Frauchen mit Hunden sind am Stadteingang keine Seltenheit. Vielleicht hat sich der ein oder andere nun doch gewundert, als eine Gruppe mit Hunden diverse Kommandos verfolgten. Es ging um eine Hundeprüfung. Die Prüfung nahm einen ganzen Tag in Anspruch.
"Sitz! Bleib! Komm! Platz! Fein gemacht!", so lauteten einige der Kommandos. Und wer genau hinschaute, der sah auch die stolzen Blicke der Hundebesitzerinnen, wenn der Vierbeiner gehorchte. Ziel der Prüfung war es festzustellen, ob das Halter-Hund-Team sich ohne Belästigung und Gefährdung Dritter in der Öffentlichkeit bewegen kann.

Drei Teilbereiche

Hier ging es also darum, dass das Tier "bei Fuß" ging, an anderen Menschen vorbei, ohne diese zu beachten.
"Kriterien für diese Bewertung waren die Sachkunde des Halters, sein praktischer Umgang mit dem Hund sowie der Erziehungsstand des Hundes", sagte Andreas Pfister von der Akademie für Hund und Mensch aus Rödelmaier.
Die Hundebesitzer wurden von Sina Engel vom Berufsverband der Hundeerzieher und Verhaltensberater mit Sitz in Berlin begleitet. Pfister hatte die Teilnehmer in einem Vorbereitungskurs zur Hundeführerscheinprüfung begleitet. Eine solche Prüfung besteht aus drei Teilbereichen. Da geht es um das theoretische Wissen des Halters, um die Beziehung zwischen dem Halter und dem Hund und letztendlich auch um das Überprüfen von Halter und Hund in alltäglichen Situationen.

Auf unbekanntem Terrain

Wichtig für die Prüferin war es, dass die Abnahme in einer Gegend durchgeführt wurde, die der Hund nicht von vorneherein kannte. Ideal dafür war der Stadtbereich von Bad Neustadt. Auch deshalb, weil hier verschiedene "Gerüche" auf den Hund einwirkten, aber auch zahlreiche Menschen unterwegs waren.
Doch zuvor gab es für die Frauchen eine theoretische Prüfung. Dabei wurden Entwicklungsgeschichte, Domestikation, Hundeverhalten und Kommunikation sowie das Thema "Der Hundehalter in der Öffentlichkeit" abgefragt. Hinzu kamen Rechtsfragen, die Kynologie und einiges mehr. 80 Prozent dieser Fragen mussten richtig beantwortet sein, um die praktische Prüfung ablegen zu dürfen. Diese wiederum fand in drei unterschiedlichen Umgebungen statt, und zwar am Hundeübungsgelände bei Rödelmaier, auf einer öffentlichen Grünanlage und eben in der Innenstadt von Bad Neustadt.

Fixiergriff muss sitzen

Auf die Hunde kam dabei einiges zu, denn sie mussten zeigen, was sie in den vergangenen Wochen gelernt hatten. Da ging es um Gehorsamsübungen wie: Sitz, Platz, Gehen an lockerer Leine, Kommen auf Ruf und vieles mehr. Die Hundehalter selbst mussten den Fixiergriff kennen, um bei ihren Vierbeinern Zähne und Pfoten untersuchen zu können. Hinzu kam das korrekte Anlegen des Maulkorbs. Ernst wurde es in der öffentlichen Grünanlage, wo die Tiere Joggern, spielenden Kindern, Kinderwagen und fremden Hunden begegneten. Wie reagiert der Hund gegenüber einem Pferd, einer Katze oder einem Schaf, und was macht er wenn Nordic-Walking-Läufer mit Stecken auf ihn zukommen? Oftmals dann das bange Statement der Hundebesitzer: "Hoffentlich geht's gut!"

Im Fahrstuhl unterwegs

Das galt auch bei der Prüfung in Bad Neustadt selbst. Da kamen dem Hund auf einem schmalen Weg fremde Personen entgegen, die er nicht beachten durfte. Dass es gar nicht so einfach ist für einen Hund mit dem Fahrstuhl zu fahren, zeigte sich ebenfalls bei den vorangegangenen Übungen und dann bei der Prüfung.
Selbst das Verhalten des Tieres in einem Geschäft wurde getestet oder auch wie sich das Tier im einem Restaurant benimmt. Letztendlich hieß es aber: Prüfung bestanden, die Prüferin Sina Engel und Andreas Pfister beglückwünschten alle Teilnehmer, die sich der Herausforderung gestellt hatten.