In der Berufsschule fand an zwei Tagen eine große Typisierungsaktion der Deutschen Knochenmarkspendedatei (DKMS) mit einer vorhergehenden Einführungsveranstaltung statt, an der sich etwa 500 Schüler beteiligten. Die DKMS ist die weltweit größte Datei, in der die Daten von aktuell 4,6 Millionen potenziellen Knochenmarkspendern für an Blutkrebs erkrankte Menschen gesammelt werden. Weltweit sind derzeit etwa 30 Millionen mögliche Spender registriert. Eine DKMS-Mitarbeiterin erläuterte den Schülern mit einem Lichtbildervortrag die Modaltäten der Typisierung und einer möglichen Knochenmarkspende.
Die einzige Chance auf Heilung dieser Krebserkrankung des blutbildenden Systems, die auf einer übermäßigen Vermehrung der weißen Blutkörperchen beruht, liege in der Transplantation von Blutstammzellen eines gesunden Spenders, dessen Gewebemerkmale mit denen des Patienten übereinstimmen. Je mehr potentielle Spender erfasst seien, desto größer seien die Erfolgschancen einen genetischen Zwilling zu finden.


Umproblematischer Abstrich

Noch immer finde aber jeder siebte Patient keinen passenden Spender. Meistens werden die Stammzellen dem Blut entnommen. Bei etwa 20 Prozent der Fälle werden dem Spender unter Vollnarkose aus dem Beckenkamm rund fünf Prozent seines Knochenmarks entnommen, das sich nach zwei bis vier Wochen wieder regeneriert. Die Typisierungsaktion verlief für die teilnehmenden Schüler ganz unproblematisch durch einen Wangenabstrich von der Mundschleimhaut mittels eines Wattestäbchens.


Spende ging nach Kanada

Jeder Teilnehmer kann dadurch unter Umständen zu einem Lebensretter werden wie die 23-jährige Lena Schmidt. Die aus dem Bodenseegebiet stammende und jetzt in Coburg lebende Studentin wurde bereits kurz nach ihrer Typisierung zu einer Stammzellenspende gebeten. Dabei wurden ihr die Stammzellen operativ unter Vollnarkose aus dem Beckenkamm entnommen. Wie sie später erfuhr, rettete sie damit einem an Leukämie erkrankten achtjährigen Jungen aus Kanada das Leben.
Der Junge kann wieder ein normales Leben führen, Sport treiben und zur Schule gehen. Lena Schmidt steht mit ihm in lebhaftem Briefkontakt und möchte ihn im September mit ihrer Familie in Kanada besuchen.