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Der Garten im Sommer

Es grünt so grün

Mähen, düngen, vertikutieren - ein gepflegter Rasen erfordert einiges an Arbeit
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Foto: Mariusz Blach - stock.adobe.com
Foto: Mariusz Blach - stock.adobe.com

Es brummt und surrt, wenn der Mann mit dem Rasenmäher Runde um Runde dreht, um die Halme zu seinen Füßen auf die optimale Länge zu trimmen. Frau oder Kinder können diese Arbeit natürlich genauso gut verrichten. Je nach Grundstücksgröße lohnt sich sogar die Anschaffung eines Aufsitzmähers, mit dem der Herr des Hauses über die Wiese kurvt. Es wurden aber auch schon Damen im Blaumann oder im Bikini gesichtet, die diese harte Arbeit unter der Sonne auf sich genommen haben.

Rasenmäher gibt es mit Strom oder Benzin oder ohne beides. Letzteres zählt zur sportlichsten Variante, immer schön mit Muskelkraft schieben und regelmäßig Messer wetzen ist bei diesen Mähern angesagt. Wer die Arbeit lieber delegieren will, holt sich einen Mähroboter.

Die optimale Pflege

Wie sieht aber die optimale Pflege für den Rasen aus? Das kommt ganz darauf an, welchen Rasen man will. Den gepflegten englischen Rasen, der in diversen Filmen beeindruckt? Den Zierrasen? Oder einfach eine Wiese mit bunten Blumen und damit jeder Menge Bienen- und Schmetterlingsfutter? Oder darf es ein Bolzplatz, also der Sportrasen sein? Liegt der Garten vorwiegend im Schatten? Dann ist der Schattenrasen richtig.

Wer sich einfach an einer grünen Fläche erfreuen will, sollte im Frühjahr mähen, wenn das Gras rund acht Zentimeter hoch steht. Danach - während der Vegetationsperiode - sollte alle sieben bis zehn Tage gemäht werden, am besten nicht in der prallen Sonne oder bei Nässe, das ist schlecht für den Menschen, der mäht, und auch für das Gras. Weniger als drei bis vier Zentimeter hoch sollte das Gras nicht sein und nach dem ersten Frost sollte auch nicht mehr gemäht werden.

Vertikutieren und düngen

Dem Moosteppich nach dem Winter kommt man direkt nach dem ersten Mähen nur radikal bei: mit dem Vertikutierer. Kleine Messer ritzen die Grasfläche drei bis zehn Millimeter ein und reißen die Moosflächen und das Unkraut aus. Man sollte sich bewusst sein, dass dies richtig in Arbeit ausartet, denn jede Fläche wird längs und quer beackert. Im Anschluss können Moos und Unkraut zusammengekehrt und entsorgt werden.

Wenn die Erde zu sauer ist, lohnt es sich, den Rasen zu kalken, da Moose und Unkräuter saure Böden bevorzugen. Der Kalk reguliert den ph-Wert im Boden und beugt somit neuem Befall vor. Nach dem Kalken braucht der Rasen einige Tage Ruhe. Ab mindestens zehn Grad Celsius darf gedüngt werden, danach ist Ausruhen angesagt - für den Rasen, denn der darf dann erst wieder nach zehn Tagen gekürzt werden, wenn das Gras nachgewachsen ist.

Ob der Rasen richtig rund aussieht, kommt auf den Boden an. Tonige Böden tun sich ganz schwer, ihren Besitzer mit sattem Grün zu erfreuen. Hier bietet sich Rollrasen an. Wer Löcher oder braune Stellen beseitigen will, sollte dies bei milden Temperaturen tun. Idealer Zeitpunkt für die Nachsaat sind die Monate April und Mai sowie der frühe Herbst. Beim Grassamen sollte auf Qualität und den passenden Typ geachtet werden.

Wasser marsch

Wenn es richtig heiß wird, schwitzt nicht nur der Gartenbenutzer, auch der Rasen leidet. Er sollte dann ein bis zwei Mal pro Woche ordentlich Wasser bekommen - am besten Regenwasser, das über die Dachrinne in bereitgestellte Tonnen fließen kann und dann mit dem Gießer ausgebracht wird. Früh am Morgen oder spät am Abend sollten zehn bis zwanzig Liter pro Quadratmeter ins Erdreich fließen, so können die Gräser tiefer wurzeln. Ab Juni kann man über eine zweite Rasendüngung nachdenken.

Die entspannte Alternative

Wer anstatt für den grünen Rasen zu schuften oder Pestizide auszubringen den Sommer weitgehend im Liegestuhl verbringen will, der sollte sich dem Nichtstun verschreiben und so rund alle zwei Wochen - je nach Wetter - mähen. Der Rasen wächst ohne Zutun, es siedeln sich ein paar Unkräuter an, die zudem auch noch hübsche Blüten hervorbringen, deren Nektar den Insekten als Nahrung dient. Ganz wagemutige Gartenentdecker grenzen einen Bereich des Gartens ein und lassen hier das Gras einfach wachsen und gedeihen. Im Spätsommer kann das Heu mit einer Sense niedergemacht, getrocknet und Hasenbesitzern für den Stall vermacht werden.

Anja Vorndran/red

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