• Tierheim Hersbruck begrüßt neue Tierschutz-Verordnung
  • Politik bringt Stachelhalsband-Verbot für Hunde auf den Weg
  • Einsatz von "schmerzhaften Mitteln" bei Ausbildung, Erziehung oder Training künftig untersagt
  • Hersbrucker Tierschützer erleichtert: "Da sind wir alle sehr happy darüber"

Der Bundesrat hat Änderungen an einer Regierungsverordnung zugestimmt, die den Tierschutz bei Hundehaltung und Hundezucht verbessern sollen. Die neue Tierschutz-Hundeverordnung sieht unter anderem ein explizites Verbot von sogenannten Stachelhalsbändern vor. "Es ist verboten, bei der Ausbildung, bei der Erziehung oder beim Training von Hunden Stachelhalsbänder oder andere für die Hunde schmerzhafte Mittel zu verwenden", heißt es darin. Das Tierheim Hersbruck begrüßt die neue Verordnung.

Tierheim Hersbruck freut sich über Stachelhalsband-Verbot für Hunde: "Na endlich!"

Zur Begründung des auf den Weg gebrachten Verbots heißt es in der Tierschutz-Hundeverordnung: "Wissenschaftliche Erkenntnisse zu Erziehungsmethoden von Hunden beurteilen die Anwendung von Strafreizen zur Erziehung von Hunden als nicht tierschutzkonform. Insofern ist die Verwendung von Stachelhalsbändern oder anderen für die Hunde schmerzhaften Mitteln als tierschutzwidrig zu verbieten."

Stachelhalsbänder sind schon lange umstritten. Die in der Regel auf der Innenseite des Halsbands angebrachten Stacheln üben auf den Hund einen Schmerzreiz aus - insbesondere, wenn er an der Leine zieht. In anderen Ländern, etwa der Schweiz, sind die Halsbänder aus tierschutzrechtlichen Gründen bereits verboten. Dies ist nun bald auch in Deutschland der Fall - worüber sich unter anderem die Tierschützer des Tierheims Hersbruck freuen. "Na endlich!", sagt Tierheimleiterin Martina Höng inFranken.de

Ihr zufolge werden Stachelhalsbänder vor allem bei Großhunderassen wie Schäferhunden und Rottweilern eingesetzt. "In manchen Bereichen gilt das als Erziehung." Andere Tierhalter betrachteten die Halsbänder dagegen gewissermaßen als Statussymbol. "Wir haben schon junge Menschen angesprochen, die sich vielleicht denken: 'Guck mal, mein Hund hat einen Stachler drauf - der schaut gefährlich aus.'" Ein Problem seien auch Halsbänder, deren Ausstattung auf den ersten Blick nicht erkennbar ist. "Das schaut von außen aus wie ein ganz normales Lederhalsband - innendrin sind aber die Stachler verarbeitet." 

Hersbrucker Tierheim-Leiterin: Stachelhalsband für Hundeerziehung ungeeignet

Die Chefin des Hersbrucker Tierheims hält Stachelhalsbänder für die Erziehung von Vierbeinern für gänzlich ungeeignet. "In dem Moment, in dem ich einem Tier Schmerz zufüge - und das passiert einfach mit einem Stachelhalsband -, kann mir kein Hundetrainer oder sonst wer erzählen, dass ich dadurch eine Bindung oder eine Vertrauensbasis zu meinem Hund aufbaue", betont Höng - und kritisiert: "Aber es wird halt trotzdem immer noch in der Hundeerziehung genutzt." 

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Neben den Vierbeiner selbst bedeutet die neue Hundeverordnung auch für Tierschützer eine Erleichterung. "Die Tierschutzvereine tun sich künftig leichter. Wenn wir einen Fundhund mit Stachelhalsband aufgreifen, wird das von uns dokumentiert. Selbstverständlich wird das Halsband sofort entfernt." Anschließend werde das Vergehen der Veterinäramtsbehörde angezeigt, weil es eine Ordnungswidrigkeit darstelle. Dort werde dann über das weitere Vorgehen entschieden. 

Hinzu komme, dass die Tierschützer künftig nicht mehr verpflichtet sind, dem Halter das verwendete Stachelhalsband bei der Übergabe ihres entlaufenen Hundes auszuhändigen. "Jetzt habe ich die Genehmigung vonseiten der Behörden, dass ich ein solches Halsband abnehmen und auch einziehen darf. Das kriegt der Besitzer auch nicht mehr zurück", erklärt Höng. 

Tierschützerin betont: "Da muss noch einiges aufgearbeitet werden" 

Das von der Politik geplante Stachelhalsband-Verbot bewertet die Leiterin des Hersbrucker Tierheims als Schritt in die richtige Richtung. "Da sind wir alle sehr happy darüber." Zugleich gibt sie jedoch zu bedenken: "Es gibt leider immer noch sehr viele tierschutzwidrige Erziehungsmethoden." So seien beispielsweise Elektrohalsbänder in der Hundeerziehung
schon länger verboten, im Handel aber immer noch erhältlich. "Da muss noch einiges aufgearbeitet werden", betont Höng.

Die Zustimmung des Bundesrats zur neuen Tierschutzverordnung erfolgte laut Bundesrat nur unter der Bedingung mehrerer Änderungen am Verordnungstext, die den Tierschutz weiter intensivieren sollen. Übernimmt die Bundesregierung die vom Bundesrat beschlossenen Änderungsmaßgaben, kann sie die Verordnung verkünden, heißt es vonseiten des Bundesrats. Die neue Verordnung soll dann mit Beginn des folgenden Quartals in Kraft treten.

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