Angehörige und Kollegen erinnern in einem bewegenden Nachruf an ihren verstorbenen Weggefährten. Er legte den Grundstein für das heute erfolgreiche Unternehmen mit mehr als 50 Getränkemärkten.
Das Getränkemarkt-Unternehmen Hörl trauert um seinen verstorbenen Seniorchef Martin Hörl. Dieser sei am 12. September 2026 "nach kurzer, unheilbarer Krankheit friedlich eingeschlafen", wie die Firma mit Sitz im oberbayerischen Rockolding, einem Gemeindeteil von Vohburg im Landkreis Pfaffenhofen, in den sozialen Medien bekannt gibt. Er wurde 89 Jahre alt. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Gerta hat er das Unternehmen gegründet, welches insgesamt 53 Filialen betreibt. Vier davon befinden sich in Franken – in Hilpoltstein und Greding im Landkreis Roth sowie in Weißenburg und Raitenbuch im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen.
"Wir werden ihn als bodenständigen und unermüdlichen Unternehmer in Erinnerung behalten – vor allem aber als gütigen, herzlichen und humorvollen Menschen", heißt es in dem Post. Hörl sei außerdem ein Mann "voller Ideen" gewesen und "jemand, der immer selbst mit anpackte". Mit 31 Jahren startete seine Karriere bei der Brauerei Münch in Geisenfeld. Im Jahr 1967 beschloss Martin Hörl auf dem landwirtschaftlichen Anwesen seiner Eltern in Geisenfeld/Gaden einen Getränkehandel zu gründen.
Gründer mit 89 Jahren verstorben - warum das Wahrzeichen von Getränke Hörl ein Elefant ist
Anfangs versorgte das Ehepaar vor allem die Arbeiter beim Ausbau der A9. 1972 entstand dann einer der ersten Getränkeabholmärkte in Ingolstadt – mit einer ersten Tageseinnahme von 3,50 Deutsche Mark. "Am zweiten Tag konnte man den Umsatz auf beachtliche 16,80 DM steigern", erklärt Getränke Hörl auf seiner Website mit einem Augenzwinkern. Getränke Hörl wurde 2025 vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie mit dem Preis "Bayerns Best 50" ausgezeichnet, wie die Firma auf ihrer Seite schreibt. Diese fränkischen Unternehmen wurden 2026 gewürdigt.
Der Seniorchef habe früh den Wandel von Heimdienst zu modernen Getränkemärkten erkannt und "trieb den Ausbau des Unternehmens entschlossen voran". Auch die Gründung der Klosterbiere und der Eigenmarke "Hörli" initiierte er. 1979 beeindruckten die Elefanten auf einer Safari in Kenia ihn so sehr, dass ein blauer Elefant als Wahrzeichen und Maskottchen für die Firma entstand. Er wird als "Dicker Durstlöscher" bezeichnet.
Im Jahr 1999 übergaben Gerta und Martin Hörl ihr Lebenswerk an ihren Sohn Walter. Dieser ist dem Unternehmen heute weiterhin verbunden, die Geschäftsführung halten mittlerweile Ulrich Lindinger, Marvin Gehrke und Christian Hörl inne. In Mittelfranken ist vor Kurzem ein Landwirt und Kommunalpolitiker gestorben. Er wurde nur 45 Jahre alt.
Getränke Hörl trauert um Seniorchef - "seine besondere Art wird uns fehlen"
"Bis fast zuletzt war Martin noch regelmäßig im Betrieb, schaute nach dem Rechten und arbeitete selbstverständlich auch selbst im Leergut mit", schätzt das Unternehmen Hörls Engagement. "Sein verschmitztes Lächeln, seine Geschichten und seine besondere Art werden uns fehlen."
Auch unter dem Beitrag ist die Anteilnahme groß. "Mein aufrichtiges Beileid", kommentieren mehrere Nutzer. "Wir verlieren einen großartigen Menschen, Freund und Gönner des FC Geisenfeld. Er wird uns und dem Verein sehr fehlen", schreibt ein anderer.