Corona im Klinikum Nürnberg: Nachdem immer mehr Regionen in Franken zu Risikogebieten erklärt werden, muss sich auch das Klinikum Nürnberg auf steigende Patientenzahlen vorbereiten. 

In den letzten sieben Tagen (Stand vom 22. Oktober) sind in Nürnberg 351 neue Corona-Fälle aufgetreten. Der aktuelle Inzidenzwert liegt bei 67,7 und damit über dem kritischen Wert von 50. Nürnberg ist damit Corona-Risikogebiet. Mit steigenden Infektionszahlen steigt auch die Anzahl an Patienten, die mit schweren Krankheitsverläufen ins Klinikum gebracht werden müssen. 

Klinikum Nürnberg: Sechs Corona-Patienten auf Intensivstation

Die Lage im Nürnberger Klinikum hat sich in den letzten Wochen stark verändert. "Wir haben Stand heute im Klinikum Nürnberg (Nord und Süd) 32 Fälle", berichtet Julia Peter, die Pressesprecherin des Klinikums, am Donnerstag inFranken.de. Vor zwei Wochen seien es nur 13 Fälle gewesen - die Zahlen sind also um mehr als das Doppelte gestiegen. Davon befinden sich sechs Patienten auf der Intensivstation, im Nürnberger Land kommt noch ein weiterer Fall hinzu. 

Die Zahlen steigen weiter an. Das Klinikum sei darauf vorbereitet, so die Sprecherin. Die im Frühjahr schon einmal etablierten Covid-Strukturen seien wieder aktiviert worden. "Die operativen Einsatzleitungen bereiten sich auf das Hochfahren der Covid-Stationen vor - inklusive der nötigen Abgrenzung von Stationen und Isolationsbereichen", so Peter. Auch werde man wieder aktiv Verdachtsstationen betreiben. Das Robert-Koch-Institut schreibt dieses Vorgehen vor. Es sollte, wenn möglich, eine räumliche und personelle strikte Trennung bei der Behandlung von Patienten geben. Diese Bereiche sollten getrennt werden: 

  • Covid-Bereich (alle Patienten, die SARS-CoV-2 positiv sind)
  • Verdachtsfall-Bereich
  • Nicht-Covid-Bereich (alle Patienten, die SARS-CoV-2 negativ und asymptomatisch sind)

Gewerkschaftsstreiks könnten Vorbereitungen erschweren

Die aktuelle Personallage sei im grünen Bereich, so Peter. Natürliche hoffe man, dass es nicht zu weiteren Streiks komme. Das würde die Vorbereitungen erschweren. Bereits vergangene Woche war der Betrieb im Klinikum von Warnstreiks 48 Stunden lang gelähmt worden. Rund 130 Operationen mussten verschoben werden. Eine solche Notbesetzung könnte für eine weiter ansteigende Zahl an Corona-Patienten gravierende Folgen haben.

Seit der Verschärfung der Corona-Krise gilt in weiten Teilen der Nürnberger Innenstadt auch draußen eine Maskenpflicht. Aber wie viele Menschen halten sich überhaupt an die neue Regel? inFranken.de ist auf Streife mit den Ordnungshütern gegangen.