• Nürnberg: Oberbürgermeister Marcus König (CSU) am 7. Januar 2022 mit Omikron infiziert
  • Geboostert und positiv: OB spricht darüber, wie er sich mit Corona angesteckt hat
  • "Egal was man macht, ist falsch": Politiker mit ernüchternder Bilanz zu Social-Media-Reaktionen
  • Vorzeitiges Ende der Quarantäne - König richtet sich mit dringendem Appell an Bevölkerung

Der Nürnberger Oberbürgermeister Marcus König (CSU) wurde am Freitag, 7. Januar 2022, positiv auf das Coronavirus getestet. Seitdem saß der 41-Jährige  in Quarantäne und führte von Zuhause die Amtsgeschäfte. König hatte sich nach Bekanntwerden seiner Infektion via soziale Netzwerke an die Öffentlichkeit gewandt, wo er Genesungswünsche bekam, aber auch Häme ertragen musste. Nun kehrt König ins Rathaus zurück - und richtet nach seiner Omikron-Infektion einen dringenden Appell an die Bevölkerung.  

Update vom 18.01.2022, 10 Uhr: Marcus König (CSU) kehrt ins Rathaus zurück - eine Sache hat ihm die Omikron-Infektion gezeigt 

Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König (CSU) wird am Mittwoch, 19. Januar 2022, ins Rathaus zurückkehren. Wie die Stadt Nürnberg mitteilt, habe König nach einem positiven Covid-19-Testergebnis in der vorletzten Woche am gestrigen Montag, 17. Januar 2022, einen PCR-Test machen lassen. Der Test sei negativ ausgefallen. König könne nun nach den neuen Corona-Bestimmungen in Bayern seine Isolation nach frühestens sieben Tagen sowie mit einem negativen Test mit 48-stündiger Symptomfreiheit beenden.

Erst am Montag hatte König via Facebook verkündet, dass es ihm "so langsam" reiche. Statt Einkaufslieferungen von Bekannten würde er "gerne mal wieder raus, laufen gehen und unsere Besorgungen selbst erledigen", schrieb der CSU-Politiker. Er war noch in der Urlaubszeit am 7. Januar 2022 positiv auf Corona getestet worden. Seine Symptome waren sehr mild, wie er auch gegenüber inFranken.de bestätigt hatte.

„Das habe ich der dreifachen Impfung zu verdanken“, wird OB König am Dienstag von der Stadt Nürnberg zitiert. „Ich kann nur an alle Bürgerinnen und Bürger appellieren, sich impfen oder boostern zu lassen, wenn sie es noch nicht gemacht haben. Gerade gegen die Omikron-Variante gibt es derzeit keinen besseren Schutz", so König weiter. Für die "vielen positiven Wünsche während meiner Isolation" bedanke sich der Nürnberger Oberbürgermeister herzlich.

Erstmeldung vom 11.01.2022: Omikron-Infektion: So hat sich Nürnbergs OB König (CSU) angesteckt 

"Mir geht es gut", so König auf Anfrage von inFranken.de. Er hat nach seiner Infektion lediglich "ein leichtes Kratzen im Hals" verspürt. "Meine Frau und mein Sohn sind auch infiziert, es hat uns alle drei getroffen", so der Nürnberger Oberbürgermeister. Und dabei hat König, auch gleich die neue Virusvariante erwischt: "Ich habe Omikron", sagt der CSU-Politiker. 

Seine Frau habe "ein bisschen erhöhte Temperatur" gehabt, "vielleicht ist noch ein leichter Schnupfen übrig, wir sprechen etwas nasal", so König. Sein neunjähriger Sohn hingegen habe "ein paar Tage Fieber gehabt, er hat Corona mitgebracht". Ihn habe das Virus bereits Anfang vergangener Woche getroffen. Im Anschluss hätten König und seine Frau zunächst "alle Termine abgesagt und waren maximal alleine draußen spazieren" - ohne den Sohn. 

Tägliche Testungen bei König und seiner Frau hätten erst nichts ergeben, "aber vier Tage später am Freitag waren wir dann doch positiv". Sein Sohn sei aber "bereits wieder munter, der hüpft wild durch die Wohnung". Er sei "stolz auf das Boostern und dass wir das mit dem Impfen so gut hinbekommen haben in Nürnberg", sagt König, ganz der Politiker, auch in Kapuzenpulli vor dem heimischen Tablet

"Hat natürlich Angst": Nürnberger Oberbürgermeister mit ganzer Familie in Quarantäne 

Seine dritte Impfung habe der 41-Jährige im Dezember erhalten. Wo die Ansteckung passiert, könne man natürlich nicht sagen. "Wir waren viel auf Spielplätzen unterwegs", erzählt König. Seine Familie hoffe nun "auf keine weiteren Einschränkungen", sagt das Nürnberger Stadtoberhaupt.

"Klar, man hat natürlich schon Angst, gerade weil man nicht weiß, was Long Covid zu bedeuten hat. Die einen haben nach einer Woche Probleme, bei anderen kommen nach einem Monat Schwierigkeiten". 

Gerade in der Quarantäne merke er, "wie wichtig es ist, dass man gute Freunde und nette Nachbarn hat". Während des Gesprächs klingelt das Telefon: Ein Bekannter bringt Essen vorbei und stellt es in den Aufzug, erzählt König im Anschluss. Mit der Corona-Infektion wolle er "offen und transparent umgehen, verheimlichen bringt schließlich auch nichts". In den sozialen Netzwerken habe er deshalb am Freitag die Öffentlichkeit über sein Testergebnis informiert.

"Wollen uns unterdrücken": OB erntet Häme bei Telegram - will aber nicht "zensieren" 

"Du merkst schon, dass bei Instagram hauptsächlich gute Wünsche dabei sind. Bei Facebook kamen schon die ein oder anderen kritischen Dinge", sagt König. "Da wurde gesagt, dass Impfen bringt nichts und dass man sich auch nicht habe impfen lassen und trotzdem einen leichten Verlauf hatte." Bei Twitter "war es etwas heftig", so die Erfahrungen des Politikers. 

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"Ich wurde als Quacksalber bezeichnet und gefragt, ob ich mir Kochsalzlösungen gespritzt habe, viele Leute kotzen sich aus", sagt der 41-Jährige. "Andere sagen, ich hätte das gar nicht veröffentlichen dürfen, was man macht, ist immer falsch", so seine Bilanz. Auf Telegram sei ihm gezeigt worden, wie Leute dort auf seine Nachricht reagiert hätten. "Da hab ich eher Häme erlebt", so König. 

"Seht ihr, das bringt alles nichts, haben sie gesagt. Die verarschen uns und wollen uns unterdrücken." Das Fazit Königs: "Man kann es sich immer so zurechtlegen, wie man will." Trotzdem sei er - entgegen seines Unionskollegen Michael Kretschmer nicht der Meinung, man müsse etwa Telegram regulieren. "Menschen werden sich überall austauschen und wenn wir nicht mehr wissen, wo sie es tun und zensieren, dann verschiebt sich das in einen dunklen Kanal", ist der Nürnberger Oberbürgermeister überzeugt. Seiner Ansicht nach stehe "die ruhige und schweigsame Mehrheit der Bevölkerung auf der richtigen Seite". 

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