Warum ETFs meist günstiger sind als klassische Fonds
Ein weiterer Unterschied liegt in der Struktur vieler ETFs. „Die meisten ETFs bilden einen bestehenden Index möglichst genau nach“, erklärt Cacace. Anders als bei vielen klassischen Investmentfonds entscheidet dabei meist kein Fondsmanagement laufend neu über einzelne Aktienkäufe oder Verkäufe. Stattdessen orientiere sich der ETF an einem festen Marktindex wie dem DAX oder MSCI World.
Dadurch entstehen häufig geringere Kosten als bei aktiv gemanagten Fonds. Stiftung Warentest weist darauf hin: „ETFs sind günstiger als aktiv gemanagte Fonds – vor allem in den laufenden Gebühren.“
Inzwischen gibt es allerdings auch häufiger aktiv gemanagte ETFs. Dort trifft ein Fondsmanagement bewusst eigene Anlageentscheidungen und versucht beispielsweise, bestimmte Märkte oder Strategien zu schlagen. Solche Produkte sind meist komplexer aufgebaut und verursachen häufig höhere Kosten als klassische Index-ETFs.
Warum viele Anleger mit einem ETF starten
Gerade für Einsteiger gelten ETFs deshalb oft als vergleichsweise einfacher Zugang zum Kapitalmarkt. Anleger müssen nicht selbst einzelne Aktien auswählen oder täglich Börsenkurse verfolgen.
Trotz der großen Produktauswahl raten viele Experten dabei zu einfachen Lösungen. „Bei ETFs gilt nicht automatisch: Mehr ETFs = bessere Streuung“, erklärt Cacace. Oft gelte sogar: „Weniger ist mehr.“ Für viele Anleger reiche bereits ein diversifizierter Welt-ETF aus. „Die Zeit, die man für die Analyse des perfekten ETFs oder der besten Kombination im Portfolio aufbringt, ist meist woanders besser investiert“, sagt Cacace. Klumpenrisiko vermeiden, nennt man das, also die Konzentration auf einige wenige Werte oder nur eine Branche.
Finanzexpertin Karin Baur von Stiftung Warentest sieht das ähnlich. Ein einzelner Welt-ETF könne für viele Anleger bereits eine sinnvolle Grundlage sein – entscheidend sei vor allem die breite Streuung. Klingt einfach. Einfach bedeutet allerdings nicht risikolos.
ETFs sind kein Sparbuch
Trotz ihrer breiten Streuung sind ETFs keine Garantie für Gewinne. „Kurzfristig unterliegen die Aktienmärkte teilweise sehr starken Wertschwankungen“, erklärt Alexander Roos von der Verbraucherzentrale Bayern. Anleger müssten akzeptieren, dass Kurse zwischenzeitlich deutlich fallen können.
Auch die Deutsche Bundesbank weist darauf hin, dass Rendite immer mit Risiken verbunden ist. „Es gibt keine Geldanlage, die gleichzeitig eine hohe Rendite, Liquidität und Sicherheit geben kann“, heißt es dort.
Für viele Experten liegt genau darin der entscheidende Punkt: ETFs gelten zwar als vergleichsweise einfacher Zugang zum Kapitalmarkt – sie bleiben aber eine langfristige Anlageform und kein modernes Sparbuch. Weitere Artikel aus unserer ETF-Serie findest du hier.
Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung oder Kaufempfehlung dar. Er ersetzt keine individuelle Beratung unter Berücksichtigung Ihrer persönlichen Vermögensverhältnisse, Anlageziele und Risikotoleranz.
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