Deutschland
Verkehrssicherheit

Neues Handy-Schild an Autobahnen: Wenn Autofahrer es übersehen, droht ein saftiges Bußgeld

Autofahren und dabei das Smartphone benutzen - das ist in Deutschland strafbar. Ein neues Überwachungssystem soll nun dabei helfen, entsprechende Verstöße nachzuweisen.
Handy im Straßenverkehr
Mit einem neuen System will die Polizei in Rheinland-Pfalz Handyverstöße im Straßenverkehr ahnden. Foto: Melissa Erichsen (dpa)
  • Handynutzung am Steuer: Pilotprojekt in Rheinland-Pfalz will Verkehrssünder überführen
  • Bei Verstößen drohen 100 Euro Bußgeld und ein Punkt in Flensburg
  • Spezielle Kamera registriert Handhaltung im Auto und löst aus
  • Schilder an der Autobahn weisen auf das neue Überwachungssystem hin

Schnell noch der Freundin Bescheid sagen, die Eltern anrufen oder das Ziel bei Google Maps ändern: Beim Autofahren ein Handy oder Tablet ohne Freisprech-Einrichtung zu benutzen, ist in Deutschland verboten. Und das nicht ohne Grund: Die Verwendung von mobilen Endgeräten ist eine der häufigsten Unfallursachen. 

Bislang hatte die Polizei allerdings Schwierigkeiten, entsprechende Verstöße zu ahnden. Doch das soll sich nun ändern. Wer beim Autofahren sein Handy oder Tablet in die Hand nimmt, soll nämlich künftig mit einem neuen Kamerasystem überführt werden können. Am 1. Juni startete in Trier ein Pilotprojekt zur Überwachung von Ablenkungsverstößen durch Handynutzung.

Pilotprojekt zur Handy-Überwachung: Bei Verstößen droht Bußgeld und ein Punkt in Flensburg

Im Zuge des Projektes wird eine spezielle Kamera oberhalb der Fahrbahn - beispielsweise an Autobahnbrücken - angebracht. Ein Schild, das am Fahrbahnrand aufgestellt ist, weist auf die Handy-Überwachung auf einem Streckenabschnitt hin. Die Einstellung der Kamera ist so, dass Aufnahmen durch die Frontscheibe des Autos hindurch gemacht werden können. Sie löst in einem Livestream aus, wenn ein Mobiltelefon und eine entsprechende Handhaltung erkannt werden.

Anschließend überprüfen geschulte Polizisten die Bilder und bewerten unmittelbar vor Ort den festgestellten Verstoß. Die Handynutzung am Steuer wird in Deutschland mit einem Bußgeld von 100 Euro und einem Punkt in Flensburg geahndet. Ziel des Projektes sei es, Unfälle zu verhindern und die Zahl der Verkehrstoten und -verletzten weiter zu senken, sagte der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz.

Das Projekt mit dem Namen "Monocam" steht unter der Leitung der rheinland-pfälzischen Polizei. Entwickelt wurde es aber von deren Kollegen aus den Niederlanden in Zusammenarbeit mit der Universität in Utrecht. Dort werden inzwischen bereits 20 der neuartigen Kameras eingesetzt. Ist das Pilotprojekt zur Verkehrssicherheit auch in Deutschland erfolgreich, könnte die Handy-Überwachungskamera dann im ganzen Land eingesetzt werden.

20 Auto- und Lkw-Fahrer pro Stunde im Testlauf überführt

Bei einem ersten Testlauf in Deutschland, der im Mai an der A60 bei Mainz-Finthen durchgeführt wurde, zeigten sich bereits erste Erfolge: Im starken Verkehr wurden damit trotz eines Hinweisschilds etwa 20 Auto- und Lastwagenfahrer pro Stunde überführt.

Monocam wird zunächst drei Monate im Polizeipräsidium Trier und dann drei Monate im Polizeipräsidium Mainz erprobt. Die Ergebnisse würden der Innenministerkonferenz zur Verfügung gestellt, so Lewentz.

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mit dpa