Zwei Tatverdächtige in einem Callcenterbetrug konnten in der vergangenen Woche in der Aschaffenburger Innenstadt festgenommen werden. Nun werden unter anderem mögliche Zusammenhänge zu weiteren Fällen geprüft.
Der Aschaffenburger Kriminalpolizei ist es am Donnerstagnachmittag (20. August 2026) gelungen, zwei Betrüger auf frischer Tat zu ertappen und festzunehmen. Die beiden waren gerade im Begriff, die Bankkarte samt PIN ihres Opfers - einer Seniorin, gegenüber der sie sich als Bankmitarbeiter ausgegeben hatten - abzuholen.
Die Kriminalpolizei Würzburg hat als Zentralstelle für das Betrugsphänomen die weiteren Ermittlungen mit der Staatsanwaltschaft übernommen.
Kriminalpolizei Aschaffenburg nimmt Tatverdächtige fest
Wie die Polizei mit Blick auf diesen Fall in einer offiziellen Mitteilung erklärt, agieren Betrüger häufig mit "Fake-Anrufen", bei denen sie sich als Mitarbeiter einer Sparkasse oder einer anderen Bank ausgeben. Die Betrüger kontaktieren ihre Opfer zunächst übers Telefon und berichten von einem angeblichen Verdacht auf eine betrügerische Abbuchung auf dem Konto des Opfers, etwa durch eine Onlinebestellung. Um die Situation zu klären, wird ein "Mitarbeiter" zur Überprüfung der EC-Karte geschickt. Dem Opfer wird in der Regel auch versichert, dass es sich um eine routinemäßige Maßnahme handelt, um Fingerabdrücke auf der Karte zu prüfen.
Am Donnerstag geriet eine Rentnerin in der Aschaffenburger Innenstadt ins Visier der Täter, die nach dem Anruf zwei Abholer an die Wohnadresse der Frau schickten. Im Rahmen der Fahndung konnten die beiden Tatverdächtigen, eine 36-jährige Deutsche und ein 38-jähriger Eritreer, vorläufig festgenommen werden. Zu einem Vermögensschaden für die Rentnerin kam es dank des Eintreffens der Polizei nicht. Die Kriminalpolizei Würzburg ermittelt inzwischen als Zentralstelle für den Phänomenbereich zu dem Betrugsgeschehen in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Aschaffenburg und prüft dabei auch mögliche Zusammenhänge zu weiteren ähnlich gelagerten Fällen.
Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft wurde die 36-jährige Tatverdächtige am Freitagnachmittag dem Ermittlungsrichter vorgeführt. Dieser erließ einen Untersuchungshaftbefehl wegen des dringenden Tatverdachts des banden- und gewerbsmäßigen Betrugs, der gegen strenge Auflagen außer Vollzug gesetzt wurde. Auch gegen den 38-jährigen Mann werden die Ermittlungen fortgesetzt.