Ein bisschen traurig ist Fabian Giersdorf am Wahlabend schon gewesen. "Im ersten Moment ist man schon ein bisschen geknickt", gibt der 23-jährige Jura-Student aus Roth unumwunden zu. Am nächsten Tag sehe die Welt aber gleich schon wieder ganz anders aus. "Ich Grunde habe es nicht anders erwartet", sagt Giersdorf und betont: "Eigentlich bin ich mit dem Ergebnis von rund 2500 Stimmen sogar zufrieden." Schließlich sei er mit Platz 13 gar nicht so weit abgeschlagen. Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis stellt die CSU zehn Stadträte in Roth. Giersdorf hatte im Wahlkampf mit einem markigen Rapper-Spruchunter seinem Konterfei auf einem Wahlplakat versucht, besonders bei jungen Wählern zu landen. "Mir haben 600 Stimmen für einen Einzug in den Stadtrat gefehlt. Ich glaube nicht, dass mir ein seriöseres Plakat mehr Stimmen eingebracht hätte", analysiert Giersdorf am Montag sein persönliches Wahlergebnis.

Der 23-jährige Student, der sich erstmals zur Wahl gestellt hatte, stellt einen allgemeinen Negativtrend für junge Politiker bei den Kommunalwahlen fest. "Viele junge Kandidaten sind bei den Kommunalwahlen von den vorderen Listenplätzen nach hinten durchgereicht worden." Viele Wähler würden sich bei der Stimmabgabe offensichtlich am Beruf der Kandidaten orientieren. "Als Student hat man es da schwer", sagt Giersdorf. Besonders die konservativen Stammwähler würden ungern bei einem CSU-Kandidaten ihr Kreuzchen machen, der Student als Beruf angibt. Den Kopf in den Sand stecken will Giersdorf nach seiner persönlichen Wahlschlappe aber nicht. "Ich mache weiter. Viele Leute haben mir gesagt: Komm in sechs Jahren wieder. Für viele Wähler war ich einfach zu jung", berichtet der 23-Jährige weiter.

Besonders ärgert sich Giersdorf über die geringe Wahlbeteiligung. "Nur 44 Prozent sind in Roth zur Wahl gegangen. Das zeigt, dass sich immer weniger Menschen dafür interessieren, was in der Stadt passiert. Das ist total traurig." Nun hofft Giersdorf darauf, dass die zehn gewählten Parteifreunde die Jugendthemen verstärkt in den Stadtrat einbringen werden. "Gottseidank ist der Daniel Matulla gewählt worden." Matulla, der junge Ortsvorsitzende der CSU in Roth bedauert seinerseits, dass Giersdorf den Sprung in den Stadtrat nicht geschafft hat. "Natürlich war der Fabian im ersten Moment geknickt. Aber nun blickt er nach vorne. Das freut mich, denn wir sind mehr als Parteifreunde also richtige Freunde", sagt Matulla der als Spitzenkandidat seiner Partei angetreten ist. Die Wähler haben den jungen Ortsvorsitzenden am Ende auf Platz 6 der CSU-Liste in den Rat der Stadt Roth gewählt.

Fabian Giersdorf kündigt selbstbewusst an, sich weiter am Politikgeschehen in der Stadt beteiligen zu wollen. "Ich muss nicht im Stadtrat sitzen, um Politik zu betreiben. Ich werde meine Facebook-Seite weiter machen, und dort über aktuelle Hintergründe und Vorgänge in der Stadtpolitik berichten."