Bei diesem schweren Unfall, bei dem sechs Menschen vereltzt wurden, waren lediglich die Rettungsdienste, also Feuerwehr und Rotes Kreuz aus Thüringen alarmiert worden. Die Wehren vor Ort - Trappstadt oder Bad Königshofen - erfuhren nichts, obwohl der Unfall "direkt vor unserer Haustüre stattfand", echauffierte sich der Trappstädter Kommandant Andreas Schneier. Sogar als er mit seiner Wehr helfen wollte, wurde dies abgelehnt. Für die Feuerwehr und Rettungsdienste unverständlich.

Kreisbrandinspektor Michael Weber äußerte dazu: "Das hat uns wieder einmal gezeigt: Die Grenze ist noch da!" Wie konnte es dazu kommen? Michael Weber hat nachrecherchiert und heraus gefunden, dass vom Unfallort aus korrekt die 112 gewählt wurde. Damit hätte man eigentlich die Integrierte Leitstelle (ILS) in Schweinfurt erreichen müssen, kam aber in diesem Fall an der Integrierten Leitstelle in Suhl (Thüringen) heraus.
Für Verwirrung sorgte dann noch die Mitteilung, dass sich der Unfall zwischen Eicha in Thüringen und Trappstadt in Bayern ereignet hatte - obwohl der Unfallort eindeutig in Bayern lag. Die Landesgrenzen liegen bei Eicha und Linden, also ein bis zwei Kilometer entfernt.

Aufgrund der Mitteilung sei für die Integrierte Leitstelle in Suhl klar gewesen: Wir schicken unsere Feuerwehren aus den nahe gelegenen Orten wie Römhild, Milz, Eicha, sowie die Rettungsdienste aus Hildburghausen, Wolfmannshausen und Westhausen an die Unfallstelle. "Hätte der Mitteiler gesagt: Die Unfallstelle befindet sich zwischen Trappstadt und Eicha oder noch besser an der Kreuzung bei Trappstadt, hätte die Leitstelle in Suhl sicherlich anders reagiert und den Notruf an die ILS Schweinfurt weitergeleitet", beurteilt Weber im Nachhinein die Lage, "dann wäre alles anders gelaufen."

Immerhin wäre die Feuerwehr Trappstadt am schnellsten am Unfallort gewesen, ebenso Bad Königshofen oder auch der Rettungsdienst aus Bad Königshofen. Für den Trappstädter Feuerwehrkommandanten Andreas Schneier ist das alles nicht nachvollziebar. Vor allem, weil er den Unfall mitbekommen hatte und vor Ort nachfragte, ob die Wehr aus Trappstadt zur Hilfeleistung ausrücken soll und ob sich die Hilfskräfte dort auskennen. Die Antwort war abweisend: Nein, brauchen wir nicht. Für diese Reaktion erntete man Kopfschütteln und Unverständnis bei den Wehrleuten der Kommandantenversammlung in Unteressfeld.

Für Kreisbrandinspektor Michael Weber stellt sich damit wieder einmal ganz deutlich das Problem heraus, dass die Rettungsdienste aus Thüringen durchaus nach Bayern fahren und hier Einsätze leisten dürfen, den Wehrleuten aus Bayern dies in Thüringen aber nicht gestattet ist. Weber sagte dazu: "Rüber kommen sie alle, umgedreht ist es aber nicht möglich." Andreas Schneier merkte dazu an, dass man vielleicht ein Schild bei Trappstadt aufstellen solle mit dem Hinweis: "Sie sind in Bayern und Trappstadt ist nur 500 Meter entfernt."

Hinzu komme, so Kreisbrandinspektor Weber, dass es ja nicht nur die Feuerwehr betraf, sondern auch die Rettungsdienste. So sei das BRK Bad Königshofen erst viel später benachrichtigt worden, um an der Unfallstelle Hilfe zu leisten. Weber will nun die Politiker, wie etwa den Landtagsabgeordneten Steffen Vogel und die Bundestagsabgeordnete Dorothee Bär einschalten, um die Kompetenzen länderübergreifend abzuklären. Solch ein Vorfall sei nicht nur für die Feuerwehren vor Ort ärgerlich, sondern vor allem für die Unfallopfer, denen sicher hätte schneller geholfen werden können.