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Geländewagen und SUV

Es muss nicht immer Diesel sein

Für Geländewagen und SUV stehen auch alternative Antriebsarten zur Wahl
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scharfsinn86/stock.adobe.com
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Geländewagen und SUV sind seit Jahren der Verkaufsschlager in deutschen Autohäusern. Nahezu 40 Prozent aller Autokäufer griffen im vergangenen Jahr zu einem Fahrzeug dieser Kategorien. Neben ihrer Größe bemängeln Kritiker gerne den unzeitgemäß hohen Spritverbrauch von SUV und Geländewagen und den damit einhergehenden Schadstoffausstoß. Die Hersteller haben darauf reagiert und bieten die Fahrzeuge mittlerweile auch mit alternativen Antrieben an.

Die klassischen Verbrenner

Für große SUV ist ein sparsamer Dieselmotor sicher keine schlechte Wahl, zumal bei aktuellen Modellen der Euronorm 6d-TEMP nach den Messungen des ADAC auch die Abgaswerte im grünen Bereich, sprich deutlich unter den Grenzwerten liegen. Bei kleineren Modellen kann ein Turbobenziner eine gute Alternative sein, da auch hier das Drehmoment passt und sich der Verbrauch im Rahmen hält.

Die Alternative: Elektro

Die Auswahl an alternativen Antrieben wird stetig größer, nicht nur bei teuren SUV. Neben Erdgas-Versionen sind auch alltagstaugliche Elektroautos schon mit guten Reichweiten von 300 bis 400 Kilometern gesegnet. Entscheidend für die Reichweite ist die Batteriegröße, allerdings muss man zum Laden an der Haushaltssteckdose Zeit mitbringen: Bis zu 18 Stunden vergehen, bis der Akku wieder zu 100 Prozent voll ist. An einer leistungsstarken Wallbox geht der Ladevorgang wesentlich schneller.

Hybrid und Plug-in-Hybrid

Wer der reinen Elektromobilität noch nicht traut, kommt vielleicht mit einem Plug-in-Hybrid gut klar. Rund 50 bis 70 Kilometer fährt man mit ihm rein elektrisch, bevor sich der Benziner zuschaltet. Die Hersteller werben mit sehr niedrigen Schadstoffwerten, die meist aber nur erreicht werden, wenn der Akku immer voll geladen ist. Zudem ist ein sanfter Umgang mit dem Gaspedal gefragt, denn beim Kickdown schaltet sich - auch im elektrischen Fahrmodus - der Verbrenner hinzu. Und Geschwindigkeiten über 120 Kilometer pro Stunde lassen sich auch nur im Zusammenspiel aus E-Maschine und Benziner bewältigen. Die Energierückgewinnung erfolgt über den Motorbremseffekt. Ist die Batterie leer, vergehen beim Laden an einer normalen Steckdose knapp vier Stunden bis zur 100-Prozent-Anzeige. Aber mit durchschnittlich 60 Kilometer elektrischer Reichweite eignen sich Plug-in-SUV gut für Nutzer, die einen überschaubaren Weg zur Arbeit haben und am besten auch zu Hause laden können.

Wer zu Hause keine Lademöglichkeit hat, aber trotzdem sparsam unterwegs sein will, für den bietet sich ein reiner Hybrid an. Er bietet meist dieselben Leistungsdaten wie die Plug-in-Versionen, muss aber nicht separat per Stecker geladen werden und bietet darum auch keine echte elektrische Reichweite. Da der E-Motor den Benziner im Alltag aber beim Anfahren und Beschleunigen unterstützt und der Antrieb zum Beispiel im Stadtverkehr auch oft abgeschaltet wird, punktet der Hybrid trotzdem mit einem niedrigen Normverbrauch. Und dank kleinerer Batterie verfügt er über das größere Kofferraumvolumen als seine Plug-in-Kameraden. Ein reiner Hybrid zeigt seine Vorteile vornehmlich im Stadtverkehr und auf der Landstraße.

Wasserstoff-Modelle

Das Angebot an Wasserstoff-SUV ist noch recht überschaubar, aber die Technik hat zumindest inzwischen Serienreife erreicht. Getankt wird in nur wenigen Minuten an speziellen Wasserstoff-Tankstellen. Davon gibt es aber derzeit in ganz Deutschland nur circa 80, und die befinden sich in und um die großen Metropolen.

Fast jedes Wasserstoff-Auto fährt mit einer Brennstoffzelle. Brennstoffzellensysteme sind Energiewandler. Im Gegensatz zum Verbrennungsmotor, der auf einem thermodynamischen Prinzip basiert, also Wärme in Bewegung umsetzt, wandelt die Brennstoffzelle den Kraftstoff Wasserstoff direkt in elektrische Energie um, mit der dann ein Elektromotor betrieben werden kann.

Alle Brennstoffzellen-Fahrzeuge sind somit Elektrofahrzeuge - und höchst effizient: Sie weisen weit weniger Energieverluste auf als konventionelle Motoren und haben heute schon einen doppelt so hohen Wirkungsgrad wie Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Ein Brennstoffzellenfahrzeug, das mit Wasserstoff betrieben wird, fährt außerdem lokal emissionsfrei, denn durch die kontrollierte Reaktion von Wasserstoff und Sauerstoff entstehen außer Strom lediglich Wärme und Wasser. Jürgen Scheibe

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