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Spiele-Rezension

Spiele-Test "Tobago": Schon jetzt ein Klassiker - mit der Familie zur Schatzsuche auf die Insel

Schatzjagden als Brettspielthema gehen immer, behaupten zumindest einige Spielexperten. Ob das auch für das Familienspiel Tobago aus dem Hause Zoch zutrifft, soll unser Test zeigen.
Spiele-Test "Tobago": abenteuerliche Schatzsuche für die Familie
Tobago von Zoch begeistert durch sein interessantes Spielprinzip. Foto: Stefan Lutter/inFranken.de
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  • Tobago: Rezension des opulenten Familienspiels
  • So spielt sich die abenteuerliche Schatzsuche auf einer einsamen Insel
  • Infos, Bewertung und Fazit

Indiana Jones lässt grüßen: Bei Tobago geht es auf Schatzsuche auf einer einsamen Insel. Wie unterhaltsam ist die abenteuerliche Schnitzeljagd mit dem Jeep zwischen eindrucksvollen Steinfiguren, Holzpalmen und Hütten? 

Wie spielt sich Tobago?

Wenn der Spielplan zusammen gepuzzelt, die Palmen, Hütten und vor allem die hervorragenden Steinfiguren platziert sind, geht’s los. Jede*r nimmt sich einen Jeep und erhält vier Hinweiskarten auf die Hand, damit beginnt die Schatzsuche. 

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Eine schöne Idee ist der modulare Spielplan, der aus drei beidseitig bedruckten Teilen sowie aus drei „Klammern“ besteht, die variabel zusammengesetzt werden können. Damit ergeben sich laut Spielbeschreibung 32 unterschiedliche Spielfelder, also Inseln mit den verschieden angeordneten Geländetypen Strand, Dschungel, Flüsse, Buschland, Seen und Gebirge. Jede Geländeart gibt es mehrmals, aber ein Gebiet ist immer offensichtlich das größte seiner Art auf dem Spielplan. Das ist wichtig, da Hinweise sich oft auf den größten See oder den größten Strand etc. beziehen.

Auf dem Tisch liegen neben dem Spielplan unabhängig von der Teilnehmerzahl die schwarzen, weißen, grauen, und braunen Markierungssteine jeweils auf einem Haufen. Wer am Zug ist, hat zwei Möglichkeiten zur Auswahl. Entweder er/sie legt eine seiner Handkarten an einem dieser Steinhaufen an, markiert ihn mit einer Windrose in seiner Farbe und verteilt die Markierungssteine entsprechend der Hinweiskarte auf dem Spielfeld oder er entfernt sie.

Hinweissteine zum Schatz möglichst clever entfernen

Lautet der Hinweis beispielsweise, dass der Schatz am Strand liegt, werden alle Strandfelder mit einem Stein der jeweiligen Pfad-Farbe markiert. Lautet der nächste Hinweis, der Schatz liegt neben einer Hütte, kommen alle Hinweissteine weg, die zwar am Strand, aber nicht neben einer Hütte platziert sind. Und so verschwinden im Laufe des Spiels immer mehr der Markierungssteine, bis nur noch einer auf einem Feld liegt. Hier ist der Schatz vergraben, und jetzt heißt es, schnell mit dem Jeep dorthin fahren und das Gold heben. 

Den Jeep bewegen ist die zweite mögliche Aktion der/s aktiven Spielers*in bei Tobago. Dabei dürfen mit dem Geländewagen bis zu drei beliebige Teilstrecken zurückgelegt werden. Als Teilstrecke zählt dabei die Fahrt des Geländewagens beliebig weit innerhalb eines Gebiets und der Wechsel von einem Feld einer Gebietsart auf ein benachbartes Feld eines anderen Gebiets. Zieht man während der Bewegung über ein Feld mit einem Amulett darin und sammelt es ein, zählt das ebenfalls als eine Teilstrecke. Der Jeep kann auf Seen, aber nicht auf dem Meer fahren. 

Hat ein Spieler eine Hinweiskarte ausgespielt oder seinen Geländewagen bis zu drei Teilstrecken weit bewegt, dann ist der nächste Spieler im Uhrzeigersinn an der Reihe.
Gold gibt es nicht nur für das Heben des Schatzes, sondern auch für jeden, der erfolgreich Hinweise zur Suche beigesteuert hat. 

