Corona-Infiziertem droht nach "Mach1"-Party hohe Geldstrafe: Verfahren läuft noch. In der Nacht von Samstag (15. August 2020) auf Sonntag (16. August 2020) fand in der Nürnberger Diskothek "Mach1" eine als geschlossene Veranstaltung deklarierte Feier statt. Nun stellt sich heraus: Es war keine private Party. Das berichtet das Ordnungsamt Nürnberg. Unter den 90 Teilnehmern waren Personen aus verschiedenen fränkischen Regionen.

Einer der Gäste hatte die Feier besucht, obwohl er zu dem Zeitpunkt unter Quarantäne stand. Anschließend stellte sich heraus, dass er sich bereits vor der Party mit dem Coronavirus infiziert hatte. Das berichtete das Landratsamt Fürth in einer Pressemitteilung. Nach den übrigen Gästen wird nun gesucht. Dem Infizierten droht nun ein hohes Bußgeld.

Update vom 04.09.2020, 13.45 Uhr: Bußgeldbetrag steht noch nicht fest 

Der endgültige Bußgeldbetrag für den Infizierten stehe noch nicht fest, das berichtet das Ordnungsamt Fürth gegenüber inFranken.de. Der Mann hatte gegen gegen Quarantänevorschriften verstoßen und hatte trotz ausstehendem Corona-Testergebnis eine Party im "Mach1" in Nürnberg besucht.

Es müsse jetzt geprüft werden, inwieweit es sich um Fahrlässigkeit oder Vorsatz handele, berichtet das Ordnungsamt weiter. Bei einem vorsätzlichen Verstoß drohen dem Mann bis zu 10.000 Euro Bußgeldstrafe, bei Fahrlässigkeit wären es 5000 Euro. Man müsse das laufende Verfahren abwarten. 

Update vom 25.08.2020, 14.35 Uhr: Keine private Feier - es gab mehrere Veranstalter

Die Corona-Party, die von Samstag (15. August 2020) auf Sonntag (16. August 2020) war keine private Feier. "Bei einer geschlossenen Gesellschaft oder privaten Feier gibt es nur einen Einladenden und die Gäste kennen sich untereinander", berichtet Robert Pollack, Abteilungsleiter für Sicherheits- und Ordnungsangelegenheiten des Ordnungsamts Nürnbergs, gegenüber inFranken.de." Das war hier nicht der Fall. Leute wurden über verschiedene Kanäle von unterschiedlichen Personen eingeladen."

Es müsse nun geprüft werden, wer dafür verantwortlich gewesen sei. Ob der Club "Mach1" gegen die Vorschriften verstoßen habe oder die Privatperson selbst, stehe noch nicht fest. Der Club hatte vor einiger Zeit beschlossen, seine Räumlichkeiten zu vermieten, um sich so in der Corona-Krise über Wasser zu halten. 

Die Partygäste werden derzeit ermittelt oder wurden schon kontaktiert. "Unter den fast 90 Teilnehmern hat die regionale Streuung bis nach Würzburg gereicht", so Andreas Franke, Pressesprecher der Stadt Nürnberg. Der infizierte Gast selbst sei aus dem Raum Fürth. "Mehrere Gesundheitsämter kümmern sich um die Fälle." Das Ordnungsamt und die Polizei wollen in den nächsten Wochen verstärkt die Clubszene kontrollieren. 

Den Infizierten erwartet indes eine Geldstrafe wegen Verstoßes gegen die Quarantäneverordnung. Wie das Ordnungsamt Fürth gegenüber der dpa angab, wird ein Bußgeld von bis zu 10.000 Euro fällig.

Erstmeldung vom 24.08.2020: Partygast war mit Corona infiziert  

Einer der Gäste war im Vorfeld der Feier auf Covid-19 getestet worden. Obwohl das Resultat noch ausstand, nahm er an der Party im "Mach1" teil. Die Person stand zum Zeitpunkt der Feier nach der Bayerischen Einreise-Quarantäneverordnung unter häuslicher Quarantäne. Ihr positives Testergebnis erhielt sie erst nach der Party im "Mach1". 

Die Veranstaltung fand außerdem in der infektiösen Phase der Person statt, weshalb alle anwesenden Partygäste und anwesendes Personal nun als Kontaktpersonen der Kategorie 1 gelten.

Laut Landratsamt Fürth liegen handschriftliche Teilnehmerlisten vor. Derzeit werden die Personen ermittelt und informiert. Aufgrund von lückenhaften, unleserlichen und teilweise falschen Angaben konnten bisher jedoch nicht alle angegebenen Partygäste kontaktiert werden.

Gesundheitsamt und Polizei suchen Kontaktpersonen

Das Gesundheitsamt ist derzeit in Abstimmung mit der Polizei auf der Suche nach den übrigen Gästen. Deshalb bittet das Gesundheitsamt darum, dass sich alle Teilnehmer der Veranstaltung dringend und unverzüglich beim jeweils für den Wohnort zuständigen Gesundheitsamt melden.

Diese Personen werden dann - falls noch nicht geschehen - getestet. Es wird ihnen außerdem dringend empfohlen, sich bis zum Vorliegen eines negativen Testergebnisses häuslich zu isolieren, betont das Landratsamt.

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