"Was am Ende des Lebens bleibt": Besonderes Projekt erfüllt 55-Jähriger letzten Wunsch

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Ausflug zum Brombachsee: BRK erfüllt krebskranker Frau Herzenswunsch
Mit einem neuen Geländerollstuhl war der Weg zum See kein Problem – auch wenn es über Stock und Stein ging.
Mit einem neuen Geländerollstuhl war der Weg zum See kein Problem – auch wenn es über Stock und Stein ging.
Foto: Herzenswunsch-Hospizmobil BRK Ober-/Mittelfranken
Ausflug zum Brombachsee: BRK erfüllt krebskranker Frau Herzenswunsch
Mit einem neuen Geländerollstuhl war der Weg zum See kein Problem – auch wenn es über Stock und Stein ging.
Mit einem neuen Geländerollstuhl war der Weg zum See kein Problem – auch wenn es über Stock und Stein ging.
Herzenswunsch-Hospizmobil BRK Ober-/Mittelfranken

Noch einmal in die Heimatstadt fahren oder den See von früher besuchen: Ein Projekt will kranken Menschen ihren Herzenswunsch erfüllen. So hat auch eine Fränkin einen besonderen Tag erlebt.

Ein letztes Mal noch an den Brombachsee fahren – das hat sich Anja aus Mittelfranken gewünscht. Die Ehrenamtlichen des Herzenswunsch-Hospizmobils BRK Ober-/Mittelfranken haben der 55-Jährigen, die an mehreren Krebsarten erkrankt ist und als austherapiert gilt, diesen Wunsch erfüllt.

"Sie war dort früher oft mit ihren Kindern, als die noch klein waren", erklärt Projektleiter Johannes Stegmann im Gespräch mit inFranken.de. Mittlerweile sind die beiden Kinder erwachsen. Am 17. August ging es dann aber wie früher, samt Kindern und Ehemann, noch einmal an den See – inklusive Schifffahrt über das Gewässer.

BRK-Projektleiter: "Die Wünsche sind oft einfach"

"Sie saß im Rollstuhl an der Spitze des Schiffes und war sehr aufmerksam. Wahrscheinlich hat sie ihre Erinnerungen schweifen lassen", schildert Stegmann seinen Eindruck. Vor fünf Jahren hat er das Herzenswunsch-Hospizmobil ins Leben gerufen. Alle hier arbeiten ehrenamtlich. "Die Wünsche der Menschen sind oft sehr einfach", berichtet er. Anja aus Mittelfranken habe sich als kulinarische Stärkung beispielsweise Butterbrezen mit Schnittlauch gewünscht. Ebenfalls seinen Herzenswunsch erfüllt, haben die Malteser aus Waischenfeld (Landkreis Bayreuth) dem 50-jährigen Maik. Im August hat er Abschied von seiner Heimat in Franken genommen. Auch für Larsen aus Forchheim ist im diesjährigen Mai trotz schwerer Krankheit sein Herzenswunsch in Erfüllung gegangen.

"Ich finde, das zeigt, was am Ende des Lebens bleibt", äußert Johannes Stegmann, der hauptberuflich als Schulleiter arbeitet. Das seien eben oft die einfachen Dinge. "Das Wichtigste ist nicht, was ich auf Instagram gepostet habe oder wo ich überall war. Am Ende ist es: Was hat mir gutgetan? Mit wem war ich glücklich? Mit wem will ich an so einem Tag zusammen sein?" Oder eben: Was will ich essen?

Mit dem Projekt will der Leiter den Menschen auch eine "selbstbestimmte Situation" ermöglichen. Sie sollen selbst entscheiden, ob sie zum Beispiel in ihre Heimatstadt fahren oder was sie essen wollen. Eine Sache ist Stegmann dabei besonders wichtig: "Wir fahren, keine Patienten", betont er. "Das ist unser Grundsatz. Die Gäste sollen sich nicht wie Patienten fühlen."

"Erinnerungen und bedeutsame Momente" – so funktioniert das Herzenswunsch-Hospizmobil

Zudem versuche er, den Menschen Raum für sich zu lassen. In Anjas Familie sei man sich darüber bewusst gewesen, "dass das wahrscheinlich der letzte Ausflug war", vermutet er. Zum ersten Mal im Einsatz war bei diesem Ausflug außerdem der neue Geländerollstuhl des Hospizmobils. "Damit können wir auch abseits asphaltierter Wege unterwegs sein", erklärt Stegmann gegenüber der Redaktion.

Auf Facebook schreibt das BRK zu dem Ausflug: "Es flossen auch manche Tränen. Denn dieser Tag war etwas ganz Besonderes – voller Erinnerungen und bedeutsamer Momente. Wir hoffen von Herzen, dass diese Herzenswunschfahrt Anja und ihrer Familie gutgetan hat und ihnen viele schöne Erinnerungen bleiben." Stegmann ergänzt: "Die Leute haben so einfache Wünsche. Die erfüllen wir doppelt gerne."

Auf der Website des Herzenswunsch-Hospizmobils des Bayerischen Roten Kreuzes können erkrankte Menschen ihren Wunsch einreichen. Die Erfüllung ist für sie kostenlos. Da das Projekt gänzlich spendenfinanziert und ehrenamtlich funktioniert, ist es auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Wer spenden möchte, findet auf der Website das Spendenkonto.