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Kurzzeit-Pflege: Für wen ist das sinnvoll, was kostet es - und wie bekommt man sie?

Eine Kurzzeitpflege kann dann notwendig werden, wenn eine pflegebedürftige Person kurzzeitig einer vollstationären Pflege bedarf. Was musst du dazu wissen?
Pflegebedürftige Personen ab dem Pflegegrad 2 haben Anspruch auf eine Kurzzeitpflege.
Pflegebedürftige Personen ab dem Pflegegrad 2 haben Anspruch auf eine Kurzzeitpflege. Foto: CC0 / Pixabay / sabinevanerp
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  • Kosten für eine Kurzzeitpflege
  • Anspruch auf die Pflegeform
  • Dann kann sie sinnvoll sein
  • Formulare
  • Fazit

Es kann immer mal passieren, dass ein*e Pflegebedürftige*r vorübergehend nicht zu Hause betreut werden kann. Für diese Ausnahmesituation gibt es die Möglichkeit, eine Kurzzeitpflege in Anspruch zu nehmen.

Kurzzeitpflege: Definition und Kosten

Es gibt die Möglichkeit, eine pflegebedürftige Person für einen begrenzten Zeitraum in einer stationären Pflegeeinrichtung unterzubringen. In dem Falle spricht man von einer Kurzzeitpflege. Dafür muss im Voraus ein Antrag bei der Pflegekasse gestellt werden. Am besten informierst du dich bereits im Voraus bei der Krankenkasse, welche Einrichtungen infrage kommen könnten und wie hoch die Kosten in etwa sind. Von der Pflegekasse werden für einen Zeitraum von bis zu 8 Wochen im Jahr Kosten in einer Höhe bis zu 1.774 Euro übernommen. Der Anspruch gilt jedes Jahr wieder neu und ist unabhängig vom Pflegegrad.

Während der Kurzzeitpflege entstehen neben der Pflegekosten weitere Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Investitionen. Grundsätzlich müssen diese Kosten selbst getragen werden. Du kannst sie aber auch bei der Pflegekasse einreichen, wo sie unter bestimmten Voraussetzungen ganz oder teilweise erstattet werden. Je Kalenderjahr wird auch während der Kurzzeitpflege bis zu acht Wochen lang die Hälfte des bisher bezogenen Pflegegeldes weitergezahlt.

Seit dem 1. Januar 2017 hat jede*r Pflegebedürftige zudem einen Anspruch auf einen sogenannten Entlastungsbetrag in Höhe von 125 Euro. Der monatliche Betrag muss nicht sofort genutzt werden, sondern kann angespart werden und beispielsweise für die Unterkunfts- oder Verpflegungskosten bei der Kurzzeitpflege eingesetzt werden.

Anspruch auf Kurzzeitpflege und die Beantragung

Befindest du dich im Pflegegrad 1, hast du keinen Anspruch auf eine Kurzzeitpflege. Er gilt von Pflegegrad 2 bis 5. Dennoch hast du die Möglichkeit, eine Kurzzeitpflege beispielsweise durch den Entlastungsbeitrag zu finanzieren. Ein Krankenhausaufenthalt kann laut §38c des SGB beispielsweise eine Situation sein, bei der die Kosten für eine Kurzzeitpflege trotz fehlender Bedürftigkeit übernommen werden würden. Bei solchen Ausnahmesituationen ist es wichtig, sich mit der Krankenversicherung in Verbindung zu setzen.

Insbesondere dann, wenn es zu einer Krisensituation bei der häuslichen Pflege kommt oder wenn es um den Übergang zu einem Krankenhausaufenthalt geht, kann eine Kurzzeitpflege sinnvoll und notwendig sein. Weiter könnte die Pflegeform notwendig sein, weil die pflegende Person aufgrund von Urlaub oder Krankheit temporär verhindert ist.

Wenn du selbst einen Antrag stellen möchtest, findest du hier eine Vorlage für einen Antrag. Entsprechend kannst du hier ein Formular finden, welches du als Bevollmächtigte*r der pflegebedürftigen Person zur Beantragung der Kurzzeitpflege nutzen kannst.

Fazit

Kann im Zuge der häuslichen Pflege die pflegende Person ihre Aufgaben vorübergehend nicht erfüllen, kann die Kurzzeitpflege eine sinnvolle Möglichkeit sein.

Ein Großteil der Kosten wird von der Pflegekasse übernommen, sofern du einen Pflegegrad von 2 bis 5 hast. Zudem kannst du den monatlichen Entlastungsbeitrag zur Finanzierung der Kurzzeitpflege nutzen.