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Wo kommt mein Fleisch her? So finden Sie es online in Sekundenschnelle heraus

Die Herkunft des Fleisches aus dem Discounter oder Supermarkt ist für den Verbraucher oft schleierhaft, denn mit dem aufgedruckten Code wissen die Wenigsten etwas anzufangen. Wer diesen jedoch auf der Website des Bundesministeriums für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit eingibt, erfährt alles über die Herkunft des Fleisches.
 
Wo das Fleisch herkommt, ist einfach ermittelt - mithilfe der Website des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Foto: Free-Photos/pixabay.com.
Wo das Fleisch herkommt, ist einfach ermittelt - mithilfe der Website des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Foto: Free-Photos/pixabay.com.

Bei den meisten Lebensmitteln verrät ein Code die Herkunft - so auch beim Fleisch aus dem Discounter oder Supermarkt. Das ist Pflicht und die Hersteller müssen darüber Auskunft geben. Allerdings kann der Verbraucher allein mit diesem Code nicht viel anfangen.

Deshalb sollten Sie die Website des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit nutzen. Dort erfahren Sie in Sekundenschnelle, woher das Fleisch stammt, und erhalten außerdem noch weitere Informationen zu den Hersteller-Betrieben. 

So finden Sie die Herkunft von Fleisch heraus

Wer die Herkunft des im Supermarkt gekauften Fleisches herausfinden möchte, sollte sich an das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) wenden. Auf der Website des BVL können Sie über die Schnellsuche Bundesland, Name des Betriebes und die Zulassungsnummer eingeben. Die Zulassungsnummer befindet sich in einem Kreis auf der Verpackung und wird vom BVL als "Identitätskennzeichen" benannt. Führen Sie die Suche durch und schon bekommen Sie Auskunft über die Herkunft des Fleisches.

Das BVL liefert alle Informationen zur Lebensmittelherkunft

Auf der Website des BVL finden Sie noch sehr viel mehr Informationen als die Herkunft des im Supermarkt oder Discounter gekauften Fleisches. Auch die Herkunft von Futtermitteln, Tierarzneimitteln oder Bedarfsgegenständen lässt sich hier problemlos ermitteln.

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Die Auflistung der Lebensmittel tierischen und nicht tierischen Ursprungs ermöglicht es Ihnen, bequem mit einem Klick durch alle Betriebe zu scrollen. Beispiel: Klicken Sie in der Liste "Lebensmittel tierischen Ursprungs" auf "Fleisch von Geflügel und hasenartigen Tieren", schon werden Ihnen alle Betriebe angezeigt, die diese Tiere verarbeiten. Hier bekommen Sie dann alle Informationen, wie etwa die Zulassungsnummern der Betriebe, die Adressen oder auch die dort verarbeiteten Tierarten. 

Stammt das Fleisch aus Bio-Haltung?

Ach diese Frage ist einfach geklärt. Nutzen Sie dafür die Website von Öko-Kontrollstellen.de. Dort sind alle Betriebe verzeichnet, die sich der Öko-Landwirtschaft verschrieben haben. Geben Sie einfach den Namen des Unternehmens oder alternativ die Postleitzahl ein. 

Ebenfalls können Sie die Website von Ökolandbau.de nutzen. Dort können Sie in einer erweiterten Suche nach dem Betrieb Ihrer Wahl suchen.

Herkunftskennzeichnung nur bei unverarbeitetem Fleisch

Das BVL schreibt die Identitätskennzeichnung für Fleisch von Rind, Schwein, Geflügel, Schaf und Ziege vor. Diese Regelungen greifen allerdings in vielen Fällen gar nicht. Problematisch sind diese Punkte:

  • Nur unverarbeitetes Fleisch unterliegt der Kennzeichnungspflicht. Enthält das Produkt andere Zutaten, wie es zum Beispiel bei Streichwurst der Fall ist, ist die Pflicht hinfällig. 
  • Ebenso ist das bei unverpacktem Fleisch, das Sie etwa an der Metzger-Theke bekommen. Dort gilt die Kennzeichnungspflicht lediglich für Rindfleisch.
  • Bei Schweinefleisch und anderen Fleischarten muss das Geburtsland des Tieres nicht erwähnt werden. Bei Rindfleisch allerdings schon.
  • Enthält Hackfleisch weniger als die Hälfte Rind, muss ebenso keine genaue Herkunft der Tiere angegeben werden. Lediglich, ob sie innerhalb oder außerhalb der EU geboren, aufgewachsen und geschlachtet worden sind. 

