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Gartensprechstunde

Frühlingserwachen: Pflanzstart im Garten

Im Frühling erwacht der Garten mit bunten Blumen aus dem Winterschlaf. Doch auch eine ganze Reihe von Ziergehölzen und Stauden haben Ihren großen Auftritt im Frühling. Heidi Böhaker von der Gartenbaumschule Preller kennt sich aus mit den "Großen" aus dem Garten und weiß genau worauf es jetzt ankommt.
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Im Frühling brauchen viele Pflanzen einen Rückschnitt. Heidi Böhaker von der Gartenbaumschule Preller erklärt worauf es jetzt ankommt. Bild: An liang/ stock.adobe.com
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Im Frühling erwacht der Garten mit bunten Blumen aus dem Winterschlaf. Doch auch eine ganze Reihe von Ziergehölzen und Stauden haben Ihren großen
Auftritt im Frühling. Da uns immer wieder viele Fragen zu Sträucher, Obst- und anderen Gehölzen erreichen gibt Gartenexpertin Heidi Böhaker von der Gartenbaumschule Preller heute Pflegetipps für die "Großen" im Garten. 

Frühjahrsblühende Stauden und Ziergehölze

In der Baumschule Preller findet man jede Menge frühjahrblühende Stauden und Ziergehölze. Hunderte von Pflanzenarten warten auf dem Baumschulgelände auf ihren Einsatz. Ein wichtiges Thema bei Frühjahrsblühern ist reiche Nahrung für die Bienen. Für Heidi Böhaker ist bienenfreundliches Gärtnern schon immer ein Thema. Sie engagiert sich im Projekt beedabei, dass sich gezielt für mehr Bienenfutter in urbanen Lebensräumen einsetzt, und achtet mit ihren Mitarbeitern auch beim Verkauf darauf, dass auch die Bienen etwas von den blühenden Gärten und Balkonen haben. 

Die Zaubernuss, blühende Weiden (Palmkätzchen), Kornelkirschen, Forsythien und die Blutjohannisbeere sind besonders gut geeignet, wenn man schon früh im Jahr blühendes im Garten genießen möchte. Wer es gerne duftend mag pflanzt denOster-Schneeball. Er verströmt einen angenehmen Vanilleduft und macht mit seinen weißen, ballförmigen Blütenständen seinem Namen alle Ehre. Pflanzt man den Zierstrauch an einen geschützten Standort, behält er das ganze Jahr über seine dunkelgrünen Blätter. Von März bis Mai werden es dann immer mehr Pflanzen, die zu blühen beginnen. Bei Heidi Böhaker sind dann auch Rhododendren, Rosen und Sommerflor sehr beliebt.
Heidi Böhaker empfiehlt Zwiebelblumen und Stauden zu kombinieren, denn so erhält man wunderschöne Frühlings-Arrangements. Auch hier ist die Auswahl groß.  Auf jeden Fall zum Frühling gehört das Vergissmeinnicht. Mit seinen zarten Blüten ist es ein schöner Begleiter zu Tulpen. Einmal im Garten angesiedelt sät es sich meist selbst aus. Polsterstauden wie das Blaukissen und viele andere Steingartenpflanzen haben jetzt Ihren Höhepunkt.

Pflanzzeit

Die Frühlingsmonate sind vor allem für Wurzelware, wie empfindlichere Sträucher, Stauden und Gehölze die ideale Pflanzzeit. Jetzt ist ausreichend Feuchtigkeit vorhanden und bei den milden Temperaturen des Frühlings wurzeln die Pflanzen gut ein. Wie in den Herbstmonaten können jetzt noch „wurzelnackte“ Bäume, Sträucher und Rosen gepflanzt werden. Topfware hingegen, also Pflanzen die im Topf gezogen sind und einen Wurzelballen mit Erde haben, können auch noch in den Sommermonaten gepflanzt werden. Dazu gehören Beispielweise Heckenpflanzen oder Kugelbäume. Aber Vorsicht: Das gilt nur bis etwa Juni. Im Hochsommer ist es zu trocken und die Pflanzen haben es dann schwer richtig einzuwachsen. 

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Rückschnitt Beerensträucher

Ein großes Thema ist der Schnitt von Beerensträuchern. Ohne Schnitt lässt er Ertrag und die Qualität der Früchte nach, Krankheiten können sich ausbreiten. Während die Beerensträucher noch relativ einfach zu schneiden sind, ist das Erziehen und Schneiden von Obstbäumen schon eine kniffligere Sache. In der Gartenbaumschule Preller gibt es zu jeder Pflanzengruppe hilfreiches Infomaterial zum Schnitt, aber auch einen Rückschnittservice.
Generell gilt: Nur aufrechte und kräftige und gleichmäßig über den ganzen Stock verteilte Jungruten stehen lassen. Schwache oder flache Ruten entfernen. Ebenso Äste deren Fruchtqualität stark nachgelassen hat. Möglichst nah am Stock einkürzen. das fördert den Austrieb und somit auch den Ertrag.

Ziergehölze werden nur bei Bedarf zurück geschnitten und ausgelichtet. Am besten entfernt man auch hier nur ältere Zweige ganz unten an der Basis des Strauchs. 
Doch Vorsicht - im Frühling blühende Sträucher, wie z. B. Forsythien, Spieren oder Hortensien, dürfen nicht zurück geschnitten werden, da man sonst die Zweige mit den Blüten wegschneiden würde. Diese Sträucher bilden ihre Blüten bereits im Vorjahr am „alten“ Holz.

