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DIY-Anleitung

Regrowing: Gemüseanbau auf der Fensterbank 

Hat sich die Langeweile durch den zweiten Corona-Lockdown bei Ihnen Zuhause auch schon breit gemacht? Dann nutzen Sie die Zeit doch für Regrowing - eine schöne Beschäftigung für Groß und Klein: Aus Gemüseresten kann man mit einfachen Mitteln wieder Neues ziehen. Der Strunk einer Lauchzwiebel oder Salatpflanze, aber auch einfach ein Stück einer Ingwer- oder Kartoffelknolle kann die Basis einer neuen Ernte werden.
 
Gemüsereste müssen nicht immer direkt entsorgt werden: Aus dem vermeintlichen Küchenabfall kann man ganz einfach neue Pflanzen züchten. Bild: RoxGauvin/ stock.adobe.com
Gemüsereste müssen nicht immer direkt entsorgt werden: Aus dem vermeintlichen Küchenabfall kann man ganz einfach neue Pflanzen züchten. Bild: RoxGauvin/ stock.adobe.com
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Der Begriff "Regrowing" kommt aus dem Englischen und bedeutet sowas wie "Nachwachsen lassen". Im Grunde kennen man das Prinzip von Regrowing aus der Stecklingsvermehrung oder vegetativen Vermehrung: aus alt wird neu.

Egal wie sehr man sich anstrengt, eine Ernährung ohne jeglichen Abfall ist nicht möglich. Am Ende bleibt immer ein Strunk oder eine Wurzel übrig, das dann leider in den Müll wandern muss. Regrowing will genau das verhindern! Indem man Obst- und Gemüseresten in Wasser stellt, anstatt es in den Müll zu werfen, schenkt man den Resten also neues Leben. Regrowing ist aber nicht nur nachhaltig, sondern auch super einfach und bringt eine Menge Spaß!

Was brauchen Sie alles für das Regrowing?

Die Einkaufsliste für Regrowing ist nicht lang und die meisten Sachen dafür haben Sie schon zu Hause.

  • Gemüsereste
  • Pflanzgefäße (Gläser oder Schalen)
  • Gemüse- oder Kräutererde 
  • Wasser

 

Ist Regrowing schwierig?

Das Prinzip von Regrowing ist nicht schwierig. Wo aber Schwierigkeiten aufkommen könnten, ist die Wahl der Gemüse- und Obstsorte. Denn nicht jede Sorte lässt sich gleich gut nachzüchten. Viele exotische Sorten brauchen die richtigen Temperaturen und Wetterbedingung, um noch ein weiteres Mal zu wachsen. Aus ihnen lassen sich aber trotzdem Zimmerpflanzen ziehen. 

Welche Obst- und Gemüsesorten kann man mit Regrowing vermehren? 

Um Klarheit zu schaffen, haben wir Ihnen mal aufgelistet, welche Gemüse und Obstsorten sich eignen und welche nicht.

Diese Sorten eignen sich besonders gut!

Ideal sind Wurzel- und Blattgemüsesorten. Sie haben, wie der Name schon sagt, entweder eine Wurzel oder einen Strunk, aus dem sie wieder neu wachsen können. Aber auch Kräuter kann man, wie bei der Stecklingsvermehrung, super heranzüchten. Geeignete Gemüse- und Kräutersorten, die besonders für Anfänger zu empfehlen sind, sind unter anderem: 

  • Lauchzwiebeln 
  • Lauch 
  • Romana-Salat
  • Staudensellerie 
  • Karotten
  • Porree
  • Minze 
  • Basilikum 
  • Petersilienwurzel

Anspruchsvolle Obst- und Gemüsesorten: 

Neben den einfachen und häufig auch Erfolg bringenden Obst- und Gemüsesorten, gibt es auch Sorten, die ein bisschen mehr Können und Fingerspitzengefühl voraussetzten. Dazu gehören unter anderem:

  • Ananas
  • Avocado
  • Mango
  • Ingwer 

Wie schon erwähnt, brauchen diese Sorten die richtigen Bedingungen, um richtig gedeihen zu können. Das ist auf unserem Breitengrad leider nur unter sehr manipulierten Bedingungen möglich. Sie mache sich aber schön als Zimmerpflanze - auch ohne Früchte!

