Bamberg
Fränkische Tradition

Zwiebeltreter: Was hinter der fränkischen Tradition steckt - und wie du die Bamberger Zwiebel am besten zubereitest

Ein Gärtner-Ritual brachte den Bamberger*innen den Spitznamen "Zwiebeltreter" ein. Aber was hat es mit dem Namen eigentlich auf sich und wie bereitet man die Zwiebeln am besten zu?

Nach coronabedingter zweijähriger Pause kann in diesem Jahr das "Zwiebeltreterfest" in Bamberg wieder stattfinden. Vom 8. bis zum 11. September 2022 wird das Fest auf der Böhmerwiese abgehalten. Als das "wahrscheinlich entspannteste Fest Bambergs mit einem Wochenende voller Musik und Spätsommerromantik" wird das Event auf der Webseite der Veranstalter*innen angekündigt. Aber was hat es mit den Zwiebeltretern eigentlich auf sich?

Dafür lohnt sich ein Blick in die Bamberger Geschichte. Die traditionelle "Bamberger Gärtnerey" hatte seit ihren Anfängen im 14. Jahrhundert ihre wirtschaftliche Entwicklung neben dem Süßholz vor allem der Zwiebel zu verdanken. Beim Export von Gemüsesamen bis nach Sachsen, Brandenburg, Niederlande, Großbritannien und nach Österreich und Ungarn waren Zwiebelsamen das Leitprodukt. Im Zuge der "Zwiebelsamenkonjunktur" des 17. Jahrhunderts wurde 1611 sogar ein "Samenschauamt", eine städtische Behörde zur Qualitätsprüfung, eingerichtet. Auch beim Verkauf von verzehrfertigem Gemüse hatte die Zwiebel eine zentrale Rolle inne. Die genaue Geschichte kann auf der Webseite der Bamberger Gärtnerstadt nachgelesen werden.

Bamberger Geschichte: Das bedeutet das "Zwiebeltreten"

Die große Bedeutung der Zwiebel ist in dem bis heute bekannten, eher spöttischen Spitznamen "Bamberger Zwiebeltreter" für die gesamte Stadtbevölkerung verankert. Bei der Produktion von Speisezwiebeln seien nämlich die Zwiebelschlotten umgetreten worden, damit die Pflanze nicht blühte, sondern eine möglichst große Zwiebel ausbildete. Ende Juli um den Margarethentag ereignete sich einst das Ritual, mit Holzbrettern an den Füßen über das Zwiebelfeld zu treten. Daran war die ganze Familie beteiligt, und das aus diesem simplen Grund: Das Zwiebelwachstum lässt sich fördern, sobald man das aus der Erde kommende Grün der Zwiebel eifrig umtritt. Heute ist dem nicht mehr so, nur noch wenige Gärtner und Gärtnerinnen treten über die Felder.

Aufgrund ihrer historischen Stellung hat die Zwiebel daher einen großen Anteil an der "starken identitätsstiftenden Wirkung der Bamberger Gartenbautradition". Das bis heute weitgehend erhaltene Gärtnerviertel bedeckte früher ein Drittel der Stadt und bildet heute ein Drittel des "Weltkulturerbes Altstadt Bamberg".

Fränkische Zwiebel-Gerichte zum Nachmachen

Nicht nur am Zwiebeltreterfest schmeckt die Kombination aus Zwiebel und Bamberger Bier. Auch in der heimischen Küche werden diese beiden Spezialitäten gerne zu einem besonderen "Schmankerl" verarbeitet. Die Bamberger Zwiebeln sind weit über die Grenzen der Domstadt bekannt. Dabei wird eine birnenförmige, milde Zwiebelsorte verwendet, die auch "lange" oder "längliche" Zwiebel genannt wird. Diese wird heute fast ausschließlich im Großraum Bamberg angebaut, wodurch die Lokalsorte ihren Spitznamen "Bamberger Zwiebel" erhielt.

Hier geht´s zum Rezept.

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