Zocken um das begehrte Gold

Nach der erfolgreichen Bergung des Schatzes nimmt sich jeder so viele Goldkarten vom Stapel, wie er Hinweise in dem zugehörigen Schatz-Pfad (erkennbar an den farbigen Windrosen) platziert hat. Diese Goldkarten werden mit einer zusätzlichen Goldkarte gemischt und dann an die erfolgreichen Schatzsucher verteilt. Jetzt kommen die Zocker zum Zug. Sie dürfen sich abwechselnd entscheiden, ob sie eine Goldkarte nehmen wollen, oder lieber auf die nächste warten.

Denn die Goldkarten sind unterschiedlich wertvoll. Dabei können sie Pech haben, denn im Goldkartenstapel befinden sich auch Fluchkarten. Wird eine von diesen aufgedeckt, ist das restliche Gold verloren. Wer sich mit einem Amulett schützen kann, hat Glück, ansonsten muss er auch noch seine kostbarste Goldkarte aus seinem Bestand zurückgeben. 

Eine Frage ist noch offen: Woher stammt das Schutz-Amulett? Ist ein Schatz gehoben, kommen die mystischen Steinfiguren ins Spiel. Sie drehen sich um 60 Grad, und dort, wo ihr Blick hinfällt, wird am Ufer ein Amulett platziert. Amulette kann man mit den Geländewagen einsammeln. Sie bringen eine Zusatzaktion, so kann man entweder die komplette Kartenhand ablegen und neue Karten nachziehen, eine weitere Hinweiskarte platzieren, einen Hinweismarker entfernen, mit dem Jeep fahren oder sich vor einem Fluch schützen. Tobago gewinnt, wer zuletzt das meiste Gold besitzt.

Info und Fazit

Die Schatzsuche spielt sich am besten mit drei bis vier Spielern. Kinder ab zehn Jahren können jederzeit mitspielen und begreifen den Ablauf problemlos, denn die Regeln funktionieren prima, wenngleich die Spielanleitung nicht optimal formuliert ist. Eine Einführungsrunde, um das Spiel und seine Mechanismen kennenzulernen, sollte man unbedingt einplanen. Wem das Spiel mit Flüchen zu aggressiv ist, der/die kann jederzeit die Fluchkarten aussortieren. Für das originelle Suchspiel ist einiges an Strategie nötig. Die zufällige Ausgabe der Hinweiskarten und das Zocken um die unterschiedlich wertvollen Goldkarten bringen eine gute Portion Glück ins Spiel - was bei dem einen oder anderen Spiele-Experten nicht so gut ankommen dürfte.

Tobago, für das es auch eine Vulkan-Erweiterung (Tobago: Vulcano*) gibt, darf man getrost als modernen Familienspiel-Klassiker bezeichnen. Die erste Version erschien 2009, beim derzeit erhältlichen Spiel handelt es sich um eine aktualisierte Neuauflage. Abenteuer-Thema, tolles Material, hoher Wiederspielreiz, originelles Spielprinzip - die Insel-Schatzsuche sollte in keinem gut sortierten Familienspiel-Regal fehlen.

  • Infos zu Tobago im Überblick:
    • Spieleranzahl: 2 bis 4 
    • Altersempfehlung: ab 10 
    • Dauer: 60 Minuten
    • Verlag: Zoch
    • Autor: Bruce Allen
  • Pro: 
    • Prächtige Steinfiguren ein Hingucker
    • Interessantes Spielprinzip
    • Durchgehend spannend 
  • Contra:
    • Hoher Glückfaktor
    • Anleitung nicht immer verständlich
  • Redaktionswertung: 9 von 10 Punkten

Fazit: Steinfiguren, die an die Osterinseln erinnern, Palmen, Jeeps und eine farbenfrohe Landkarte: Die Aufmachung des Spiels Tobago ist eine Wucht. Doch Tobago bietet nicht nur ein eindrucksvolles Spielmaterial, sondern abwechslungsreiche Schatzsuchen mit einem originellen Spielprinzip, sodass auch nach mehreren Partien der Wiederspielreiz ungebrochen ist.  Hut ab für dieses schöne Familienspiel, Zoch. Und gleich wieder auf den Kopf damit - und los geht’s zur Goldsuche auf den Spuren von Indiana Jones.

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Transparenzhinweis: Für das Testen des Spiels hat uns der Verlag ein Rezensionsexemplar ohne weitere Auflagen zur Verfügung gestellt.

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