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Robert-Koch-Institut warnt

Hantavirus: Fallzahlen haben extrem zugenommen - vor allem in zwei Bundesländern

Der Hantavirus hat sich inzwischen über ganz Deutschland ausgebreitet. Im Jahr 2019 gibt es bisher über 1200 Fälle. Welche Symptome bei dem Mäusevirus auftreten und wie Sie sich vor einer Infektion schützen können, erfahren Sie hier.
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Das Hantavirus geht um in Deutschland: Wie das aktuelle "Epidemologische Bulletin" des Robert-Koch-Instituts zeigt, haben die Fallzahlen im Jahr 2019 extrem zugenommen: In den ersten 35 Wochen des Jahres gab es in Deutschland bereits 1221 Infektionen, während es im Vergleichszeitraum 2018 nur 124 Fälle waren. Im gesamten Jahr 2018 gab es nur 235 Ausbrüche der Krankheit. 

Die Fallzahlen sind in Deutschland sehr unterschiedlich verteilt: Besonders viele Erkrankungen gibt es in Baden-Württemberg. In Bayern waren es in den ersten 35 Kalenderwochen 240 gemeldete Fälle. 

Schlimmer noch war das Jahr 2012: Damals gab es im gesamten Jahr 2800 Infektionen mit dem Hantavirus. 

Übertragung durch getrockneten Mäusekot und Hausstaub

In Deutschland wird das Virus in erster Linie durch die Rötelmaus übertragen. Die Viren werden von den Nagern mit Speichel, Kot oder Urin ausgeschieden - selbst in getrocknetem Zustand sind die Erreger noch mehrere Tage ansteckend, teilt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Homepage mit. Jedoch kann eine Ansteckung auch über die Atemwege erfolgen, wenn die Erreger zum Beispiel durch aufgewirbelten Staub eingeatmet werden.

Welche Symptome haben die Erkrankten?

Die in Deutschland vorkommende Krankheitsform beginnt meist mit plötzlich einsetzendem Fieber, das über drei bis vier Tage hinweg anhält und wird oft von grippeähnlichen Beschwerden, wie Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen begleitet. Weitere mögliche Symptome können Rachenrötung, Husten oder Sehstörungen sowie eine Lichtempfindlichkeit der Augen sein.

Häufig kommt es nach wenigen Tagen zu ausgeprägten Bauchschmerzen mit Durchfall und Erbrechen. Zudem kann es auch kurzfristig zu einer Einschränkung der Nierenfunktion kommen. In Deutschland heilte die Krankheit bisher immer bei Betroffenen folgenlos ab und auch Todesfälle sind generell eher selten. Eine Übertragung des Virus von Mensch zu Mensch ist in Deutschland nicht zu erwarten, jedoch sind Verdachtsfälle einer Infektion zu melden.

Wichtige Tipps zum Schutz vor dem Hantavirus

Eine Impfung gegen das Hantavirus gibt es nicht, jedoch gibt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung einige Tipps zum Schutz vor den Viren:

 

  • Waschen Sie sich nach dem Aufenthalt im Freien oder in Kellern, Dachböden oder Schuppen sorgfältig die Hände
  • Bekämpfen Sie Mäuse und Ratten, insbesondere im Umfeld menschlicher Wohnbereiche, wie in Kellern, Dachböden oder Schuppen.
  • Bewahren Sie Lebensmittel sicher und fest verschlossen auf, damit keine Nagetiere angelockt werden. Gleiches gilt für Tierfutter.
  • Entsorgen Sie Abfall in verschließbaren Mülleimern und -tonnen.
  • Geben Sie Essensreste und tierische Abfälle nicht auf den Hauskompost.
  • Entsorgen Sie Nistmöglichkeiten für Nager, zum Beispiel Sperrmüll oder Abfallhaufen.
  • Vermeiden Sie den Kontakt mit den Ausscheidungen von Nagetieren, insbesondere von Mäusen

 

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