• Dietfurt: Höhlenforscher verunglückt unter der Erde
  • Fränkische Einsatzkräfte unter anderem aus Hersbruck, Bayreuth und Erlangen dabei
  • Unfall ereignet sich 750 Meter in der Tiefe
  • Extreme Bedingungen: Bergwacht Frankenjura schildert Bedingungen vor Ort

Verzweifelte Stunden unter der Erde: Ein Höhlentaucher verunglückte auf dem Rückweg eines Forschungseinsatzes. Der 57-Jährige befand sich mit drei anderen Tauchern in der Höhle. Nach dem großen Rettungseinsatz am Samstag (6. Februar 2021) hat die Kripo mittlerweile die Ermittlungen aufgenommen.

Verunglückter Höhlentaucher: Rettung unter extremen Bedingungen

Nach einem Tauchgang durch einen engen, nicht mal einen halben Meter großen Durchschlupf tauchte der Forscher nicht mehr auf. Das berichtet Christian Schöffel, ein Sprecher des Vereins "Die Mühlbachquellhöhle und die Karstgruppe Mühlbach“, der Deutschen Presse-Agentur. Die anderen Taucher suchten daraufhin sofort nach ihrem Kollegen in dem sechs Meter langen Areal, in dem sehr schlechte Sicht herrschte. Binnen weniger Minuten zogen sie den 57-Jährigen leblos aus dem Wasser und begannen umgehend mit der Reanimation, so Schöffel. 

Einer der vierköpfigen Truppe begab sich währenddessen innerhalb von einer knappen halben Stunde zurück zum circa 700 Meter entfernten Ausgang und verständigte gegen 16 Uhr die Einsatzkräfte. Ein Großangebot an Feuerwehr, Polizei und Bergrettung traf ein. Die ersten Kräfte der Höhlenrettung Frankenjura waren bereits 45 Minuten nach dem Alarm vor Ort. Ein Arzt und Höhlenretter konnte umgehend mit umfangreichem medizinischen Material und einer schlagkräftigen Mannschaft in die Höhle einfahren. Bis zum Aufenthaltsort des Forscherteams waren es mitsamt Ausrüstung circa eine Stunde.

"Die Bedingungen in der Höhle sind extrem“, berichtet Maximilian Zeuch von der Bergwacht Frankenjura. Das Rettungsteam musste bis zu drei Meter hohe Wasserfälle hochklettern und enge, kinnhohe Wasserbecken durchqueren - und das alles mit Ausrüstung für die Erste Hilfe. Zusätzlich waren die Dunkelheit und die Kälte eine große Herausforderung. "Die Retter haben bis zur Erschöpfung gearbeitet“, so Zeuch. Die psychische und körperliche Belastung war enorm. Leider waren alle Bemühungen der Einsatzkräfte umsonst: Auf dem Transport zurück zum Höhleneingang musste der behandelte Arzt den Tod des Mannes feststellen. Die restlichen Forscher konnten die Höhle sicher verlassen und wurden vor Ort medizinisch versorgt.

Großeinsatz: Obduktion soll Aufschluss über Unglück geben

Insgesamt 200 Einsatzkräfte waren am Samstag im Einsatz. Von der Bergwacht Frankenjura waren 15 Einsatzkräfte aus den folgenden Bereitschaften im Einsatz: Bergwacht Pottenstein, Bergwacht Lauf-Hersbruck, Bergwacht Kulmbach-Obermain, Bergwacht Amberg-Kastl, Bergwacht Nürnberg, Bergwacht Erlangen, Bergwacht Fürth und Bergwacht Forchheim. Die Bergwacht Bayreuth unterstützte mit zwei weiteren Höhlenrettern den Einsatz. Auch die Feuerwehr Hersbruck war mit einem sechsköpfigen Team ihrer Höhlengruppe vor Ort. 

Die Kriminalpolizeiinspektion Regensburg führt in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth die Ermittlungen. Der genaue Unfallhergang sowie die Ursache werden derzeit ermittelt. Am Dienstag (9. Februar 2021) soll die Obduktion des Mannes stattfinden, berichtet die Polizei. Weitere Informationen sind bisher nicht bekannt. 

In der Nürnberger Innenstadt ist es bei einem verbotenen Autorennen unterdessen zu einem folgenschweren Unfall gekommen. Ein Fußgänger entging nur knapp einer Verletzung.