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Lichtenfels
Corona-Lockerungen

Nur noch der Wettkampf fehlt

Seit Mittwoch dürfen Ringer, Boxer und andere Kämpfer wieder mit Kontakt trainieren - Reaktionen von drei Klubs.
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Nur Gymnastik- und Konditionstraining war bisher für die Ringer, hier Darius Mayek vom Bundesligisten AC Lichtenfels, möglich. Nun dürfen die Kampfsportler wieder gegen einen Gegner im Training auf die Matte und ihre Griffe und Würfe üben.  Foto: Archiv/Gunther Czepera
Nur Gymnastik- und Konditionstraining war bisher für die Ringer, hier Darius Mayek vom Bundesligisten AC Lichtenfels, möglich. Nun dürfen die Kampfsportler wieder gegen einen Gegner im Training auf die Matte und ihre Griffe und Würfe üben. Foto: Archiv/Gunther Czepera
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Selten dürfte eine Mitteilung des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder bei Sportlern im Freistaat solch große Freude ausgelöst haben, wie die am Dienstag dieser Woche. Das Training mit Körperkontakt ist zugelassen, hieß es. Nicht nur die Trainer von Mannschaftssportarten jubelten, dass wieder um den Ball gekämpft werden darf. Bei den Aktiven, die auf Kontakt in ihrem Sport angewiesen sind, den Kampfsportlern, löste die Information eine riesengroße Erleichterung aus.

Maximal fünf Kämpfer pro Gruppe

Einschränkungen gibt es zwar noch, doch ein Boxer oder Ringer ohne Gegner ist wie ein Fisch auf dem Trockenen. Die Trainingsgruppen sind auf maximal fünf Personen beschränkt. Bei Kampfsportlern meist kein Problem, da diese in Gewichtsklassen eingeteilt sind und selbst im Training kein 50-Kilo-Athlet gegen einen Zwei-Zentner-Bullen auf die Matte geht oder in den Ring steigt.

Heiko Scherer, Mannschaftsführer beim Ringer-Bundesligisten AC Lichtenfels, vernahm die freudige Nachricht am Dienstag im Radio. "Unsere Athleten haben schon darauf hingefiebert, endlich wieder Mann gegen Mann zu trainieren." Die Vereinsverantwortlichen hatten bisher ihre kleine AC-Halle in vier Trainingszonen eingeteilt, in der jeweils vier Ringer ohne Kontakt üben durften. Davor war Training im Freien angesetzt, mit viel Kraft- und Ausdauereinheiten. Jetzt dürfen die ACL-Übungsleiter Ali Hadidi und Venelin Venkov wieder Griffe und Würfe lehren.

Bundesliga-Saison noch offen

Offen ist jedoch derzeit noch, wofür die Ringer des ACL überhaupt trainieren. Ob eine Bundesliga-Saison im Herbst stattfindet, ist noch offen. Alle Vereine wurden vom Deutschen-Ringerbund (DRB) gebeten, bis 31. Juli einen Fragenkatalog zu beantworten, ob und unter welchen Bedingungen und mit welcher Zuschauerbeteiligung eine Saison denkbar wäre.

Diese Probleme hat Kickbox-Trainer Jochen Paulfranz von der SG Rödental (Kreis Coburg) nicht. Seine Sportler haben keinen Ligenbetrieb, beschränken sich auf Meisterschaften auf verschiedenen Ebenen. Paulfranz hatte seinen Trainingsbetrieb in Rödental so organisiert, dass er acht Sandsäcke auf seiner Trainingsfläche verteilte, mit dem entsprechenden corona-erlaubten Abstand. "Über eine App haben die Sportler ihr Training gebucht. Danach wurde gelüftet und desinfiziert", berichtet Paulfranz. "Das lief ganz gut, trotzdem fehlt einem Kampfsportler natürlich der Kontakt."

Hoffen auf Junioren-WM

Umso mehr freut sich der Rödentaler über die Lockerungen und hofft, dass die auf November verschobene Junioren-Weltmeisterschaft stattfinden könne. In Serbien will er seinen Sohn Max betreuen. Das Training mit Kontakt werde er aber erst ab Montag starten. Bis dahin hofft er, alle Details geklärt zu haben.

Boxer durchwegs fleißig

Gleich am Mittwoch wollen dagegen die Boxer des AC Bavaria Forchheim ins Sparring im Ring einsteigen. "Die Aufhebung des Kontaktverbots ist Gold wert für uns", sagt Bavaria-Abteilungsleiter und Trainer Jörg Braun. Die Forchheimer haben seit März eigentlich durchtrainiert, halfen sich mit Online-Übungen und Whats-App-Trainingsplänen, bis man wieder an Hantel und Sandsack durfte.

"Unsere Trainingshalle war stets bis an das Erlaubte gefüllt. Unsere Sportler zwischen fünf Jahren bis zu den Erwachsenen, waren sehr eifrig und meldeten sich gleich nach dem Training für das nächste an", berichtet Braun, der heuer noch auf echte Kämpfe hofft.

Darauf baut auch Jörg Ammon, Präsident des Bayerischen Landes-Sporverbandes (BLSV). "Wir begrüßen die neuen Lockerungen im Sport. Uns ist bewusst, dass unsere Sportvereine auf eine schnelle Rückkehr zur Normalität hoffen und bereits in den Startlöchern stehen. Dennoch steht für uns nach wie vor die Gesundheit unserer Sportlerinnen und Sportler an oberster Stelle. Wir unterstützen den umsichtigen Weg der Staatsregierung, hoffen aber auch auf zeitnahe weitere Lockerungen. In der vierten und letzten Stufe steht nun noch die Wiederaufnahme des Wettkampfbetriebs für Kontaktsportarten an."

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