HSC Bad Neustadt - SV Zweibrücken 21:20 (12:10).

Spannend bis zur letzten Sekunde verlief der Saisonauftakt für den HSC Bad Neustadt. "Weil wir gewonnen haben, bin ich natürlich sehr zufrieden. Die Mannschaft hat sich in die Partie gebissen und kann auf dieser Leistung aufbauen", bilanzierte Trainer Frank Ihl. Um nicht zu verhehlen, dass auch der Kontrahent die jederzeit spannende Auseinandersetzung hätte gewinnen können. "Aber wir haben heute Lehrgeld gezahlt. Grund der vermeidbaren Niederlage war unsere schwache Siebenmeterausbeute (1 von 5) und dass wir unsere Überzahlsituationen nicht genutzt haben", so der schwer enttäuschte SV-Coach Stefan Bullacher. "Bad Neustadt war letztlich cleverer."

Vor den knapp 100 Zuschauern startete der Gast allerdings gut, ging mit 7:4 in Führung. Frank Ihl reagierte, nahm taktische Veränderungen im Team vor, was sich in Form einer 12:10-Pausenführung auszahlen sollte.

Als Vilim Leskovec den zweiten Durchgang mit seinem Unterarmwurf zum 13:10 einleitete, schien der Favorit auf gutem Wege zu sein, verlor aber nach dem 14:11-Zwischenstand den Faden. "Zwischen der 35. und 50. Minute haben wir zu wenig Konstruktives in der Offensives gezeigt", so der HSC-Trainer. Neben Fehlern im Spielaufbau waren dafür auch Zeitstrafen (Gerr, Drude) verantwortlich, die zum 14:14 führten. Und es wurde für die Rot-Weißen noch ungemütlicher, denn nach einer unfairen Attacke von Fistonic zückten die hessischen Schiedsrichter den roten Karton (41.).

Die Entscheidung entsprach durchaus den Regeln, kniffliger und diskussionswürdig war zwei Minuten später die dritte Zeitstrafe für Franziskus Gerr, was ebenfalls dessen Disqualifikation zur Folge hatte. Ohne ihre etatmäßigen Innenverteidiger schien das HSC-Schiff zu lecken, der Gegner von den Negativ-Personalien zu profitieren, denn er setzte sich auf 14:16 ab. "Doch wir haben mit großartigem Kampfgeist den Spieß wieder umgedreht", so Frank Ihl. Über 18:16 und 20:17 schienen zwei Minuten vor dem Abpfiff die ersten zwei Saisonpunkte gesichert. Doch einfach und nervenschonend geht es bei den Rotmilanen wohl auch in dieser Saison nicht, denn sechzig Sekunden vor Spielende hatte der Aufsteiger wieder den Anschluss geschafft, ehe der Leskovec-Treffer zum 21:19 für die Gäste nicht mehr zu korrigieren war.

Tore für den HSC: Vilim Leskovec (5), Maximilian Drude (5), Ioannis Fraggis (4), Benjamin Herth (4), Jure Fistonic (1), Franziskus Gerr (1), Noah Streckhardt (1).