• Nürnberg: Versorger N-Ergie mit Einschätzung zur Verfügbarkeit von Gas
  • Welche Auswirkungen hat Ukraine-Krieg auf Versorgung in der Region?
  • "Auf Lieferanten angewiesen": Deutliche Preissteigerungen erwartet
  • Das passiert bei einer Gasmangel-Lage 

Der Nürnberger Energieversorger N-Ergie, an dem die Nürnberger Stadtwerke mehrheitlich beteiligt sind, sieht in Bezug auf die Kriegsgeschehnisse in der Ukraine "viele Unsicherheiten in der aktuellen Situation". Gegenüber inFranken.de erklärt Sprecher Michael Enderlein, ob den Menschen in der Region bald kalte Wohnungen mitten im Winter drohen - und was passiert, wenn es zu einem Gasmangel in Franken kommt. 

Nürnberger Energieversorger äußert sich zur Einhaltung von Gas-Lieferverträgen

"Ob der Krieg in der Ukraine dazu führen wird, dass sich die Gasflüsse Richtung Europa verringern oder Gaslieferungen aus Russland sogar eingestellt werden, ist derzeit offen", erklärt der N-Ergie-Sprecher.  "Der Füllstand der deutschen Gasspeicher beträgt aktuell rund 30 Prozent", so Enderlein. Die N-Ergie verfüge selbst über keine eigenen Gasspeicher und sei "für den Bezug von Erdgas auf ihre Lieferanten angewiesen". 

Rund 55 Prozent des in Deutschland verbrauchten Erdgases stammt aus Russland. "Den exakten Anteil am Gas, das durch die N-Ergie vertrieben wird, können wir nicht bestimmen, da die Bezugsquellen durch unsere Lieferanten gesteuert werden", erläutert der Sprecher. Grundsätzlich achte man "bei der Auswahl der Lieferanten in der Beschaffung und im Risikomanagement" darauf, dass die Handelspartner über eine ausreichende Bonität verfügen und von ihrem Grundkonzept nicht spekulativ angelegt seien.

"Aktuell gab es durch unsere Lieferanten noch keine Hinweise darauf, dass Lieferverträge nicht in vollem Umfang eingehalten werden könnten", so Enderlein. Sollte es in Deutschland tatsächlich zu einer sogenannten "Gasmangellage" kommen, würden aber Notfallpläne der Bundesnetzagentur greifen, so Enderlein. "Einschränkungen für private Haushalte sind darin das letzte Mittel." 

N-Ergie Nürnberg: Eine Konsequenz aus Ukraine-Krieg bereits spürbar

Deshalb werde es in diesem Winter "aller Voraussicht nach in allen deutschen Wohnungen warm bleiben". Eine andere Konsequenz der Ukraine-Krise sei allerdings bereits jetzt spürbar. "Die Preise für Erdgas bewegten sich an den Handelsmärkten bereits während des vergangenen Jahres stetig nach oben", erklärt der N-Ergie-Sprecher.

"Unter anderem aufgrund der weltweit ansteigenden Nachfrage befanden sie sich auch schon vor dem Kriegsausbruch in der Ukraine auf einem historischen Rekordniveau." Die "jüngste Eskalation" habe die Preise "noch stärker in die Höhe getrieben". Die gestiegenen Beschaffungskosten würden "alle Energieversorger perspektivisch an ihre Kunden weitergeben müssen", heißt es aus Nürnberg.