• Der Landkreis Wunsiedel hatte am 26. Februar den bundesweit höchsten Inzidenzwert
  • Noch Anfang März war die Region ein fränkischer Corona-Hotspot
  • Doch seit einigen Wochen ist die Inzidenz drastisch gesunken
  • Der Landrat des Kreises hat dafür eine Erklärung
  • Ist Wunsiedel jetzt über den "größten Berg"?

Landkreis Wunsiedel mit zehntniedrigstem Inzidenzwert Bayerns - Region über "den größten Berg"? Der Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge wies am 26. Februar 2021 den bundesweit höchsten Inzidenzwert auf. Noch am 8. März lag der Inzidenzwert im Landkreis Wunsiedel an der tschechischen Grenze bei 306,9. Zum Jahresbeginn, nach den Weihnachtsfeiertagen, waren die Corona-Fälle im Fichtelgebirge zum ersten Mal extrem stark angestiegen. Im Nachbarland, wo sich die britische Mutante deutlich früher ausgebreitet hatte als in Deutschland, war die Lage in den Krankenhäusern dramatisch.

Landkreis Wunsiedel: Inzidenz trotz Nähe zu Tschechien stark gesunken - "Wir hoffen"

Doch mittlerweile sind die Corona-Zahlen auch in Tschechien wieder niedriger, aktuell (Stand: 26.04.2021) liegt die Inzidenz dort bei 163, 4. Hat diese Lage einen Effekt auf die Nachbarregionen in Franken? Oder macht der Landkreis Wunsiedel bei der Bekämpfung der Pandemie doch etwas anders? Darauf deuten zumindest die Zahlen in der Stadt und im Landkreis Hof hin. Denn auch dort sind die Inzidenzwerte gesunken, liegen aber noch immer (26.04.2021) bei 260,5 (Landkreis) beziehungsweise 307,6 (Stadt).

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Zu den erfreulichen Entwicklungen im Fichtelgebirge hat sich jetzt Landrat Peter Berek (CSU) in einem Statement geäußert, das inFranken.de als Audiodatei vorliegt. "Ich denke, in erster Linie hat es damit zu tun, dass wir seit Beginn der Pandemie wirklich akribisch gearbeitet haben", so Berek. Auch wenn die höchsten Inzidenzwerte um 360 herumgelegen hätten, habe der Landkreis "nie Ausreißer nach oben" verzeichnet, obwohl im Nachbarkreis Eger "Inzidenzen von weit über 1000 waren."

Das habe gezeigt, dass "eine akribische Arbeit die Zahlen in Grenzen halten kann". Man mache "bis heute eine Tag-genaue Kontaktverfolgung, wir sind auch mit den Infizierten ständig in Kontakt". Berek spricht von "einer Kontaktpersonennachverfolgung, wie man sie besser wohl nicht machen kann". Es gehöre aber auch "ein bisschen das Glück dazu, dass man keine Cluster-Ausbrüche hat". Die niedrigen Inzidenzwerte haben laut dem Landrat aber auch noch einen weiteren wichtigen Grund: "Wir sind in unserem Landkreis schon sehr viel mit Infizierten und auch mit Geimpften durchsetzt". Er hoffe darauf, "dass wir schon den größten Berg hinter uns haben". 

Landkreis Wunsiedel: So viele Menschen sind bereits geimpft

Insgesamt wurden im Landkreis Wunsiedel von rund 73.000 Einwohnern bereits 25.273 Menschen mindestens einmal in einem Impfzentrum geimpft. Alleine am Sonntag (25.04.2021) wurden an den Teststationen im Landkreis (inklusive der Tests an der Grenze) 1099 Schnelltests und 690 PCR-Tests durchgeführt. Anders als das RKI meldet der Landkreis eine leicht höhere Inzidenz von 125,2. 

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