Der Herbst steht vor der Tür und mit ihm auch die Befürchtung, dass die Infektionszahlen wieder steigen. Das Bundesarbeitsministerium plant deshalb die Rückkehr zur Homeoffice-Angebotspflicht

Laut einem Referentenentwurf, der dem ARD-Hauptstudio vorliegt, sollen Arbeitgeber wieder verpflichtet werden, Beschäftigten die Möglichkeit anzubieten, von zu Hause zu arbeiten. Die Regelung soll zum 1. Oktober in Kraft treten und bis zum 23. April 2023 gelten. Doch es soll Ausnahmen geben.

Homeoffice im Herbst: Das soll gelten

Bis März dieses Jahres waren Arbeitgeber verpflichtet, ihren Beschäftigten Homeoffice anzubieten. Nun erwarte man wieder steigende Infektionszahlen, heißt es in dem Entwurf des Bundesarbeitsministeriums. Deshalb sollen Arbeitgeber verpflichtet werden, ein Hygienekonzept mit bewährten Schutzmaßnahmen zu erstellen.

Darunter zähle unter anderem die "Verminderung betrieblicher Personenkontakte, zum Beispiel durch die Reduzierung der gleichzeitigen Nutzung von Räumen und durch das Angebot an die Beschäftigten, im Homeoffice zu arbeiten", zitiert die Tagesschau den Entwurf.

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Der Arbeitgeber soll den Beschäftigten anbieten, "geeignete Tätigkeiten in ihrer Wohnung auszuführen, wenn keine zwingenden betriebsbedingten Gründe entgegenstehen". Auch soll er es den Beschäftigten ermöglichen, sich während der Arbeitszeit gegen das Virus impfen zu lassen. Außerdem sollen zweimal pro Woche Corona-Tests angeboten werden, für alle, die in Präsenz arbeiten. Wenn Mindestabstände nicht eingehalten werden können, müssen Gesichtsmasken bereitgestellt und getragen werden, so der Entwurf.

Kritik von Arbeitgebern 

Aus Arbeitgeber-Kreisen kommt Kritik: Arbeitgeberpräsident Reiner Dulger kritisierte, dass unabhängig von der konkreten Infektionslage die gleichen Infektionsschutzmaßnahmen in den Betrieben gelten sollten wie zu Hoch-Zeiten der Pandemie. "Das ist unangemessen und nicht nachvollziehbar", sagte Dulger, gegenüber der dpa. "Es ist Zeit, die Panikecke zu verlassen und zu einer Normalität mit Corona zu kommen."

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