.
Aktives Investieren bietet dir mehr Gestaltungsmöglichkeiten. Du kannst Unternehmen gezielt auswählen, bestimmte Branchen meiden oder versuchen, in schwachen Marktphasen Verluste zu begrenzen. Der Preis dafür sind jedoch mehr Zeitaufwand, höhere Kosten und ein größeres Risiko, mit einer falschen Entscheidung deutlich schlechter abzuschneiden als der Gesamtmarkt. Bei Einzelaktien kommt außerdem das Unternehmensrisiko hinzu.
Passive Anlagen sind nicht in jeder Situation überlegen. In weniger beachteten Märkten, bei kleineren Unternehmen oder in bestimmten Anleihekategorien können aktive Fondsmanager eher Informationsvorteile nutzen. Morningstar sieht beispielsweise bei einigen Anleihe- und Schwellenländer-Kategorien bessere Chancen für aktive Fonds als bei großen Aktienmärkten. Eine erfolgreiche Auswahl bleibt jedoch schwierig und erfordert eine genaue Prüfung von Strategie, Kosten und langfristiger Leistung.
Welche Strategie passt zu dir?
Für viele Privatanleger ist ein passiver Ansatz die sinnvollere Grundlage, wenn sie langfristig Vermögen aufbauen und wenig Zeit für Marktanalysen aufbringen möchten. Ein breit gestreuter ETF kann dabei als Kern des Depots dienen. Wichtig sind ein langer Anlagehorizont, regelmäßiges Investieren und die Bereitschaft, vorübergehende Kursverluste auszuhalten.
Aktives Investieren kann zu dir passen, wenn du dich intensiv mit Unternehmen und Märkten beschäftigst, deine Entscheidungen nachvollziehbar begründen kannst und bereit bist, Anlagefehler zu akzeptieren. Kaufe einen aktiven Fonds jedoch nicht nur wegen seiner vergangenen Spitzenrendite. Prüfe auch die laufenden Kosten, den Vergleichsindex, das Risiko und die Beständigkeit der Ergebnisse.
Eine Kombination aus beiden Ansätzen kann ein guter Mittelweg sein. Du könntest den größten Teil deines Vermögens passiv und breit gestreut investieren und einen kleineren Anteil für ausgewählte Aktien oder aktive Fonds verwenden. Für die meisten langfristig orientierten Anleger lautet die pragmatische Antwort daher: passiv investieren als Basis, aktiv investieren als bewusste Ergänzung.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Anlageberatung. Wertpapierinvestments können zu Verlusten führen.
Vorschaubild: © CC0 / Pixabay / TheInvestorPost