Die ganze Welt nennt Nick Maley nur den "Yoda Guy". Dabei hat der 64-jährige Star-Maskenbildner aus England nicht nur den Joda-Meister Yoda aus den Star-Wars-Filmen erschaffen. Damit das Wissen hinter den zahlreichen Figuren und Gesichtern aus der Welt des Science-Fiction-Kinos nicht verloren geht, will Nick Maley ein neues Filmmuseum auf die Beine stellen. Auf 1000 Quadratmeter soll in Nürnberg das "Holoseum" entstehen.



Derzeit fehlt es dem Künstler allerdings noch an dem nötigen Kleingeld. Zwischen einer halben und zwei Millionen Euro brauche er, um seinen Traum zu realisieren. Derzeit veranstaltet Maley in Nürnberg zahlreiche Events, um für seine Museumspläne zu werben. Wir haben ihn neulich auf dem Hauptmarkt am Schönen Brunnen getroffen. Natürlich hatte Maley auch Yoda zu dem Gespräch mitgebracht.


Können Sie Ihre Idee und die Vision beschreiben, in Nürnberg ein Filmmuseum auf die Beine zu stellen?
Nick Maley: Die Idee ist, ein neues Museum zu schaffen, das genauso unterhaltsam wie lehrreich ist. Ein innovatives Museum soll es unbedingt werden. Als Maskenbildner für Spezial-Effekte versuche ich immer, neue Dinge zu erschaffen, die so noch niemand vorher gesehen hat. Als ich vor einem Jahr in Nürnberg gewesen bin, wollte ich "nur" eine Ausstellung in einem bereits bestehenden Filmmuseum machen. Aber meine Vorstellungen passten nicht in die bestehende Museumslandschaft. Und dann dachte ich mir, vielleicht sollten wir einfach unser eigenes Museum machen. Ein Filmmuseum für das 21. Jahrhundert.

Wie soll das Museum einmal aussehen?
Das Licht ist gedimmt. Da wird es nicht viele Fenster geben. Wir werden also ein dramatisches Licht in dem Museum haben. Es soll ein "Dark Space" werden, durch den die Besucher hindurch laufen können. Die Lichtsteuerung soll interaktiv funktionieren. Ich selber werde als Hologramm erscheinen und den Besuchern die Ausstellungsgegenstände näher bringen. Wenn andere Künstler ein Werk erschaffen haben, zum Beispiel aus den bekannten "Alien"-Filmen, dann werfen wir eben ein Hologramm von diesen Künstlern an die Wand, um den Besuchern die Geschichte und die Idee dieser Filmrequisite zu erklären. Das ganze Museum soll eben spannend werden, und nicht so trocken.

Ihre Museums-Idee ist also beinahe filmisch.
Ja, das Museum soll eben viel Spaß bringen. Aber wir wollen keinen Freizeitpark daraus machen. Es soll eben beides geben: Unterhaltung und Information zur modernen Filmgeschichte.

Ein Wachsfigurenkabinett à la Madame Tussauds wird es also auch nicht?
Nein, auf keinen Fall (lacht). Obwohl wir natürlich die bekannten Figuren und Gesichter aus den Science-Fiction-Filmen ausstellen werden. Im Moment kann ich aber noch nicht nur künstlerisch denken, denn ich muss und will ja erst einmal die Mittel für das Museum auftreiben, um meine Vision realisieren zu können.

Was muss noch passieren, damit Ihr Traum tatsächlich Wirklichkeit wird?
Nicht so viel. Ein paar technische Fragen, wie wir das mit den Hologrammen genau in die Tat umsetzen können. Wonach wir derzeit wirklich suchen, ist eine passende Location. Und natürlich brauchen wir auch das Geld, um das alles realisieren zu können. Deswegen bin ich jetzt auch hier, um bei zahlreichen Events die Werbetrommel für das Filmmuseum zu rühren. Als ich zum ersten Mal von meinem Museumsplänen gesprochen habe, sagten alle: Das klappt doch sowieso nicht. Das ist genau der Ansporn den ich brauche. Und ich will auch den Nürnbergern zeigen: Es ist möglich. Habt keine Zweifel über diese Idee. Natürlich ist es normal, wenn man skeptisch ist. Aber normal ist auch ein anderes Wort für durchschnittlich. Wollt ihr wirklich etwas Normales in Nürnberg? Nein, ihr wollt etwas einzigartiges und neues in der Stadt. Ich will genau das. Etwas einzigartiges und neues nach Nürnberg bringen.

Das Gespräch führte
Nikolas Pelke.