Nürnberger "Mach1" vermietet Club für Privatfeiern: Bereits seit März haben Clubs in Franken schon geschlossen. Während alle anderen Geschäfte, Restaurants und Hotels rund um das Mach1  nach und nach wieder öffnen durften, zählen die Nachtclubs wohl zu den größten Verlierern der Corona-Krise. Tim Spitzer, Geschäftsführer der beliebten Nürnberger Party-Location Mach1, spricht mit inFranken.de über die schwere Zeit und erklärt, wie er und sein Team die Krise meistern wollen.

„Uns geht’s nicht gut“, beginnt Spitzer das Gespräch. Dass das Mach1 auf nicht absehbare Zeit schließen müsse und noch immer keine Signale von der Politik kämen, mache ihm und dem Mach1-Team schwer zu schaffen. „Wir rechnen auch nicht damit, dass wir dieses Jahr noch öffnen dürfen und auch nächstes Jahr erstmal noch nicht.“ Eine zusätzliche Belastung: Andere Clubs in Nürnberg wie das Schimanski oder das Stereo haben Außenbereiche, das Mach1 nicht. Seit knapp einem Monat (16. Juli 2020) dürfen diese wieder öffnen, um so zumindest etwas Umsatz generieren zu können. Kein Außenbereich, kein Umsatz also.  

Vermietung des Mach1 in Nürnberg für private Feiern soll helfen

Deshalb will sich das Mach1 nun auf andere Weise über Wasser halten: „Wir hoffen, durch Privatveranstaltungen, wie Geburtstage, Hochzeiten oder Verlobungsfeiern Umsatz zu machen“, erklärt Spitzer. Die Räumlichkeiten des Mach1 können ab sofort gemietet werden – „auch wenn es vielleicht nicht die typische Kulisse ist.“ Das alles sei abgesprochen und geschehe unter strenger Einhaltung von Hygienevorschriften, so sei zum Beispiel die Personenanzahl sei auf 100 Leute beschränkt. 

 

Dies sei ein notwendiger Schritt, erklärt der Geschäftsführer, denn die Staatshilfen würden nicht ausreichen: „Wir sind dem Staat, beziehungsweise Bayern sehr dankbar dafür. Aber über Wasser halten uns die Hilfen nicht wirklich“. Außerdem seien die Hilfen nur temporär angelegt, was danach komme, sei unklar: „Die Hilfen sind für drei Monate, also noch bis September. Wir hoffen auf weitere Zeichen aus der Politik.“ 

Dass das Mach1 so lange geschlossen bleiben muss, kann der Geschäftsführer trotzdem nachvollziehen: „Uns ist klar, dass Clubs schnell zum Hotspot werden können“, so Spitzer. Dieser Meinung sind auch Virologen wie Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM). Gerade in Clubs, Bars und Discos finde das Coronavirus perfekte Bedingungen für eine schnelle Verbreitung.

Keine große Hoffnung auf schnelle Änderung der Lage

Spitzer glaubt dennoch, dass es möglich sei, Clubs unter bestimmten Bedingungen zu öffnen: „Wir haben schon mit anderen Clubs zusammen einen Corona-Plan mit Hygieneregeln entworfen, der in der Politik aber noch nicht einmal diskutiert worden ist.“ Auf eine schnelle Änderung der Lage haben er und das Team von Mach1 also keine große Hoffnung. 

Mit ihrem weltweit wohl einzigartigen Bio-Desinfektionsspray wollen Reinhard und Max Engel von der Nürnberger Hausbrauerei und Whiskydestille „Altstadthof“ den Kampf gegen das Coronavirus unterstützen.