Regrowing: Schritt für Schritt

  1.  Strunk so abschneiden, dass man mindestens 4 cm hat
  2. Den Strunk gerade in eine Schüssel oder ein Wasserglas stellen
  3. Wasser hineingießen, bis die Wurzel am Strunk bedeckt ist und der Rest noch frei ist
  4. Nach zwei bis drei Wochen ernten 

Diese Methode ist die gängigste Methode und besonders für die Wurzel- und Blattgemüsesorten geeignet. Für diejenigen, die sich an die herausfordernden Sorten heranwagen, haben wir noch eine kleine Anleitung zusammengestellt. 

Für perfekte Ergebnisse brauchen Sie auch die richtigen Pflanzschälchen!

Avocado

  1. Avocadostein entfernen und reinigen
  2. Vier Zahnstocher ringsherum in den Kern stechen
  3. Den Kern so in ein Glas Wasser stellen, dass nur die Unterseite das Wasser berührt
  4. Täglich das Wasser wechseln
  5. Nach ein paar Wochen sollten sich Wurzeln gebildet haben und der Kern kann in einen Blumentopf gepflanzt werden

Ananas

  1. Entferne Sie das Fruchtfleisch rundum den Strunk der Ananas, sodass die Blätter noch intakt sind.
  2. Lassen Sie den Strunk ein paar Tage trocknen, damit es später nicht zur Fäulnis kommt. Das können Sie auf der Heizung tun, oder an eine anderen warmen Ort. 
  3. Nach dem Trocknen stellen Sie den Strunk samt Blattschopf in ein Wasserglas, sodass nur die Wurzel im Wasser steht.
  4.  Wenn man neue Wurzeln erkennen kann, kann man die Ananas in einen Topf einpflanzen. 
  5. Ordentlich gießen und an einen warmen Ort stellen. 

Mango 

  1. Den Stein an einem luftigen und sonnigen Ort trocknen lassen
  2. Nach ein paar Wochen können Sie den Stein leicht öffnen
  3. Noch ein paar Wochen liegen lassen
  4. In einen Blumentopf pflanzen und alle zwei bis drei Tage gießen 

Der perfekte Standort 

Am besten keimen die neuen Pflänzchen an sonnigen Plätzen. Daher sind Fensterbänke der ideale Standort. Doch passen Sie auf, dass Sie eine Fensterbank nehmen, die nicht den ganzen Tag über pralle Sonne hat. Zu viel könnte den neuen Pflanzen schaden.  

Die richtige Pflege 

Wer eine höhere Erfolgsgarantie will, sollte seine Regrowing-Projekte auch dementsprechend pflegen. Besonders wichtig ist der regelmäßige Wasserwechsel. Viele empfehlen sogar den täglichen Wasserwechsel! Wer zu lange dasselbe Wasser im Glas lässt, riskiert Fäulnis. Auch ausreichen viel Licht ist überlebenswichtig für die kleinen Stecklinge. 
Nach zwei bis drei Wochen im Wasser sollten die Obst- oder Gemüsepflanzen in Töpfe umgesetzt werden. Nur so können Sie auch das gewünschte Ergebnis bringen.
Danach sollten Sie es regelmäßig gießen und umtopfen. 

Tipps & Tricks für alle Regrowing-Anfänger 

Regrowing klingt im ersten Moment vielleicht schwierig, ist es aber eigentlich nicht. Wir haben noch ein paar letzte Tipps & Tricks, die Ihnen bei Ihrem Gemüseanbau auf der Fensterbank helfen können!

  • Benutzen Sie frisches und knackiges Gemüse
  • Wechseln Sie regelmäßig das Wasser
  • Den Strunk kann man nach der Anzucht nicht mehr genießen. Dieser wird oft matschig oder hat durch das lange Wasserbad seinen Geschmack verloren
  • Pflegen Sie die Stecklinge täglich, auch wenn es nur ein paar Minuten sind

Nicht alle Obst- und Gemüsesorten lassen sich mit dieser Methode züchten. Bei vielen anderen Sorten erfolgt die Anzucht durch die Samen innerhalb (oder außerhalb) der Frucht.
Das gilt bei den folgenden Sorten: 

  • Aubergine
  • Gurke
  • Tomate
  • Paprika
  • Zucchini 

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