Unbekannte sprengten am Mittwoch (18. Oktober 2023) einen Geldautomaten an der Feuerwehrwache in Laudenbach (Landkreis Miltenberg). Ihr brutales Vorgehen zog heftige Konsequenzen für die Einsatzkräfte nach sich.
Am frühen Mittwochmorgen (18. Oktober 2023) hörte der stellvertretende Kommandant der Feuerwehr Laudenbach Steffen Mohn "einen Schlag, aber ich konnte ihn nicht zuordnen", wie er inFranken.de berichtet. Schnell verbreitete sich daraufhin die Nachricht: Der Geldautomat am Feuerwehrhaus in der Miltenberger Straße 21 wurde gesprengt.
Bilder des Kommandanten André Ludwig zeigen die Zerstörung eindrucksvoll. "Die Druckwelle war enorm", erinnert sich sein Kollege. Jetzt müsse ein Sachverständiger das 35 Jahre alte Haus sogar überprüfen.
"Heftig eingeschlagen": Automatensprenger richten massive Zerstörung in Laudenbacher Feuerwehrhaus an
Das Feuerwehrhaus sei zum Tatzeitpunkt nicht besetzt gewesen. Mohn zählt den umfangreichen Schaden auf, der bei der Sichtung zutage kam: "Zwei Tore sind beschädigt. Das Glas ist herausgesprungen und die Rollen sind verbogen. Auch eine Holztür zum Schulungsraum ist kaputt. Hier ist es heftig eingeschlagen. Sie schließt aber noch." Bis zum späten Mittwochabend sei die Feuerwehr nicht einsatzbereit gewesen.
"Das Feuerwehrhaus können wir notdürftig weiterbetreiben, wir müssen nur mit ein, zwei Provisorien leben", erklärt der stellvertretende Kommandant. Ein Fahrzeug sei beispielsweise aufgrund des zerstörten Tores nun umgeparkt. Eines stehe im Freien, "bis die Tore instand gesetzt werden", so Mohn.
Die Fahrzeuge selbst seien augenscheinlich nicht beschädigt. Fünf bis sechs Jahre stehe der Automat laut André Ludwig nun schon am Feuerwehrhaus. Die Feuerwehrführung sei nicht begeistert von diesem Standort gewesen. Jedoch seien nicht alle Orte dafür geeignet, denn eine relativ starke Stromversorgung sei nötig. Auch habe nicht jeder in der Gemeinde die Sorgen nachvollziehen können.
Polizei sucht Zeugen - berüchtigte Bankenbomber aus den Niederlanden treiben weiter ihr Unwesen
"Es war der einzige Geldautomat bei uns im Ort, weil die Filialen von Sparkasse und Raiffeisen geschlossen wurden. Daraufhin hat Raiffeisen den Automaten zur Verfügung gestellt", fügt Ludwig hinzu. Die noch unbekannten Täter bewiesen letztlich auf brutale Weise, dass selbst ein kleiner Ort mit etwa 1500 Einwohnern nicht von Automatensprengungen verschont bleibt.
Am 4. September 2023 ereignete sich auch eine Sprengung in Abtswind (Landkreis Kitzingen) und am 6. September 2023 in Cadolzburg (Landkreis Fürth). Im September gewährte das LKA inFranken.de Einblicke in das geschickte Vorgehen der Kriminellen. Ob es sich um die gut organisierten Bankenbomber-Banden handelte, die in den Niederlanden ansässig sind, ist unklar.