Das Gesundheitsministerium berichtet, dass mit dem am 20. Oktober 2020 in Kraft getretenen "Gesetz zum Schutz elektronischer Patientendaten in der Telematikinfrastruktur" die Einführung des E-Rezepts bei der Verordnung von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln geregelt worden sei. Es hätte bereits eine intensive und ausgiebige bundesweite Testphase des digitalen Rezepts gegeben.

Dabei seien alle Nutzungsschritte von der Ausstellung in der Arztpraxis, der Übermittlung an die Versicherten bis hin zur Einlösung in der Apotheke und der Abrechnung mit der Krankenkasse getestet worden. Daher startet nun die Umstellung auf die Nutzung des digitalen Rezepts mit einem zeitlich und regional gestuften Verfahren, dem "Rollout".

Elektronisches Rezept: So funktioniert es

In Westfalen-Lippe (Nordrhein-Westfalen) hat am Donnerstag (01. September 2022) die schrittweise Einführung des E-Rezepts begonnen. "Endlich geht es los", sagte Thomas Müller, Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe, der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Zum Start seien rund 250 Praxen dabei. Ziel sei es, die Praxistauglichkeit des E-Rezepts jetzt auf Herz und Nieren prüfen.

Beim elektronischen Rezept bekommen gesetzlich Versicherte kein rosa Zettelchen mehr, sondern einen Code auf ihr Smartphone, mit dem sie das gewünschte Medikament von der Apotheke erhalten. Wer die dafür nötige App nicht hat oder kein Smartphone benutzt, bekommt den Code als Papierausdruck in der Arztpraxis ausgehändigt.

Ab 2023 sollen E-Rezepte außerdem mit der elektronischen Gesundheitskarte eingelöst werden können.

Hier findest du die App zum E-Rezept

Die Umstellung erfolgt zunächst regional. Bundesweit soll die Umstellung zum Jahreswechsel erfolgen. Aber bereits seit dem 1. September 2022 sind alle Apotheken in Deutschland verpflichtet, E-Rezepte anzunehmen. Dabei stehen dann drei Wege zur Verfügung:

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  • ein Ausdruck auf Papier mit Rezept-Code, der statt des Rezeptes eingereicht werden kann
  • die E-Rezept-App, die auf dem Smartphone installiert werden muss - über sie kann das Rezept an die Apotheke gesendet oder ein Medikament vorbestellt werden
  • die elektronische Gesundheitskarte: über sie kann in der Apotheke das Rezept aufgerufen werden

Die App zum E-Rezept kann im App-Store (Apple), Playstore (Android) und in der AppGallery (Huawei) heruntergeladen werden. Mit der App auf dem Smartphone können Ärzt*innen dann Medikamente digital verordnen. "Man bekommt einen speziellen Code auf seine Handy-App", erklärt Verbraucherschützerin Wolter gegenüber dem Technikmagazin Chip. Diesen Code kann man dann in der Apotheke vorzeigen. Zudem kann der Code auch übermittelt und Medikamente geliefert werden. Damit das alles klappe, müsse das Smartphone den NFC-Übertragungsstandard unterstützen und mindestens iOS 14 oder Android 7 als Betriebssystem haben. Zusätzlich sei laut Chip auch eine elektronische Gesundheitskarte mit NFC-Funktion nötig. Das sei an der sechsstelligen Zugangsnummer unter den Deutschland-Farben der Karte erkennbar.

Integration in Gesundheitskarte kommt

Zudem benötigt man die PIN-Nummer der Karte. Diese kann bei der Krankenkasse erfragt werden. Wenn diese beiden Voraussetzungen nicht erfüllt werden können, kann die App nur eingeschränkt nutzen. Um den Rezept-Code in der Arztpraxis vom Ausdruck abzuscannen, ihn in der App zu speichern und in der Apotheke auf dem Smartphone vorzuzeigen. Chip betont aber, dass auch in Versandapotheken das E-Rezept einlösbar sei.  Abgerechnet wird dann direkt zwischen Apotheke und der gesetzlichen Krankenkasse.

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Aber auch Menschen, die kein Smartphone besitzen, können über den Ausdruck Rezepte wie gewohnt erhalten. So berichtet die nationale Agentur für digitale Medizin gematik. Müller betont allerdings gegenüber der dpa: "Der Ausdruck des E-Rezepts kann nur ein Provisorium sein". "Bei der Übertragung favorisieren wir ganz klar die Gesundheitskarte. Jeder Versicherte hat sie, darum muss sie hier auch möglichst bald zum Einsatz kommen. Denn das elektronische Rezept kann seine Vorteile nur voll ausspielen, wenn es auch elektronisch übertragen wird."

Ab 2023 soll das E-Rezept mit der Gesundheitskarte funktionieren. Das läuft dann laut gemantik in drei Schritten ab: Zunächst verschreibt der Arzt oder die Ärztin ein Rezept und speichert es in der sogenannten Telematikinfrastruktur (TI). In der Apotheke steckt man dann seine Gesundheitskarte in das Kartenlesegerät. Die Apothekerin oder der Apotheker ruft dann alle offenen E-Rezepte aus der TI ab und kann so die Medikamente aushändigen. 

mit dpa

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