In den jeweiligen Ausschüssen aller drei Vereine wurde das Vorhaben bereits abgesegnet. Jetzt müssen nur noch die Mitglieder mit 75-prozentiger Mehrheit "Ja" zu dem geplanten Verschmelzungsvertrag sagen. Doch bevor sie zur Abstimmung gebeten werden, wollen die Initiatoren ihr Vorhaben erst einmal erläutern. So findet heute in der Gaststätte Vonbrunn in Mainroth eine Informationsveranstaltung statt. Beginn ist um 19.30 Uhr. "Wir wollen alle Mitglieder mitnehmen", sagt SG-Vorsitzender André Heinz. Der 40-jährige Bankkaufmann ist gleichzeitig auch Zweiter Vorsitzender des VfB Rothwind/Fassoldshof.

FT: André Heinz, den VfB Rothwind/Fassoldshof gibt es seit 1968, den FC Mainroth bereits seit 90 Jahren. Haben Sie nicht Angst, dass Traditionalisten gegen die Auflösung der Vereine sind?
André Heinz: Nein, wir sind überzeugt, gute Argumente für die Verschmelzung zu haben. Von der Tradition allein können wir uns nichts mehr kaufen. Als wir 2002 die SG Roth-Main gegründet haben, waren zunächst auch viele skeptisch. Doch mittlerweile können alle stolz sein auf den Verein.

Die SG gibt es seit zehn Jahren. Wie fällt Ihre Bilanz aus?
Die Idee hat sich sowohl sportlich als auch wirtschaftlich als durchschlagender Erfolg erwiesen. Seit wir den Spielbetrieb komplett von Mainroth nach Rothwind verlegt haben, sehen wir wirtschaftlich noch bessere Möglichkeiten.

Welche Vorteile entstehen durch die geplante Verschmelzung?
Vor allem liegen die Vorteile in der Effizienz, weil wir uns viele Strukturen sparen. Zum Beispiel muss man keine drei separaten Ausschusssitzungen mehr durchführen. Wenn Doppelveranstaltungen wegfallen, sinkt auch die Belastung für die Funktionäre. Außerdem ist die Identifikation der Fußballer mit einem Verein höher. Aus einer Zweckgemeinschaft soll eine echte Gemeinschaft entstehen.

Was passiert mit den Vereinsvermögen, was mit den Mitgliedern und Abteilungen des FC sowie des VfB?
Das gesamte Vermögen der beiden Stammvereine geht in die SG über. Alle Rechte und Pflichten werden von der SG ebenso übernommen wie die Mitglieder und ihre angesammelten Jahre, die Ehrenmitglieder, die Abteilungen Volleyball, Tischtennis und Gymnastik. Beitragserhöhungen sind nicht geplant.

Was soll mit dem Sportgelände des FC Mainroth passieren, wo finden künftig die Feste statt?
Wir wollen zumindest einen Fußballplatz in Mainroth als Trainings- und Ausweichplatz erhalten. Ansonsten schließen die immer weiter gestiegenen Anforderungen in Bezug auf die Durchführung von Festen wie die Hygienevorschriften größere Veranstaltungen am FC-Sportgelände aus. Wir wollen künftig aber auch in Mainroth Feste feiern und dazu die Gemeinschaftshalle nutzen.

Wie erklären Sie sich den aktuellen Höhenflug der SG-Fußballer? Die 1. Mannschaft steht ja dicht vor dem erstmaligen Aufstieg in die Kreisliga.
Dass wir mit unserem finanziellen Aufwand, der fast bei Null liegt, Tabellenführer sind, ist schon Wahnsinn. Wir profitieren natürlich auch davon, dass wir im Nachwuchsbereich der Jugendfördergemeinschaft Kunstadt Obermain angehören, die in drei Altersklassen in der Bezirksoberliga vertreten ist.

Wo soll der Sitz der SG Roth-Main sein?
Sitz des Vereins soll künftig Rothwind sein, da dort die beste Infrastruktur vorhanden sind. Außerdem versprechen wir uns durch den Markt Mainleus und den Landkreis Kulmbach eine bessere finanzielle Unterstützung als auf Lichtenfelser Seite. Dies hat zumindest die jüngste Vergangenheit gezeigt.

Könnte es sein, dass die
SG Roth-Main einmal in den Spielkreis Bamberg/Bayreuth/Kulmbach wechselt?
Das ist von unserer Seite derzeit nicht angedacht.
Wie optimistisch sind Sie, dass die Mitglieder Ja zu dem Vorhaben sagen?
Sehr optimistisch. Trotzdem haben wir uns dazu entschieden, erst einmal zwei Informationsveranstaltungen durchzuführen, um alle Fragen zu klären. Wir wollen alle Mitglieder mitnehmen.

Und was passiert, wenn die Mitglieder wider Erwarten die Verschmelzung ablehnen?
Dann müssen wir das zur Kenntnis nehmen. Es wäre aber schwer zu verstehen, denn es gibt eigentlich keine Alternative.