Über den Dächern der Stadt hat Heimat- und Finanzminister Markus Söder (CSU) am Freitag seine Pläne für eine "umfassende Neustrukturierung" der Kaiserburg vorgestellt. Der Minister aus Nürnberg hat im Garten seiner "Heimatburg" unter einem blühenden Apfelbaum Platz genommen, um die Details der "höchsten Einzelinvestition seit dem Wiederaufbau der Burg nach dem Zweiten Weltkrieg" zu erläutern.

Über 20 Millionen Euro will Söder in die Hand nehmen, um die Kaiserburg aufzumöbeln. Früher habe es Brieftauben und Marktschreier auf der Burg gegeben. Bald wird es freies W-lan für alle auf der Burg geben, kündigt der Minister stolz an. Schon als junger Abgeordneter habe er vergeblich dafür gekämpft, dass mehr Leben in die Kaiserburg kommt. Über Jahrzehnte sei nichts investiert worden.


300.000 Besucher im Museum

"Wir haben damit angefangen, das anzugehen", sagt Söder und meint damit im schönsten Pluralis Majestatis wohl nur sich selbst höchstpersönlich. Vor zwei Jahren habe er das umgestaltete Museum eröffnet. Über 300.000 Besucher hätten die Sonderausstellung "Kaiser-Reich-Stadt" 2013 besucht. "Das ist ein Rekord!", freut sich Söder. Besonders gut gefallen habe ihm, so der Heimatminister weiter, dass viele Franken das Nürnberger Wahrzeichen besucht hätten. "Das Abenteuer Kaiserburg geht weiter", kündigt der Minister an. Eine Nachbildung der Kaiserkrone soll "unter Einsatz modernster Technologie" gefertigt werden und in dem neu gestalteten Burgmuseum ausgestellt werden. "Die Kaiserkrone wird in Wien vermessen und anschließend mit einem 3D-Drucker nachgebildet."

Auch baulich werde sich auf der Burg vieles verändern. Der Museumseingang werde großzügiger gestaltet. Mehr Platz sollen auch die Museumskasse und der Shop bekommen. Besonderes Highlight der Baumaßnahmen, die allein 17 Millionen kosten werden: ein Burg-Café. Söder will, dass die Burg zum Verweilen und nicht nur zum Besuchen einlädt. Deswegen soll es auch freies Internet auf der Burg geben. "Hier gehen wir mit der Zeit", freut sich der Minister aus Nürnberg.

Am 11. Juli "Burgnacht"

Die neuen Maßnahmen auf der Burg sollen in einer "Burgnacht" im Sommer gebührend gefeiert werden. Am 11. Juli findet auf der Kaiserburg eine Party bis Mitternacht statt. Neben Gauklern und Feuerkünstlern soll im Innenhof der Burg zu Discomusik getanzt werden. Die ersten Arbeiten hätten bereits begonnen.

Zuerst soll die Kanalisation erneuert werden. Minister Söder verspricht im blühenden Burggarten: "Unsere Burgbesucher werden auch während der Baumaßnahmen die Burg besichtigen können."