Rosenpflege

Rosen dagegen müssen jährlich zurückgeschnitten werden, da sie nur am „neuen“ Holz (in diesem Jahr gewachsenen Holz) blühen. 
Profitipp von Heidi Böhaker: Rosen erst schneiden, wenn Forsythien blühen.
Nach dem ersten Blütenflor können Edel-, Beet- und Zwergrosen bis unter die Einzelblüte bzw. den Blütenstand zurückgeschnitten werden. Eine frühzeitige, Kräfte zehrende Hagebutten-Bildung wird vermieden und ein Sommerschnitt stimuliert den Neutrieb wie die aus dem Nest gestohlenen Eier ein neues Gelege.
Wichtig ist die Schnitttiefe: Man schneidet nur bis zum ersten vollausgebildeten Laubblatt (bei den meisten Sorten etwa Handbreit). Je mehr chlorophyllhaltiges, triebförderndes Blattwerk übrig bleibt, umso besser kann die Rose „atmen“ und flott nachtreiben.
Damit nicht alle Pflanzen auf einmal blühen, wird ein Teil der Jungtriebe etwa zwei bis drei Wochen (Ende Mai bis Mitte Juni) vor der Hauptblüte pinziert, d.h. ein Teil der heranwachsenden Triebe wird eingekürzt (Handbreit). Bis zur neuen Blütenausbildung dauert es etwa sechs Wochen. Werden alle Triebe entspitzt, lässt sich der gesamte Blütenflor verschieben. Nach dem 1. September wird der Sommerschnitt eingestellt. Die Rose kommt zur Ruhe, was der Holzreife und Hagebutten-Ernte dienlich ist.

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Säulenobst und Obstbäume

Heidi Böhakers Motto für den Rückschnitt von Obstbäumen ist: "Durch den Obstbaum muss ein Hut fliegen können". Das heißt, dass man nicht zimperlich sein soll. Der Baum braucht Luft. Den Apfelbaum im Frühling zurückzuschneiden hat den Vorteil, dass es den Baum schont, da sich noch keine jungen Knospen gebildet haben. Außerdem regt man den Baum so an, an den Schnittstellen neue Triebe zu bilden. Frische Schnittwunden sind aufgrund der Witterung jetzt weniger anfällig für Schädlinge oder Pilze. Die Wunden können schneller verheilen. Da das Wetter von Jahr zu Jahr unterschiedlich ist, sollte man darauf achten, dass die Temperaturen vor allem nachts nicht zu tief sind. Das Holz ist bei starkem Frost zu brüchig und der Baum könnte beim Rückschnitt Schaden nehmen.

Säulenäpfel brauchen in der Regel keinen Schnitt, da sie aufgrund ihrer Erbanlagen von Natur aus streng säulenförmig wachsen. Dennoch können vereinzelt längere Seitentriebe entstehen, die direkt am Stamm entfernt werden sollten. Lassen Sie keine Aststummeln stehen, denn aus ihenen entwickeln sich neue Seitentriebe. 
Die Säulenbirne bildet im Gegensatz zum Säulenapfel mehr und längere Seitentriebe und benötigt deshalb einen Rückschnitt. Die Seitentriebe sollten während des Sommers, am besten in der 2. Junihälfte auf 10 bis 15 cm Länge eingekürzt werden. Dies bremst das Wachstum und fördert den Ansatz neuer Blütenknospen. 
Säulenkirschen, Säulempflaumen, Säulenaprikosen und Säulenpfirsich benötigen ebenfalls einen Sommerschnitt. Wer sich nicht sicher ist wie er vorgehen soll, oder weitere Fragen zum Schnitt hat, kann sich gern an die Gartenbaumschule Preller wenden. 

Lieferungen, Pflanzungen, Baumschnitt und Gartenpflege trotz Corona

Der Frühling lässt sich vom Corona Virus nicht aufhalten. Der Endverkauf in der Gartenbaumschule musste zwar vorerst schließen, aber ab sofort wird ein Lieferservice angeboten. Bestellen kann man ganz einfach per Telefon, Mail oder per Fax. Die Bestellung wird dann zum ausgemachten Termin nach Hause geliefert, und per Rechnung oder Bar im Briefumschlag bezahl. Eventuell entstehen Lieferkosten ( bitte telefonisch klären). Die Lieferung erfolgt im geforderten Abstand und kontaktlos. Auch Gartenarbeiten wie Pflanzungen, Baumschnitt und Pflege sind möglich, allerdings ohne persönlichen Kontakt. Auftrag und Arbeiten müssen telefonisch geklärt werden. 

Heidi Böhaker von der  Gartenbaumschule Preller . Für Heidi Böhaker war schon in ihrer Jugend klar, dass sie den elterlichen Betrieb übernehmen wollte. Als Tüpfelchen auf dem i kam Mitte der 1960er Jahre Ehemann Peter mit in die Baumschule, der Gärtnermeister mit Fachrichtung Baumschule ist. Hunderte von Pflanzenarten warten auf dem Baumschulgelände auf ihren Einsatz.