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Radsport

Biker hoffen auf Rennen im Herbst

Die Wettkampfsaison der Mountainbiker ist überwiegend ausgefallen. Rennen im September sind noch nicht abgesagt.
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Sobald die Temperaturen steigen, erwacht nicht nur die Tierwelt in den fränkischen Wäldern aus dem Winterschlaf, auch die Outdoor-Sportler lassen sich von der Wärme ins Freie locken. Allen voran die Läufer und Fahrradfahrer. Eine spezielle Spezies sind die Mountainbiker, die gerne auch im Rudel durch die Wälder und die Berge streifen.

Doch in Corona-Zeiten treten die Wald- und Wiesenbiker oft als Einzelgänger auf. Ein Vorteil der Sportart, doch gerade die in den Vereinen organisierten Radsportler - und dort die Nachwuchsbiker - vermissen das gemeinsame Training und ihre Rennen.

Die Cross-Country-Rennserie, der Cube-Cup, die zwölf Veranstaltungen in Oberfranken und im nahen Tschechien umfasst, bietet zusammen mit dem Franken-Bike-Marathon in Trieb (Landkreis Lichtenfels) Bikern in allen Altersklassen eine hervorragende Bühne, ihren Sport unter Wettkampfbedingungen auszuüben.

Allerdings sind bis auf die drei Rennen im September bereits alle Veranstaltungen abgesagt. Den Sportlern fehlt ihr Wettbewerb, den Vereinen die Einnahmen. Besonders gebeutelt hat es den RVC Trieb, der neben seinem im In- und Ausland bekannten Franken-Bike-Marathon am 21. Juni auch noch ein Cube-Cup-Rennen Ende April hätte durchführen sollen.

1500 Euro investiert

Hermann Steinbach organisiert den Franken-Bike-Marathon seit 25 Jahren. "Die Planungen für das Rennen beginnen quasi mit dem Ende des Vorjahresrennens", sagt er. Die Flyer und Werbeutensilien für 2021, die jeder Teilnehmer 2020 erhalten hätte, könne er ebenso wegschmeißen wie die Medaillen mit dem heurigen Datum. "Die Siegerpokale waren zum Glück noch nicht graviert" , sagt Steinbach. Auf rund 1500 Euro sind die Kosten zu beziffern, die vergeblich entstanden sind.

Da der RVC Trieb aber ein reiner Radsportverein ist, bestreitet der Klub auch seine Kosten des Jahres mit den Einnahmen der beiden Rennen. "Uns fehlt ein hoher vierstelliger Betrag", so der Rennorganisator. Die Klubverantwortlichen hoffen, dass die Teilnehmer ihre Anmeldung nicht stornieren und ihre Gebühr zurückverlangen, sondern ihre Anmeldung für 2021 aufrechterhalten.

Sorge bereitet Steinbach, dass das Vereinsleben in den vergangenen Wochen praktisch tot war und kein Training stattfand. "Gerade unser Nachwuchs könnte somit in Versuchung geraten, die Sportart zu wechseln. Die Älteren trainieren für sich. Um die mache ich mir keine Sorgen."

Jugendtraining beginnt wieder

Immerhin beginnt in diesen Tagen wieder das Jugendtraining. Mit 20 Personen könne geübt werden. Allerdings fehlen derzeit noch Trainer. "Zwei fallen uns im Moment aus privaten Gründen aus, so dass andere Aktive aus dem Verein einspringen müssen. Da wir derzeit noch an einem Übungsparcours mit festen Hindernissen am Sportplatz bauen, hoffen wir, dass uns die Jugendlichen die Stange halten", sagt Steinbach.

Überhaupt keine Sorgen um die Jugend macht sich dagegen Michael Floßmann von den Veitensteinbikers der DJK Priegendorf (Landkreis Bamberg). Auch Floßmann geht ein Rennen des Cube-Cups und die damit verbundenen Einnahmen flöten. Die für 19. Juli geplante Veranstaltung ist abgesagt. Die Veitensteinbiker haben jedoch den Vorteil, dass sie mit der DJK Priegendorf einem Verein mit mehreren Abteilungen angehören, so dass finanziell ein Spielraum existiert.

Doch an Nachwuchs fehlt es dem Klub an der unterfränkischen Grenze nicht. "Wir hatten vor der Corona-Pause 48 Kinder im Training, die mit ihren Eltern zum Teil weite Wege aus dem Kreis Schweinfurt, aus Litzendorf oder Baiersdorf bei Erlangen auf sich nehmen. Damit stoßen wir an unsere Grenzen. Wir haben eine Warteliste oder müssen Kinder schon an benachbarte Vereine schicken", sagte Floßmann kurz vor Wiederaufnahme des Trainingsbetriebes. "Wir haben ein Hygienekonzept ausgearbeitet und bieten wieder Training ab der U9 mit Technik- und Tourentraining an", sagt Floßmann, der sich als Familienvater mit drei Kindern und Schichtarbeit in seiner Freizeit als Leiter um die Radgruppe kümmert. Der 46-Jährige glaubt selbst nicht daran, dass die drei Cube-Cup-Rennen im September noch stattfinden. "Die Jahreswertung fällt sowieso flach", sagt der Dorgendorfer und freut sich umso mehr auf das kommende Jahr.

Scheßlitzer Rennen steht noch

Eines der drei noch offenen Rennen der Serie ist das des TSV Scheßlitz am 27. September. Dort ist man bereits seit fast vier Wochen wieder im Trainingsbetrieb in Kleingruppen. Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 18 Jahren üben donnerstags an der Giechburgschule.

"Wir machen eine Ausfahrt oder trainieren Technik im Wald. Dazu gehören Balance- oder Bremsübungen", sagt Abteilungsleiter Matthias Tscharke. Der 59-Jährige sieht einer möglichen Absage des Rennens ganz entspannt entgegen. Das Rennen mit 250 Startern ist für den Verein finanziell irrelevant. "Wir haben da Routine in der Organisation. Zwei Wochen davor steht die größte Arbeit an. Dann mähen und trassieren wir die Strecke." Pokale hat man in Scheßlitz noch keine bestellt. "Wenn das Rennen doch stattfinden sollte, rechnen wir allerdings mit einer Rekordbeteiligung", sagte Tscharke.

Cube-Cup-Kalender

5. September Hof 20. September Eger (Tschechien) 27. September Scheßlitz

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