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Spiele-Rezension

Spiele-Test "Scout": Kartenkombi-Jagd im kleinsten Zirkus der Welt

Bei „Scout“ versuchen Zirkusdirektoren, durch neue Artisten (Karten) ihr Publikum mit besseren Shows (Kartenkombinationen) zu begeistern als ihre Konkurrenten. Wir haben die Karten gemischt und getestet, ob „Scout“ tatsächlich etwas Neues auf den Spieltisch bringt. Lasst uns die Show beginnen.
Spiele-Test "Scout": ein Kartenspiel als Spiel-des-Jahres-Kandidat
Das kleine Kartenspiel Scout stand als eines von drei Spielen auf der Nominierungsliste zum Spiel des Jahres 2022. Foto: Stefan Lutter/inFranken.de
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  • Scout: Rezension des Kartenspiels - nominiert als Spiel des Jahres 2022
  • So spielt sich das originelle Zahlen kombinieren
  • Infos, Bewertung und Fazit

Das Kartenspiel "Scout" hat viele Vorschusslorbeeren bekommen - die dann mit einer Nominierung zum Spiel des Jahres 2022 gipfelten. Entsprechend gespannt waren wir auf das aus Japan stammende schnelle Kartenspiel in der Oink-Games-typischen Mini-Box und reduzierter Aufmachung. Wir haben getestet, wie es ist, als Zirkusdirektor die Artisten für die beste Show zu scouten

Wie spielt sich „Scout“?

Bei "Scout" handelt es sich grundsätzlich um ein Kartenablegespiel, bei denen man versucht, seine Handkarten so schnell wie möglich auszuspielen. Anfangs werden alle Karten verteilt, und jeder Mitspielende nimmt seine auf die Hand, darf deren Reihenfolge jedoch nicht verändern und sie später auch nur in dieser vorgegebenen Reihenfolge auslegen. Die einzige Möglichkeit, die er/sie anfangs hat, ist es, die Kartenhand komplett zu drehen. Ja, richtig gelesen: Bei "Scout" sind die Karten zweigeteilt. Haben sie auf der oberen Hälfte den Wert 7, können sie auf der unteren Hälfte beispielsweise den Wert 3 aufweisen.

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Dieses Spielprinzip, dass die Karten oben und unten verschiedene Zahlenwerte haben, ist schon sehr außergewöhnlich. Wer am Zug ist, darf nur eine Aktion ausführen: entweder eine ausliegende Karte nehmen (Scout, dreimal pro Runde möglich) oder eine Kartenkombination auslegen (Show). Es gibt so viele Runden, wie Spieler*innen teilnehmen.

Kann man keine Kartenkombi auslegen, deren Wert höher als die bereits ausliegende Kombination ist, darf man eine Karte vom Tisch aufnehmen und sie in der eigenen Kartenhand dort platzieren, wo sie am besten passt, und zwar auch gedreht. Dieser Zug ist der Clou des Spiels, da bis zu diesem Moment an der Reihenfolge der Karten nicht gerüttelt werden durfte. Denn nun ergibt sich oft die Möglichkeit einer „Show“. Diese „Show“ ist erfolgreicher, je mehr Artisten (Karten) mitmachen.  Dazu gibt es noch einen wertvollen Chip, der es erlaubt, einmal pro Spiel Scout und Show in einem Zug hintereinander zu veranstalten. 

Nicht nur Ziehglück im Zirkus 

Das Zirkusthema ist bei Scout nur dezent vorhanden. Die Namen der Artisten auf den Karten und deren Metier, das war’s schon bei der Gestaltung. Wir finden, dass es für den Spielablauf die richtige Entscheidung war, auf zu viele ablenkende Elemente und Illustrationen zu verzichten, sondern auf gut lesbare Zahlen und eindeutige Farben zu setzen.

„Scout“ ist ein originelles, kurzes Spiel für zwischendurch, bei dem nicht allein das Ziehglück, sondern auch Taktik zum Sieg verhelfen. Hat man die Regeln verinnerlicht, macht es viel Spaß, auf Kartenkombinationen hinzuarbeiten.

Die möglichen Spielzüge sind in der Anleitung gut mit Beispielen erklärt, und der ungewöhnliche Spielablauf wird dadurch gut verständlich, dennoch ist eine Proberunde zu empfehlen. Aufpassen muss man bei neuen Mitspielern auf jeden Fall, dass diese nicht (unabsichtlich) ihre Karten sortieren, weil sie es einfach so gewöhnt sind. Die Variante für zwei Spieler funktioniert gut, am besten spielt sich der Kartenzirkus aber zu viert.

Infos und Fazit

Wenn Kinder ohne Erwachsene spielen wollen, ist Scout unserer Erfahrung nach erst ab 12 Jahren geeignet. Für Familien mit jüngeren Kindern ist es nicht unbedingt geeignet, da aufgrund der taktischen Möglichkeiten Kinder vermutlich wenig Chancen haben.

  • Infos zu „Scout“ im Überblick
    • Spieleranzahl: 2 bis 5
    • Altersempfehlung: ab 12 (Verlagsangabe ab 9)
    • Dauer: 20 Minuten 
    • Verlag: Oink games
    • Autor: Kei Kajino
  • Pro: 
    • Originelles, neues Spielprinzip
    • Kurzweilig und flott
    • Gut zum Mitnehmen und für zwischendurch
  • Contra:
    • Thema kommt nicht zum Tragen
  • Redaktionswertung:  9 von 10 Punkten

Fazit: Wer einen guten Mix aus Taktik und Kartenglück sucht, ist hier richtig. „Scout“ bringt ein originelles und spaßiges Spielprinzip auf den Tisch, das hervorragend funktioniert und das durch hochwertige Interaktion mit den Gegnern überzeugt. Es ist tolles Spiel, das auch zu zweit Spaß macht.

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Transparenzhinweis: Für das Testen des Spiels hat uns der Verlag ein Rezensionsexemplar ohne weitere Auflagen zur Verfügung gestellt.

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