Hohe Mieten in den Großstädten: Jede zweite Großstadt in Deutschland ist für eine vierköpfige Familie kaum noch bezahlbar. In Nürnberg müssen Familien mit Eltern ohne anerkannten Berufsabschluss inzwischen mehr als ein Drittel ihres Einkommens an den Vermieter weiterreichen. Dies geht aus einer aktuellen Studie des Immobilienportal Immowelt hervor. 

Hierfür hat das Portal für Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern die monatliche Belastung durch Miet- und Nebenkosten einer Wohnung mit 80 bis 120 Quadratmetern in Relation zum mittleren Haushaltseinkommen einer vierköpfigen Familie berechnet. Als Grundlage dienten die von der Bundesagentur für Arbeit veröffentlichten Bruttoeinkommen, unterschieden nach Berufsabschlüssen (ohne Abschluss, anerkannter Abschluss, akademischer Abschluss). Diese wurden in entsprechende Nettogehälter umgerechnet.

Hohe Mieten in Nürnberg - für manche Familien kaum zu bezahlen

Ein Mietanteil von über 25 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens gilt als hohe Belastung. Mehr als 33 Prozent gelten allgemein als Überbelastung, weil dann zu wenig Geld zum Leben bleibt.

Auch in Nürnberg sind die Zahlen laut Immowelt-Studie hoch: Für eine Wohnung zwischen 80 und 120 Quadratmetern zahlt eine Familie demnach im Median 950 Euro. Für Eltern ohne Berufsabschluss ergibt die Gesamtmiete damit eine Belastung von 37 Prozent des Nettogehalts. Das entspricht mehr als einem Drittel des Haushaltseinkommens. Bei Familien mit Eltern mit anerkanntem Berufsabschluss sind es 30 Prozent des Nettoeinkommens. Eltern mit einem akademischen Abschluss geben 21 Prozent ab. 

In jeder zweiten untersuchten Stadt müssen sogar Eltern mit anerkanntem Berufsabschluss mehr als ein Viertel des Haushaltsnettoeinkommens aufwenden, um eine ausreichend große Wohnung für eine Familie mieten zu können. Sind beide Elternteile ohne Berufsabschluss, trifft das gar in 71 der 79 untersuchten Städten zu. Aufgrund der hohen Mietpreise in den Großstädten bleibt Familien, deren Wohnung zu klein wird, oftmals nichts anders übrig, als Wohngeld zu beantragen oder die Stadt zu verlassen und aufs Land zu ziehen.

Am Donnerstag findet in ganz Bayern eine Schwerpunktaktion zur Einhaltung der Maskenpflicht im öffentlichen Personennahverkehr statt. Auch in Nürnberg kontrolliert die Polizei in Bussen und Bahnen, ob die Fahrgäste einen Corona-Schutz tragen.