Sieben auf einen Streich - so könnte man den Abiturjahrgang am Gymnasium Burgkunstadt überschreiben. Einem Septett gelang es, ein echtes Einserabitur - also einen Notendurchschnitt bis 1,5 - zu erzielen.
Was hat die jungen Leute in ihrer Schulzeit fit gemacht fürs Leben? Welche Schokoladenseiten durften sie in den vergangenen Jahren an ihrer Bildungseinrichtung genießen? Und vor allem: Wie sehen Iire Zukunftspläne aus? Im Gespräch blickten die jungen Leute zurück und voraus.
"In meinen Zellen steckt ein Helfergen. Ich war schon immer sozial eingestellt - ob beim Blutspendedienst oder wenn es darum ging, Mitschülern zu helfen", sagt Lisa Warlich (1,1). Die 17-Jährige aus Altenkunstadt will in Würzburg Lehramt für Sonderschulpädagogik studieren.
"Das wäre eine große Herausforderung für mich, weil man Lehrplaninhalte auf die jeweiligen Schüler und deren Schwächen zuschneiden muss." Während eines freiwilligen sozialen Schuljahres hatte die Einser-Abiturientin bei Regens Wagner in Burgkunstadt Gefallen an der Arbeit mit Behinderten gefunden. Nach dem Studium würde sie gerne in ihre Heimat zurückkehren und an der Regens-Wagner-Schule unterrichten.


Bei Flugzeugsitzhersteller

Als "klein, aber oho" bezeichnet Florian Schütz (1,1) das Gymnasium. "Die überschaubare Größe der Schule ließ eine hilfsbereite und familiäre Atmosphäre entstehen. Gut fand ich die offene Diskussionskultur. Schließlich trifft man in der heutigen Arbeitswelt immer stärker auf Meetings und Konferenzen." Am 1. Oktober beginnt der 18-jährige Theisauer bei einem renommierten Flugzeugsitzhersteller in Schwäbisch Hall ein duales Studium im Bereich Personalmanagement. "Meine Interessen für arbeits- und organisationspsychologische Zusammenhänge lassen sich gut mit meinem Faible für die Luftfahrt verbinden", sagt er.
Im Unterricht gut mitzuarbeiten, das war für Moritz Dück (1,2) die halbe Miete. "Wenn ich daheim gelernt habe, dann meistens nicht länger als eine Stunde am Stück. Dabei bin ich oft auf- und abgelaufen und den Stoff gedanklich durchgegangen. Das ist besser als das sture Durchlesen der Notizen." Der 17-Jährige weiß noch nicht, was er nach dem Abitur machen möchte: "Das Problem ist die riesige Auswahl und meine breit gestreutes Interesse, das von Mathematik über Kunst und Fotografie bis hin zu Sport reicht."
Kathrin Schlaf aus Unterlangenstadt darf doppelt jubeln: Mit der Frauenmannschaft des 1. FC Redwitz holte sich die 18-Jährige die Meisterschaft in der Kreisklasse Nord, am Gymnasium Burgkunstadt schloss sie ihre Schullaufbahn mit der exzellenten Note 1,2 ab. "Trotz Abi-Stress - das Fußballspielen ließ ich mir nicht nehmen. Ohne diesen Ausgleich wäre mir an manchen Tagen wahrscheinlich alles zu viel geworden", sagt die ehemalige Gymnasiastin, die an der Universität Bamberg Psychologie studieren will.
"Am Gymnasium Burgkunstadt wurde jeder Schüler zu einer eigenen Persönlichkeit geformt. Als selbständiger und mündiger Mensch hat er dann die Schule verlassen", bringt es Frank Wittmann (1,2) auf den Punkt. In der "Jugend-forscht-Gruppe" ging er seinen naturwissenschaftlichen Neigungen nach. Der 18-jährige Marktgraitzer, der gerne Fußball und Karten spielt, hat sich für ein Maschinenbaustudium an der Friedrich-Alexander-Universtität Erlangen-Nürnberg entschieden.
Ein PC-Freak ist Markus Dinkel (1,3), der an der Schule das Wahlfach "Computer und Technik" belegt hatte. "Das Herumschrauben an der Hardware und das Arbeiten mit der Software hat mir viel Spaß bereitet. Dabei eignete ich mir einen weiten Einblick in die Administration von IT-Infrastruktur an." Seine Stärken auf diesem Gebiet will der 18-jährige Lettenreuther mit einem Studium der Automatisierungstechnik und Robotik an der Fachhochschule Coburg ausbauen.
Der Weismainer Christian Heinz (1,4) möchte einmal Mathemathik und Chemie an einem Gymnasium unterrichten. Dazu beginnt er im Herbst ein Lehramtsstudium an der Universität Würzburg.
Sein größter Traum wäre es, als Pädagoge wieder an seine alte Schule zurückzukehren, über die er sagt: "Die Anekdoten der Lehrer haben einen den Blick für "das wahre Leben" vermittelt."