von unserer Mitarbeiterin Gerda Völk

Michelau — Bei der Jahresschlusssitzung des Gemeinderats am Mittwochabend zeigte sich Bürgermeister Helmut Fischer (CSU) sehr zufrieden mit der Arbeit des Gemeinderats. Er dankte allen Gemeinderatsmitgliedern für die gute Zusammenarbeit, die wie Fischer betonte "Zeit und Nerven spare". Seit Mai dieses Jahres hat der neugewählte Gemeinderat bei sieben Sitzungen 151 Tagesordnungspunkte bearbeitet, fanden acht Sitzungen des Bauausschusses (75 Tagesordnungspunkte), zwei Sitzungen des Verwaltungsausschusses und sechs Sitzungen des Abwasserzweckverbands statt. Insgesamt 23 Sitzungen mit 273 Tagesordnungspunkten.

Knapp unter Landesdurchschnitt

Das Haushaltsvolumen der Gemeinde Michelau beträgt 14,8 Millionen Euro. Die Haupteinnahmequelle ist die Einkommensteuerbeteiligung mit knapp 2,3 Millionen Euro.
Die Gewerbesteuer beträgt nur noch 1,2 Millionen Euro und an Schlüsselzuweisungen erhält die Gemeinde rund 800 000 Euro. Die Photovoltaikanlage auf den gemeindeeigenen Dächern bringt Einnahmen von jährlich 57 000 Euro. Demgegenüber steht die Kreisumlage, die sich aufgrund der guten Einnahmen im Jahr 2012 auf gut 2,7 Millionen Euro beläuft. Der Schuldenstand wird sich laut Bürgermeister Fischer am Ende des Jahres bei etwa 4,75 Millionen Euro einpendeln. Die Pro-Kopf-Verschuldung beträgt damit 739 Euro (Landesdurchschnitt 751 Euro).
In der Großgemeinde leben rund 6400 Personen. Mit 46 Geburten wurden in diesem Jahr sechs Kinder mehr geboren als im Vorjahreszeitraum. Im Vergleich zu den Sterbefällen (70) aber immer noch deutlich weniger. Angemeldet haben sich 312 Neubürger, abgemeldet dagegen 351. Den Bund fürs Leben haben bislang 19 Paare geschlossen. Die letzte Trauung nimmt Bürgermeister Fischer am letzten Tag des Jahres vor.
Das Hallenbad schlägt mit einem Defizit von 257 000 Euro zu Buche. Das Aushängeschild, das Deutsche Korbmuseum, kostet der Gemeinde rund 85 000 Euro. Am Rudufersee wurde ein Sichtschutzzaun aufgestellt und die vorhandenen Duschen direkt an den Kanal angeschlossen. Ab Januar 2015 steigt der Wasserpreis um fünf Cent pro Kubikmeter auf 1,39 Euro. Die monatliche Grundgebühr wurde um 50 Cent auf 1,50 Euro angehoben. Der Abwasserpreis beträgt auch weiterhin 2,13 Euro pro Kubikmeter. Am Januar wird eine monatliche Grundgebühr von 1,50 Euro erhoben. Bis zum Jahresende werden in der Kerngemeinde die Wasseruhren durch Mitarbeiter der Gemeinde abgelesen. Die Ortsteile erhalten demnächst sogenannte Ablese karten.

Rathausumbau bis Sommer fertig

Der Umbau und die Erweiterung des Rathauses erfolgt nach Ausführungen von Bürgermeister Fischer in drei Abschnitten. Der bereits fertiggestellte Anbau, die aktuell laufende Sanierung des bestehenden Gebäudeteils und als dritten Teil die Ortskerngestaltung mit barrierefreien Zugang zur Kirche. Mit dem Abschluss der Gesamtbaumaßnahme ist im Juli/August 2015 zu rechnen.
Die Breitbanderschließung der Gewerbegebiete und der Gemeindeteile Schwürbitz und Lettenreuth mit mindestens 30 Megabit pro Sekunde ist ebenfalls für 2015 vorgesehen.
Auch im kommenden Jahr stehen in der Gemeinde eine Reihe von Maßnahmen auf dem Programm. Dazu zählte Bürgermeister Fischer die Sanierung des Feuerwehrhauses in Michelau, die Anschaffung von zwei Tragkraftspritzenfahrzeugen (TSF-W) für die Freiwilligen Feuerwehren Neuensee und Lettenreuth, die Deichnachrüstung in Michelau und Schwürbitz. Auch prüft die Gemeinde den Austausch der bestehenden Anlage durch ein Blockheizkraftwerks für Schule und Hallenbad.
Bei der Prüfung der Jahresrechnung 2013 durch den gemeindlichen Rechnungsprüfungsausschuss konnten keine Beanstandungen festgestellt werden. Allerdings gebe es bei den Friedhofs- und Bestattungsgebühren ein nicht unerhebliches Defizit. Ein Thema, mit dem sich der Gemeinderat im neuen Jahr noch beschäftigen wird. Wie Bürgermeister Fischer aus der letzten nichtöffentlichen Sitzung mitteilte, werde die Gemeinde sich auch weiterhin an der Kofinanzierung des Mehrgenerationenhauses (MGH) in Michelau mit 5000 Euro beteiligen. Unter der Voraussetzung, dass der Bund weiterhin die Förderung der Mehrgenerationenhäuser übernehme und der Landkreis sich ebenfalls mit 5000 Euro an der Kofinanzierung beteiligt.
Am Samstag, 3. Januar, werden wieder die Sternsinger unterwegs sein und an die Türen klopfen. Bürgermeister Fischer bittet, die Sternsinger nicht ohne eine Gabe gehen zu lassen. Aus der Tageszeitung hat Bürgermeister Fischer vom Verkauf des Automobilzulieferers Scherer & Trier an einen indischen Konzern erfahren. Fischer zeigte sich erfreut darüber, dass nicht nur alle Arbeitsplätze erhalten bleiben, sondern der Standort Michelau sogar noch ausgebaut werden soll. Schade fand es der Bürgermeister, dass die Gemeinde in keiner Weise informiert wurde, da sie ja auch über die zur Verfügung stellende Infrastruktur mit den ortsansässigen Industrieunternehmen verbunden sei. Wichtig sei jedoch, dass es weitergeht. "Wir hoffen, dass es sich auch finanziell für die Gemeinde auswirkt", so Fischer.