Das Trainer-Problem des 1. FC Nürnberg könnte bald gelöst sein. Nach dem Weggang von René Weiler in Richtung RSC Anderlecht verdichten sich die Anzeichen, dass der Club mit einem bekannten Fußball-Lehrer in engem Kontakt steht. Es soll sich dabei um Holger Stanislawski handeln, der zur Zeit als EM-Experte für das ZDF in Frankreich arbeitet.

Sportvorstand Andreas Bornemann hat sich aber bisher in der Öffentlichkeit noch nicht groß zur Vielzahl der kursierenden Nachfolgekandidaten geäußert, aber durchblicken lassen, dass der neue Trainer beim Trainingsauftakt am kommenden Montag auf dem Platz stehen soll. Ohne Coach in die Vorbereitung zu starten, wäre nicht schön, findet Bornemann. Dennoch will er sich bei der Suche Zeit lassen, denn die bestmögliche müsse nicht die schnellste Lösung sein.


Stanislawski ist heißer Kandidat beim Club

Bornemann ist also alles andere als untätig. So gibt es mit Stanislawski einen ganz heißen Kandidaten, der bereits vor zwei Jahren fast beim FCN gelandet wäre. Im Mai 2014 scheiterten die Gespräche zwischen Stanislawski und dem damaligen Club-Sportvorstand Martin Bader daran, dass keine Einigung über die Zusammenstellung des Trainerteams erzielt werden konnte. Unter anderem wollte Stanislawski seinen langjährigen Co-Trainer Andre Trulsen mitbringen, was der FCN abgelehnt haben soll und anschließend Valerien Ismael verpflichtete.

Nun aber könnten Stanislawski und der 1. FC Nürnberg doch noch zusammenfinden. Bornemann soll sich laut Informationen der Nürnberger Zeitung am Dienstag am Pariser Flughafen Charles de Gaulle mit dem 46 Jahre alten Fußball-Lehrer, der seit seinem Rücktritt im Mai 2013 beim 1. FC Köln keinen Verein mehr trainiert und seitdem in Hamburg einen Supermarkt geleitet hat.
Stanislawski war in den letzten Jahren zwar immer wieder bei Vereinen im Gespräch und ist an einer Rückkehr ins Trainergeschäft interessiert. Doch für den einstigen Erfolgscoach des FC St. Pauli muss alles passen, um wieder einzusteigen. Aus der Zeit beim Hamburger Zweitligisten gibt es übrigens einen früheren Bekannten, der mittlerweile beim 1. FCN die Finanzen verantwortet: Vorstand Michael Meeske. Der diplomierte Sozialökonom und zweifache Vater war von 2005 bis August 2015 Mitglied der Geschäftsleitung des FC St. Pauli.


Verpflichtung Stanislawskis wäre daher konsequent

Eine Verpflichtung Stanislawskis wäre daher konsequent und hätte den positiven Nebeneffekt, dass keine Ablöse für den neuen Trainer bezahlt werden muss. Die rund 700000 Euro, die Anderlecht für Weiler überwies, könnten somit zum einen zur finanziellen Konsolidierung und zum anderen auch für den Kader verwendet werden.
Es bleibt also spannend, ob der neue Übungsleiter des 1. FCN beim ersten Testspiel am 30. Juni um 18 Uhr beim TSV Kornburg schon auf der Bank Platz nehmen wird, oder ob er erst seine Tätigkeit als erfahrener TV-Analyst während der EM weitermacht, bevor er zur Mannschaft stößt.

Neben Stanislawski kursiert noch der Name Alois Schwartz als möglicher Coach für den FCN. Der trainiert zurzeit Sandhausen und soll eine Ausstiegsklausel (200000 Euro) im Vertrag haben. Doch angesichts der leeren Vereinskassen ist diese Variante ziemlich unwahrscheinlich.