Autozulieferer-Werk in Franken droht die Schließung – 350 Jobs in Gefahr

2 Min
Cummins: Autozulieferer-Werk in Marktheidenfeld droht die Schließung
Die Autoindustrie steht seit Längerem vor enormen Herausforderungen.
Maschinenbauer, Anlagenbauer, Fabrikhalle, Fertigung, Produktion, Autozulieferer, Industriehalle
KI-generiertes Symbolbild / Gemini
Cummins: Autozulieferer-Werk in Marktheidenfeld droht die Schließung
Die Autoindustrie steht seit Längerem vor enormen Herausforderungen.
Fabrikhalle, Industrie, Produktion, Fertigung, Herstellung, Werk, Autozulieferer
nordroden / Adobe Stock (Symbolbild)
Cummins: Autozulieferer-Werk in Marktheidenfeld droht die Schließung
Die Autoindustrie steht seit Längerem vor enormen Herausforderungen.
Maschinenbauer, Anlagenbauer, Fabrikhalle, Fertigung, Produktion, Autozulieferer, Industriehalle, Heizungsbauer
KI-generiertes Symbolbild / Gemini

Einem Autozulieferer-Werk in Franken droht die Schließung. In Gefahr sind 350 Jobs. "Hinter jeder einzelnen Stelle stehen Menschen, Familien und Lebensperspektiven", betont die IG Metall.

Bangen im unterfränkischen Landkreis Main-Spessart: Die Belegschaft des US-Automobilzulieferers Cummins in Marktheidenfeld fürchtet um ihre berufliche Zukunft. Unklar ist derzeit, ob das Werk im Stadtteil Altfeld erhalten bleibt. Eine mögliche Schließung steht im Raum. Nach Angaben der IG Metall Würzburg sind rund 350 Arbeitsplätze gefährdet. inFranken.de hat beim Unternehmen nachgefragt, wie es um den Fortbestand des Standorts steht.

Der oberfränkische Autozulieferer RAPA treibt indessen seine Expansion in Fernost voran. Am Standort Jintan ging Anfang September das zweite chinesische Werk in Betrieb.

Main-Spessart: Cummins-Werk in Marktheidenfeld vor Schließung?

Nach Informationen aus dem Umfeld der Gewerkschaft sollen Schließungspläne im Unternehmen kommuniziert worden sein. Der Betriebsrat habe bislang demnach vor allem die Information erhalten, dass Cummins den Standort schließen wolle. Offen seien aber weiterhin entscheidende Fragen – etwa wann ein solcher Schritt erfolgen könnte und wie der weitere Ablauf aussehen würde. Genau diese Ungewissheit befeuert derzeit die Verunsicherung in Altfeld. 

Die Arbeitnehmervertreter fordern deshalb schnelle und umfassende Aufklärung. "350 Arbeitsplätze sind keine Randnotiz. Hinter jeder einzelnen Stelle stehen Menschen, Familien und Lebensperspektiven", betont Norbert Zirnsak, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Würzburg, in einer Erklärung der Gewerkschaft. "Die Kolleginnen und Kollegen haben ihren Beitrag zum Unternehmenserfolg geleistet. Deshalb erwarten wir jetzt Klarheit darüber, warum der Standort zur Disposition steht, und welche Alternativen geprüft werden." Die Beschäftigten hätten ein Recht darauf, zu erfahren, welche Zukunft Cummins für Altfeld sehe. 

Aus Sicht der Gewerkschaft reicht die Bedeutung des Falls weit über das Werk hinaus. "Die Region Marktheidenfeld lebt von starken Industriebetrieben und guten Arbeitsplätzen", so Zirnsak weiter. Wenn 350 Jobs zur Disposition stünden, betreffe dies nicht nur die Belegschaft von Cummins, sondern die gesamte regionale Wirtschaft. "Umso wichtiger ist es, jetzt alle Perspektiven für den Standort sorgfältig zu prüfen", appelliert der Interessenvertreter der Cummins-Belegschaft. 

Keine Zukunft für Zulieferer-Werk in Franken? So äußert sich das US-Unternehmen

Auch Björn Manns von der IG Metall Würzburg sieht nun eine entscheidende Phase für die Belegschaft. "Die kommenden Wochen werden für die Belegschaft entscheidend sein. Gerade in einer solchen Situation kommt es darauf an, informiert zu bleiben, miteinander zu sprechen und geschlossen aufzutreten. Je stärker die Beschäftigten zusammenstehen, desto größer ist ihr Gewicht bei den anstehenden Entscheidungen", erklärt der Betriebsbetreuer. Die Gewerkschaft kündigt an, die Mitarbeiter eng zu begleiten und auf Transparenz bei allen weiteren Schritten zu drängen.  

Cummins selbst bleibt in seiner Antwort auf Anfrage von inFranken.de zurückhaltend, bestätigt aber, dass ein offizieller Prozess läuft. Gegenüber unserer Redaktion berichtet das US-Unternehmen, es habe für den Standort Marktheidenfeld ein Informations- und Konsultationsverfahren eingeleitet und setze sich nachdrücklich für eine partnerschaftliche Zusammenarbeit ein. Cummins überprüfe seine Standortstruktur laufend im Einklang mit der sich weiterentwickelnden Unternehmensstrategie, um in der jeweiligen Branche wettbewerbsfähig zu bleiben.

Ziel sei es, Lösungen zu priorisieren, die den Kunden den größten Mehrwert böten und die Interessen der Mitarbeitenden wahrten; gleichzeitig solle durch Transparenz sichergestellt werden, dass alle Beteiligten stets informiert blieben.

Ebendiese Transparenz vermissen die Mitarbeiter des Automobilzulieferers und die Arbeitgebervertreter aber offenkundig, wie aus der Verlautbarung der IG Metall hervorgeht. Ob das im unterfränkischen Landkreis Main-Spessart gelegene Werk eine Zukunft hat, werden nun die kommenden Wochen zeigen.

Die Autoindustrie steht seit Längerem vor enormen Herausforderungen: Der fränkische Zulieferer Schaeffler musste unlängst seine mittelfristigen Geschäftsziele korrigieren.

Wie wir künstliche Intelligenz einsetzen