Auf der Website der Verbraucherzentrale finden Sie umfassende Informationen zur Herkunft von Fleisch, Fisch, Eiern, Obst und Gemüse und vielem mehr.

Tierhaltungs-Standards sind gesetzlich vorgegeben 

Es gibt sowohl für konventionelles Fleisch als auch für Bio-Fleisch gesetzliche Standards. Die gesetzlichen Vorgaben für konventionelles Fleisch sind Mindestanforderungen und orientieren sich an Gesetzen zum Tierschutz und der Tierschutz-Nutztierhaltungs-Verordnung. Hilfreich für den Verbraucher ist beim Kauf das QS-Siegel. Dieses kennzeichnet die Qualitätskontrolle und  Überprüfung dieser gesetzlichen Mindestanforderungen. Heutzutage ist ein Großteil des Schweine- und Rindfleisches QS-zertifiziert. 

Auch für Fleisch aus Bio-Haltung gibt es gesetzliche Standards. Laut EU-Verordnung müssen Tiere aus einem Bio-Betrieb mehr Platz im Stall und Auslauf im Freien haben. Es gibt auch einige Siegel, die eine sogenannte extensive Tierhaltung kennzeichnen. Das bedeutet: mehr Zeit für die Aufzucht und mehr Platz im Stall. Solche Kennzeichen sind beispielsweise das Siegel von "Neuland", "Nature & Respect", "Label Rouge" und "Für mehr Tierschutz".

Vier-Stufen-System von Aldi, Lidl und Co.: Besser für die Tiere?

Mit dem sogenannten Vier-Stufen-System soll die Herkunft von Frischfleisch für den Verbraucher transparenter werden. Die großen Discounter wie Aldi, Edeka & Co. führten diese bereits 2019 ein. LIDL nutzt den "LIDL-Haltungskompass" bereits seit Februar 2018. Dabei entspricht Stufe 1 den gesetzlichen Mindestanforderungen (Stallhaltung), Stufe 2 zehn Prozent mehr Platz im Stall (Stallhaltung Plus), Stufe 3 mehr Platz und "Frischluftkontakt" (Außenklima) und Stufe 4 Auslaufmöglichkeiten ins Freie (Premium).

Die Verbraucherschützer von Foodwatch kritisieren das Vier-Stufen-System allerdings als "Mogelpackung", da absolut keine Garantie einer guten Haltung der Tiere gegeben ist. Auf dieses System sollten Sie sich als Verbraucher also nicht unbedingt verlassen.

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Tierwohl-Logo lässt auf sich warten

Das von Julia Klöckner, Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, angestoßene Tierwohl-Siegel lässt nach wie vor auf sich warten. Ziel des Logos ist es, Betriebe auszuzeichnen, die ihren Tieren gute Lebensbedingungen bieten. Bewertungskriterien sind beispielsweise der Platz im Stall, die Dauer der Säugephase oder auch der Transport zum Schlachthof. 

Das Tierwohl-Kennzeichen soll dreistufig aufgebaut sein - das Label ist leider freiwillig. Geht es nach dem Bundeslandwirtschaftsministerium, soll sich das Siegel sowohl bei den Herstellern als auch bei den Verbrauchern durchsetzen. Denn letztere sollten bereit sein, mehr für ihr Fleisch auszugeben, um eine gerechtere Nutztierhaltung zu fördern. 

Tipp: Wie Sie Hackfleisch perfekt anbraten, verraten wir Ihnen in unserem Artikel. 

Fazit

Wer genaue Angaben zur Herkunft des im Discounter oder Supermarkt gekauften Fleisches haben möchte, der gibt den Verpackungs-Code einfach auf der Website des Bundesministeriums für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit ein. Dort finden Sie umfangreiche Informationen, wie etwa die Zulassungsnummer des Betriebes oder dessen Adresse.

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