• Zu viel Eiweiß ist weniger gesund als angenommen
  • So decken Sie ihren Tagesbedarf an Proteinen
  • Sind High-Protein-Produkte gesund?
  • Ab wann wird Eiweiß gefährlich?

Die Ernährung ist der wichtigste Faktor eines gesunden Lebensstils. Auch aus diesem Grund gibt es zahllose Angebote an Nahrungsergänzungsmitteln. Vitamin C hier, Vitamin E dort. Die Liste an Anbietern ist schier endlos. Ein besonderer Trend, der sich insbesondere in den letzten Jahren immer größer werdender Beliebtheit erfreut, ist das Angebot sogenannter „High-Protein“-Produkte. Doch Kardiologen warnen vor den Protein-Bomben.

Mediziner warnen: Vorsicht mit dem Eiweiß - wie viel ist zu viel?

Ein durchschnittlicher Erwachsener mit einem Körpergewicht von rund 70 Kilogramm benötigt pro Tag etwa 56 Gramm Protein. Das erklärt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE). Als Erwachsener mit mehr als fünf Stunden Sport in der Woche klettert der Bedarf an Eiweiß auf 140 Gramm täglich.

Elisabeth Schieffer, Professorin an der Medizinischen Hochschule Hannover,  erklärt, dass zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Milchprodukte nur in stark begrenzten Mengen erforderlich seien. Spezielle Nahrungsmittel, die zusätzlich mit Protein angereichert sind, seien gar nicht notwendig, sagt sie. „Der Trend der High-Proteine Produkte ist nicht gesundheitsförderlich. Man sollte Proteinüberversorgung vermeiden, da diese die Niere dauerhaft belasten kann“, erklärte die Wissenschaftlerin. 

Das bestätigt auch Ernährungswissenschaftlerin der DGE, Antje Gahl. „Protein besteht aus verschiedenen Aminosäuren und das Abbauprodukt im Körper ist Harnstoff.“ Diesen Harnstoff müsse dann die Niere abbauen. Eine Überbelastung des Organs, welche im schlimmsten Fall zu einem dauerhaften Schaden führen kann. Aus diesem Grund empfehlen Experten auch Menschen mit Nierenkrankheiten nicht zu viel Eiweiß zu konsumieren. „Zu viel“ bedeutet: etwa zwei Gramm pro Körpergewicht. „Es konnte ein schädlicher Effekt auf die Nierenfunktion bei einer Ernährungsweise mit einer Proteinzufuhr von zwei Gramm pro Kilogramm Körpergewicht oder mehr pro Tag über einen langen Zeitraum nicht ausgeschlossen werden“, sagt Gahl gegenüber 24Vita.

Protein-Hype kommt durch Begeisterung für Low Carb Diät

Monika Bischoff, Ernährungsberaterin vom Zentrum für Ernährungsmedizin und Prävention aus München erklärt, woher der „High-Protein“-Hype überhaupt kam. Initialzündung für die vielen Produkte sei die Idee der „Low Carb Diät“ gewesen. „Das heißt, wir reduzieren Kohlenhydrate und Fette - und ersetzen das Ganze durch Proteine, also durch Eiweiße“, wird sie vom Bayerischen Rundfunk zitiert. Mit den so aufgenommenen Proteinen erhoffe man sich, dass das Abnehmen leichter werde. Nebenbei wünschen sich Konsumenten proteinreichen Produkte einen schnelleren Muskelaufbau.

Buchtipp: Die große Ernährungsbibel - Bestseller jetzt bei Amazon anschauen

Dennoch hält sie diese Überlegung für einen eklatanten Trugschluss: „Beim Abnehmen ist es wichtig, weniger Kalorien zu essen als eigentlich benötigt. Ist das tägliche Kalorienkonto voll, bringen die Proteine auch nichts mehr.“ Ganz im Gegenteil: Die überschüssigen Proteine könnten in Körperfett umgewandelt werden. Darum sei „High-Protein“ kein Schlankmacher.

Bestimmte Proteinbausteine, etwa die Aminosäuren Valin, Isoleucin und Leucin sollten laut Elisabeth Schieffer zudem nur in kleinen Mengen aufgenommen werden. Denn: Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen würden mit einem erhöhten Spiegel Insulinresistenz einhergehen. Herkömmliche Milchprodukte seien laut Schieffer absolut ausreichend, um den Tagesbedarf an Eiweiß zu decken. Die Expertin empfiehlt fermentierte Milchprodukte. Also beispielsweise wie Buttermilch, Kefir oder Naturjoghurt. Für einen gesunden Lebensstil empfiehlt die Professorin an der Medizinischen Hochschule Hannover eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse, Nüssen, Vollkornprodukten und Fisch. 

Artikel enthält Affiliate Links
*Hinweis: In der Redaktion sind wir immer auf der Suche nach nützlichen Produkten für unsere Leser. Es handelt sich bei den in diesem Artikel bereitgestellten und mit einem Einkaufswagen-Symbol beziehungsweise einem Sternchen gekennzeichneten Links um sogenannte Affiliate-Links/Werbelinks. Wenn Sie auf einen dieser Links klicken und darüber einkaufen, bekommen wir eine Provision vom Händler. Für Sie ändert sich dadurch nichts am Preis. Unsere redaktionelle Berichterstattung ist grundsätzlich unabhängig vom Bestehen oder der Höhe einer Provision.